[Gedanken] Manche Tage sollte man einfach streichen…Jahre auch

So lautete letztes Jahr mein Post auf Facebook. Es war ein Gefühl das in dem Moment einfach raus musste. Kurz vorher bekam ich die wirklich schlimme Nachricht das meine „Kleine“ einen schweren Unfall hatte. Mehr Infos gab es nicht und das bange warten begann. Wir wussten nur das sie gegen einen Baum gefahren ist und raus geschnitten werden musste. Ein Horrorszenario. Ihr Vater lies es sich nicht nehmen zur Unfallstelle zu fahren und hielt uns auf dem Laufenden. Die erste Nachricht von ihm nahm mir fast jegliche Hoffnung: Sie wurde mit dem Hubschrauber abtransportiert…das macht man doch nur mit den ganz schwer Verletzten, mit denen die in Lebensgefahr schweben. Nun hielt uns auch nichts mehr Zuhause und wir machten uns auf den Weg in die Klinik. Eine gute Stunde Fahrt die wir die kommenden Tage noch öfter fahren sollten. Eine Nacht voll bangen Wartens auch wenn wir da schon wussten das sie viele Schutzengel gehabt haben muss. Doch es war der Beginn einer langen Serie von vielen Unglücksfällen von denen wir uns alle nur recht langsam erholten. Immer wenn wir dachten das es nun besser wird gab es die nächste Hiobs Botschaft.

Link zum Bericht beim 112-Magazin

Nun ein Jahr danach kann man sagen das es uns stärker gemacht hat, als Familie. Es hat uns gezeigt was wichtig ist und das alle Streitereien unwichtig sind wenn es drauf ankommt. Wir sehen uns öfter, schreiben, telefonieren. Wenn dieser Unfall für etwas gut war, dann dafür. Wir sind im Juni mit einem blauen Auge davon gekommen. Ich habe meine Kleine noch nie so stark gesehen. Sie ist Erwachsen geworden und hat alle Unwägbarkeiten perfekt gemeistert. Ich bin so stolz auf sie. Hab Dich lieb

[Rezension] Caleb Roehrig – Niemand wird sie finden



Caleb Röhrig
Niemand wird sie finden
ISBN 978-3-570-17334-3
Klappenbroschur
14,99 €
Übersetzerin: Heide Horn & Christa Prummer-Lehmair
ab 14 Jahren
Erschienen bei cbj
Leseprobe im Widget

Inhalt:
Flynns Freundin January ist verschwunden. Sie hatte sich in den letzten Wochen sowieso schon etwas von ihm distanziert und nun stellt die Polizei fragen die er nicht beantworten kann und will. Denn er hat ein Geheimnis, das er unter keinen Umständen Preis geben möchte auch January gegenüber als er sie das letzte Mal sah.

Meine Meinung:
Niemand wird sie finden zog mich durch sein düsteres Cover in den Bann. Dazu ein Rückentext, der einfach Lust auf mehr macht.

Selten war ich in letzter Zeit so zufrieden nach einem Buch. Niemand wird sie finden hat mich restlos begeistert.

Der Einstieg war sehr leicht und für mich genauso richtig. Manchmal muss es einfach nicht von Beginn an kompliziert sein.
Die Kapitel sind nicht zu lang, der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Es ist ein Thriller, der ohne viel Blut vergießen aus kommt und bei dem es nicht nur um das Verschwinden von January geht, sondern auch um das Geheimnis von Flynn. So wird es auch nicht zu eintönig. Für den Leser gibt es hier viel zu erleben.
Die Geschichte beginnt in der Gegenwart und hat immer wieder Passagen aus der Vergangenheit. Es sind Erinnerungen, die immer in die Gegenwart passen und sich so gut einfügen.

Die Figuren sind nicht so zahlreich und jede mit viel Tiefe beschrieben.
Aus Flynns Sicht liest man diese Geschichte. Ihn erlebt man mit alle seinen Facetten und Gedanken. So war er mir auch am Nächsten. Ich empfand Flynn als sehr authentischen 15 Jährigen. Die normalen Gedanken, Sorgen und Nöte. Vor allem wenn es um sein Geheimnis geht.
Von January liest man nur aus Erzählungen. Ich empfand sie als nicht sehr loyal ihren Freunden gegenüber. Sie belügt und spielt gegenseitig aus. Eine Art die ich so gar nicht mag und nicht alles mag ich ihrer Situation zuschreiben. Sie wirkt für mich manchmal eher wie ein Kindergartenkind, das ihren Willen nicht bekommen hat, als wie eine Jugendliche die ihren Platz im Leben sucht und von ihrer Umgebung so einiges verlangt.
Kaz ist noch eine wichtige Figur. Er verbindet die Zeit vor Jans Verschwinden mit dem danach und ist für mich ein recht außergewöhnlicher junger Mann. Er ist schon recht reif für sein Alter und ich mag seine Ansichten.
Daneben gibt es noch Lehrer und Eltern, Freunde von Jan und Flynn. Die üblichen Figuren in einem Jugendbuch

Am Ende konnte ich das Buch kaum noch zur Seite legen. Es gestaltete sich für mich recht schnell fesselnd und wurde zu einem Page Turne. Alleine die letzten 300 Seiten habe ich innerhalb kürzester Zeit durch gesuchtet.
Man darf dennoch nicht vergessen das dies ein Jugendthriller ist. Mir hat auch dieser sehr viel Lesespaß gebracht, aber jedem sollte klar sein, das es hier oftmals etwas geradliniger zugeht. Wenn auch nicht weniger spannend.

[Gastrezension] Maria W. Peter – Die Küste der Freiheit

Heute darf ich Euch eine Rezension meiner Ma präsentieren. Ich bekam vor einiger Zeit von Maria W. Peter ein schönes Päckchen zugesendet. Unter anderem, neben vieler liebevoll zusammen gestellter Goodies, war dort dieser historische Roman drin zu finden. Historisch lese ich aber nun wirklich schon seit Ewigkeiten nicht mehr und irgendwie schreckten mich die vielen Seiten auch ein wenig davon ab es überhaupt zu beginnen. Doch meine Ma mag historische Romane und so fragte ich sie ob sie es versuchen mag. Da sie nicht ganz so viel Zeit zum Lesen hat wie ich dauert es ein wenig, aber gut Ding will auch Weile haben ^^

 Maria W. Peter
Die Küste der Freiheit
ISBN 978-3-404-16735-7
Taschenbuch
9,99 €
Erschienen bei Bastei Lübbe
Leseprobe

Meinung meiner Ma:
Ich muss zugeben, dass mir die 852 Seiten des Buches Respekt eingeflößt haben, aber jede Seite war das Lesen wert.

Anna Hochstätter lebt mit ihrem alten Vater, nach dem Tod ihrer Mutter, in dem Dorf Berich in Waldeck ein friedliches Dasein. Sie gehören der Glaubensgemeinschaft der Mennoniten an. Als sie fast von Kurt Paul, einem Deserteur vergewaltigt wird, rettet sie Lorenz von Tannau, einem Leutnant. Nachdem Lorenz aus Rache von Kurt Paul lebensgefährlich verletzt wird, rettet Anna ihm wiederum durch ihre Pflege das Leben und wird deswegen von den streng gläubigen Mennoniten aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Nach dem Tod ihres Vaters bleibt ihr nur der die Auswanderung als Schuldmagd nach Amerika, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Auch Lorenz wird von seiner Einheit nach Amerika abkommandiert. Von nun an kreuzen sich immer wieder ihre Wege. Wir erfahren viel aus dem Leben der Mennoniten, über die Lebensumstände einer Schuldmagd in den amerikanischen Kolonien, über das Leben der Sklaven und über den Unabhängigkeitskrieg in Amerika. Anna trifft auf gute Menschen die ihr aus der Not helfen und immer wieder begegnet ihr Lorenz. Längst empfinden beide mehr füreinander, werden aber ständig getrennt. Gibt es ein gemeinsames Leben für Anna und Lorenz trotz Klassen- und Religionsunterschiede?

Das Buch ist flüssig und spannend geschrieben. Es wird auf keiner Seite langweilig. Besonders gut haben mir die einzelnen Charaktere und Schauplätze gefallen. Es ist historisch fabelhaft recherchiert. Fünf Sterne für dieses wirklich lesenswerte Buch.

[Zuwachs] KW 24

Heute gibt es einen kleinen Zuwachs zu berichten und ein EBook das ich letzte Woche unterschlagen habe ;-). Angekommen sind zwei ertauschte Bücher die auf meiner Wunschliste standen und bei Tauschticket günstig zu haben waren. Wer kann da schon „Nein“ sagen. Dazu gab es letzte Woche schon den vierten Lil´Lu Band von Marita Sydow Hamann. Leider habe ich es verschwitzt ihn mit zu erwähnen. Manchmal gehen EBooks einfach unter :-/
Lest ihr eigentlich EBooks? Oder mögt ihr nur Papier? Gibt es jemanden von meinen Lesern die nur noch EBooks lesen? Denn während ich öfter lese das sowohl EBooks wie auch Printbücher gelesen werden, habe ich bisher noch nie mitbekommen das es jemanden gibt der nur noch EBools liest

Alles in Buddha von Victoria Seifried (GT)
Manche Tage muss man einfach zuckern von Tamara Mataya (GT)
Das Vermächtnis der Lil´Lu 4: Daniella von Marita Sydow Hamann (RE)

Voll erleuchtet? Das ist Mia Meinecke bestimmt nicht, doch alles läuft bei ihr perfekt – bis sich ihr Leben dazu entschließt, den Bach runterzugehen. Ihr Freund Mark trennt sich plötzlich von ihr, vor lauter Kummer blamiert sie sich vor ihrem Freundeskreis, und dann wird sie auch noch wegen eines dummen Missverständnisses fristlos gekündigt! Mia muss dem Chaos entfliehen und beschließt, mit ihrem besten Freund Hugo für drei Wochen um die Welt zu reisen. Damit nach ihrem großen Trip wieder alles besser läuft als vorher, schließen die beiden eine Wette ab: Mia muss ihren Herzschmerz besiegen, und Hugo soll mit knapp dreißig endlich entjungfert werden. Doch die beiden haben die Rechnung ohne das Leben gemacht.

Dauersingle Sarah hat die fixe Idee, dass die große Liebe auf der Internetseite »Missed Connections« auf sie wartet. Die Plattform richtet sich an all diejenigen, die ihren Traumpartner schon auf den Straßen von New York gesehen haben, aber nicht mutig genug waren, ihn anzusprechen. Doch Sarahs Mr. Right hat sie wohl noch nicht entdeckt, und so fängt sie eine Affäre mit Jack an, dem attraktiven Bruder ihres Mitbewohners. Er schafft es, ein wenig unverbindlichen Spaß in ihr Leben zu bringen. Doch dann taucht ein anonymer Verehrer auf »Missed Connections« auf …

Dieser 4. Band der „Das Vermächtnis der Lil`Lu“-Reihe kann auch unabhängig von den anderen Büchern gelesen werden, da die Geschichten der einzelnen vier Frauen dieser Reihe (Lovisa, Emilie, Danniella, Kristin) in sich abgeschlossen sind. Danniella ist ein Nephilim – ein Wesen mit Flügeln und Krallen. Die Nephilim sind eine eigenständige Rasse, mit den Menschen verwand, aber mit Engelsblut in ihren Adern. Engel, die einst zu den Menschen herabstiegen und sich mit ihnen paarten. Auf Danniellas Erde – einer Erde von vielen – in ihrem Universum, leben Nephilim und Hexen in Frieden zusammen. Doch seit Jahrtausenden wird ihre Erde von Wechslern angegriffen, von Menschen aus anderen Universen. Denn Nephilim werden gejagt, mit dem Ziel sie auszurotten. Danniella ist eine Nephilimkönigin, ihre Aufgabe ist es Krieger zu gebären, die ihre Welt schützen sollen. Ihr Schicksal scheint vorausbestimmt, doch dann geschieht das Unfassbare. Danniella wird von einer Sekunde auf die andere in ein anderes Universum geschleudert, wo sie plötzlich Menschen gegenübersteht, allein, in einer fremden Welt. Menschen, die eigentlich ihre erklärten Todfeinde darstellen. Folgende Bände der fünfteiligen Reihe sind bereits erhältlich: Lovisa – Der Riss im Universum (Das Vermächtnis der Lil`Lu – 1) Lovisa – Im Zeichen des Feuers (Das Vermächtnis der Lil`Lu – 2) Emilie – Traumbegegnungen (Das Vermächtnis der Lil`Lu – 3) Danniella – Engelsflügel (Das Vermächtnis der Lil`Lu – 4)

[Rezension] Jochen Siemens – Besuch von oben

 Jochen Siemens
Besuch von oben
ISBN 978-3-426-30590-4
Klappenbroschur
12,99 €
Erschienen bei Droemer Knaur
Leseprobe

Inhalt:
22 Jahre ist es her, dass Johannes seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen. Einen Schock für den damals 27 Jährigen. Doch als sie nun nach so langer zeit vor ihm stehen könnte der Schrecken nicht größer sein. Es beginnt ein Tag voller Geständnisse, Erklärungen und besonderer Momente

Meine Meinung:
Besuch von oben Klang so als ob es eine lockere Geschichte wäre mit Humor, aber auch ernsten Passagen. Genau das kam auch vor nur anders als ich es mir vorgestellt hätte.

Was war anders. Es war viel Vergangeheits-Aufarbeitung und so wurde das Buch ernster als erhofft. Ich stellte mir die Frage: „Was wäre wenn“ und kam zu dem Ergebnis das ich vermutlich andere Dinge wichtiger fände wenn ich nur wenig Zeit mit einem verstorbenen geliebten Menschen hätte. Nicht so viel Probleme wälzen. Mehr erzählen was alles passiert ist. Klar würde ich noch die ein oder andere Frage klären wollen, doch hier nahm das Überhand. Auch hatte ich erwartet das mehr von den Zeitunterschieden die Rede ist. Damals die 90er ohne Handy und Internet für Jedermann. Heute das moderne Zeitalter in dem Informationen nur so sprudeln. Doch es blieb die Aufarbeitung einer Familiengeschichte. Eine Abnabelung eines Sohnes die durch einen tragischen Schicksalsschlag nie beendet wurde.

Der Schreibstil ist dabei flüssig und leicht zu lesen. Das war auch gut so, denn es gab für mich viele langatmige Stellen. Jochen Siemens verliert sich teilweise in seinen Beschreibungen. Kommt von Stöckchen auf Steinchen und findet zeitweise auch nicht den Weg zurück. Da war es gut das der Schreibstil sehr angenehm zu lesen war.

Johannes arbeitet hier seine Vergangenheit vor und auch nach dem Tod seiner Eltern auf. Reflektiert sein Leben. Seine Eltern sind dabei nur Beiwerk. Diese Geschichte hätte auch vollkommen ohne sie geschrieben sein könnte. So ein wenig als Monolog, doch dann hätte sie bei mir wohl kein Interesse geweckt.

Am Ende hätte ich mir allerdings ein wenig mehr gewünscht. Man hat so viel über die Vergangenheit erfahren, dass ich es Schade fand das man zum Schluss nicht lesen kann wie es Johannes nach dem Besuch von oben geht.

So lege ich das Buch zwar nicht ganz unzufrieden zur Seite, schließlich gab es ein paar lustige und interessante Abschnitte, doch ich hätte mir mehr vom Besuch gewünscht. Mehr miteinander. Als nur das Erzählen von Johannes Geschichte. Am besten Gefallen haben mir ganz klar die Abschnitte in denen es Aktionen und auch Gespräche mit Johannes Eltern gab, die waren unterhaltsam, den Rest empfand ich zeitweise als sehr langweilig

[Neuerscheinungen] Juli 2017

Es ist der 15. und ich möchte Euch meine Wunschbücher für den Juli vorstellen. Zwei davon sind sogar schon hier und warten nur darauf gelesen zu werden, andere werden noch kommen. Es werden schöne Sommerlektüren.

   

Nummer 25 von Frank Kodiak (Knaur)
Blutschmuck von Petra Mattfeldt (Gmeiner)
Ambers magischer Augenblick von Crystal Cestari (Fischer)
No. 9677 – Wie mein Vater fünf Kinder von sechs Frauen bekam von Natasha Friend (Magellan)

Heart Beats von Katie Catugno (Heyne)
Was wir dachten was wir taten von Lea-Lina Oppermann (Beltz)
Im Zweifel tue nichts von Fleur Ferris (Beltz)
Am Abgrund des Himmels von Sue-Ellen Pashley (Beltz)

Welche Neuerscheinungen wollt ihr im Juli unbedingt lesen?