[10 Fragen an….] Maria Norda

Wieder hat mir eine Autorin Rede und Antwort gestanden. kennt ihr Maria Norda? Als meine Leser müsstet ihr die Rezension zu Schatten der Gegenwart Ende April entdeckt haben (-> Link) Wer da noch nicht mitgelesen hat oder sie einfach verpasst hat könnte Maria Norda ein komplett neues Gesicht sein. Ich weiß das sie nun bald ihre erste Lesung hat (Leider für mich zu weit weg) und ganz aufgeregt ist. Ihr Buch habe ich verschlungen und ich freue mich das sie mir meine 10 Fragen beantwortet hat. Wer noch mehr von ihr Lesen möchte kann ja mal auf ihrer Webseite (-> Link) Vorbei schauen

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Wer ist Maria Norda? Beschreib Dich ein wenig selbst 😉
– Ich glaube kreatives strukturiertes Chaos beschreibt mich am besten. Während es in meiner Wohnung oder auf meinem Schreibtisch öfter so aussieht, als hätte eine Bombe eingeschlagen, habe ich bei meinen Projekten (sei es beruflich oder privat) immer einen Plan. Ich probiere gern neue Sachen aus (war ja mit dem Buchschreiben auch nichts anderes), habe aber auch einen Hang zum Perfektionismus *grummel*.

Was liest Du selber für Bücher?
– Also wenn ich hier so zu meinem Bücherregalen schaue, dann sehe ich eine bunte Mischung aus allem. Ich habe da immer so Genre-Phasen und verschlinge dann ein Buch nach dem anderen. Ich mag Urban oder Romantic Fantasy Romane (wobei ich aber nicht so viel am Hut habe mit Elfen, Feen, Trollen usw., dass ist eher die Sache meines Mannes), Thriller – so richtig blutig und gruselig, klassische Krimis à la Miss Marple und vieles mehr.

Welches ist Dein Lieblingsbuch?
– Oh da gibt es so viele. Ich habe einige Lieblingsautoren (und das ist nur ein Auszug) z. B. Thomas Thiemeyer, Michael Crichton, Nick Stone, Scott McBain oder Suzanne Collins. Jetzt ein bestimmtes Buch zu nennen, würde den vielen anderen, die mir gefallen haben, nicht gerecht werden.

Was machst Du, wenn Du nicht schreibst?
– Da ich ja eigentlich auch einen Vollzeitjob habe, nimmt der natürlich viel Zeit in Anspruch. Und sorgt auch für das ein oder andere Motivationstief, wenn ich KO auf dem Sofa liege und keine Muse finde, Emilia weiter durch die Gegend zu scheuchen. Wenn ich dann Feierabend habe und nicht in die Tasten haue, spiele und schmuse ich mit meinen Katern, lass mich von meinem Mann verwöhnen, träller irgendwelche Lieber vor mich hin, lese (unheimlich wichtig, um den eigenen Horizont immer wieder zu erweitern) oder – und das ist Entspannung und Inspiration zugleich – sehe leidenschaftlich gern Serien.

Wie kamst Du zum Schreiben?
– Meine Mutti ist Kunstlehrerin und das hat mich glaube ich schon ganz früh geprägt. Ich hab schon immer gebastelt und in der Grundschule Gitarre- und Klavierspielen gelernt (wobei das jetzt auch irgendwie heftiger klingt, als es ist). Meine erste Geschichte hab ich mit 11 geschrieben, damals noch richtige High Fantasy mit Feen und Zwergen. Leider hab ich keine Kopie mehr davon, weil eine kaputte Diskette die Datei gefressen hat. Ist aber wahrscheinlich auch besser so ;-).
Schreiben ist für mich neben meinen anderen Hobbies eine Möglichkeit, meine Kreativität auszuleben und meine eigenen Gedanken festzuhalten. Es war glaube ich einfach eine logische Konsequenz, dass ich irgendwann mal richtig damit anfange.

Wo holst Du Deine Ideen her?
– Von überall und nirgends 😉 aber Spaß beiseite. Im Grunde liegt in jedem Gespräch, in der Beobachtung von Menschen, in Serien, Filmen, anderen Geschichten immer wieder eine Quelle der Inspiration. Es ist jetzt nicht so, dass dabei eine ganze Geschichte rauspurzelt, aber als Autorin lebt man von der Summe aller Eindrücke – also ich zumindest.
Und dabei ncih zu vergessen – ein schönes, heißes Bad. Das hat schon so einige Gedankenknoten entwirrt und ganze Kapitel entstehen lassen.

Wie kamst Du im speziellen auf die Idee zu Schatten der Gegenwart?
– Das habe ich im Grunde Stephanie Meyer mit ihrer Twilight-Saga zu verdanken. Ich habe erst die Filme gesehen, Anfang 2013, und habe danach sowohl die Bücher als auch andere Geschichten aus dem Bereich Romantic Fantasy gelesen. Dabei war es aber oftmals das gleiche Schema: sie trifft ihn, wobei er etwas Mysteriöses an sich hat, und beide verlieben sich hemmungslos ineinander. Es ist schön, so etwas zu lesen, aber es trifft auch überhaupt nicht auf meine Lebensrealität zu. Ich bin unsagbar glücklich verheiratet und eines Abends lag ich auf dem Sofa, sah zu meinem Mann hinüber und da kam mir der Gedanke: Wie würde ich mich fühlen, wenn er nicht mehr da wäre? Und schwups war der Anfang im Grunde schon geschrieben. Alles weitere war dann einfach das Weiterspinnen dieser Idee und auf einmal saß ich vor einer Geschichte, die mich ganz schnell überholt und verselbstständigt hatte. Tja und weil es ja auch zu einfach wäre, nur ein Buch zu schreiben, war da so viel Stoff für eine Trilogie zusammengekommen :-).

Welche Figur in Deinem Buch liegt Dir besonders am Herzen? Und Warum?
– Neben Emilia, aus deren Perspektive der Großteil der Geschichte erzählt wird, ist es in diesem Band Ria. Sie gibt mir die Möglichkeit, meine schnippische und zickige Seite auszuleben (ja es gibt sie und ich stehe dazu), aber trotzdem liegt sie mir unheimlich am Herzen. Man muss sie einfach mögen – finde ich zumindest.

Was bedeutet es für Dich, Dein Buch veröffentlicht zu sehen?
– Ich kann das kaum beschreiben. Die Veröffentlichung des Ebooks war schon eine riesig große Nummer. Immer wieder hab ich nach neuen Rezensionen gesehen (das war mal gut aber auch sehr schlecht). Nach einer erneuten Überarbeitung mit professioneller Unterstützung konnte ich dann Anfang März 2014 die erste Printausgabe in Händen halten – und das war sooooooo GEIL. Passender kann ich es nicht ausdrücken. Da lag er so unschuldig vor mir, mein kleiner Schatz, der Beweis, dass ich es tatsächlich geschafft hatte.

Was ist Dein nächstes Projekt? (Neben der Fortsetzung zu Schatten der Gegenwart.) Hast Du schon etwas geplant?
– Natürlich steht an erster Stelle, die Fortsetzung zu schreiben. Gibt ja inzwischen doch so einige da draußen, die wissen wollen, wie es weitergeht (oder liebe Natalie). Aber meine Gedankenschublade ist randvoll angefüllt mit weiteren tollen Buchideen. Ich schwanke im Moment noch zwischen einem weiteren Fantasy-Roman oder einer Krimi-Reihe, aber was rede ich da – erstmal Band 2 und 3 von „Für Immer & Länger“ fertigstellen *seufz*.

Danke Dir Maria. Natürlich MUSS ich wissen wie es weiter geht. Also zack zack *fg*

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[10 Fragen an…] Patrick Satters

Gestern ging meine Rezension zu Der Gott des Todes online. Der erste Band aus der Trilogie Reich der Götter. Ich habe gleich die Chance genutzt und habe Patrick 10 Fragen gestellt. Lest selber was er geantwortet hat. Eine gemeinsame Leidenschaft haben wir auf jeden Fall SCHOKOLADE es geht nicht ohne 😉
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So Ernst wie er auf dem Bild ausschaut ist er gar nicht. Ich hatte viel Spaß beim Lesen des Buches und auch beim Interview.

Wer ist Patrick Satters?
Wenn man den Gerüchten über ihn glauben schenken darf, dann ist er auch ein angenehmer Zeitgenosse, mit dem man so manchen netten Plausch halten kann.  Ein Faible für ironische und sarkastische Kommentare sind dabei vorteilhaft. Besonders die fernöstliche Medien, in Deutschland besser bekannt als Mangas und Videospiele, reizen ihn dabei sehr. Man könnte ihn daher durchaus als Tagträumer und leidenschaftlichen Geschichtenerzähler betiteln. Genaueres weiß ich aber auch nicht…

Was liest Du selber für Bücher?
Meistens das Gegenteil von dem, was ich gerade schreibe, um nicht den Stil eines anderen Autoren unbewusst zu übernehmen. Meistens sind es jedoch Fantasy Romane, oder zumindest Geschichten mit fiktiven Elementen. Derzeitig ist es „Der Heckenritter von Westeros“, da ich derzeitig an einem Romantik-Buch arbeite.

Welches ist Dein Lieblingsbuch?
Ich bewundere J.R,R, Tolkien für seine Errungenschaften, die er mit den „Herr der Ringe“ erreicht hat. Ohne ihn sähe die Welt der Fantasy gänzlich anders auch. Auch finde ich es atemberaubend, dass er sein ganzes Leben an einem einzigen Zyklus gearbeitet hat. Eine Hingabe die man heute vergeblich sucht, mich mit eingeschlossen.

Wie kamst Du zum Schreiben?
Oh, das ist eher ein trauriger Grund. Ich hab damals nach dem „Herr der Ringe“- Fantasy Boom so viele schlechte Bücher gelesen, dass ich es das lesen schlichtweg aufgegeben habe. Daraufhin habe ich selbst versucht ein eigenes Buch zu schreiben. Beschweren kann sich schließlich jeder.


Was machst Du, wenn Du nicht schreibst?
Schokolade essen, Schokoladen kaufen, Schokolade vergöttern. Nein ernsthaft, ich bin wirklich nicht soooo süchtig, wie es zunächst erscheint. Ich könnte jederzeit aufhören, wenn ich denn wollte, doch das wäre nun wirklich wahnsinnig. Ganz ehrlich, so unter uns. Ein Leben ohne Schokolade? Als ob es sowas geben könnte…

Wo holst Du Deine Ideen her?
Ideen hole ich mir aus vielen anderen Medien abseits von Büchern, sodass ich anhand dieser untypischen Einflüsse wirklich andersartige Geschichten schreibe. Das Rätsel lösen in „Reich der Götter“ wäre zum Beispiel eher ein typischer Mechanismus für Videospiele.

Wie kamst Du im speziellen auf die Idee zu „Reich der Götter“?
Die Idee hinter dem Roman lag in dem Verlangen eine Fantasy Geschichte zu schreiben, die es in dieser Art nicht gab. Statt um Magie und Schwerter, sollten Rätsel das zentrale Elemente der Kämpfe sein. In einer langweiligen Mathematikstunde entwickelte ich daraufhin die Begegnung zwischen dem Gott des Todes und dem Protagonisten Azur.

Welche Figur von „Der Gott des Todes“ liegt Dir besonders am Herzen? Und Warum?
Am liebsten mag ich den Todesengel Kerdis. Anders als die typischen Bösewichter, ist dieser getrieben vom Verlangen sein langweiliges Leben zu entkommen, auch wenn es nur für einen einzigen Augenblick ist. Es geht ihn nicht um Macht, Anerkennung, sondern nur um Spaß. Es spielt für ihn demnach auch keine Rolle, ob er verliert, solang es ihn erfreut. Wirklich bezwingen kann man ihn daher nicht, was ihn zu einem sehr lästigen Zeitgenossen macht, insbesondere, da er bereits unsterblich ist.

Worauf dürfen wir uns im zweiten Teil freuen?
Im Zweiten Teil wird Azur versuchen einen Serienmörder zu fassen. Man kann es daher als eine Mischung aus Fantasy und Thriller ansehen. In diesem Sinne wird es sich sehr vom Erstling unterscheiden und somit wieder etwas völlig neues sein.

Wird es neue Figuren geben oder begleitet der Leser weiterhin Azur ?
Der Leser begleitet weiterhin Azur, diesmal in dessen Vergangenheit und den Gründe, die zum Zerfall des Elysischen Reiches führte. Die meisten der auftauchenden Figuren traten daher bereits in Erscheinung. Natürlich wird es auch wieder neuartige Kreatur geben.

 Ich hoffe ihr hattet genauso viel Spaß beim Lesen wie ich 😉 Wer gerne noch mehr von Patrick lesen und erfahren möchte sollte mal auf seinen Blog gehen (-> Link)

Patrick vielen Dank für die Antworten.

[10Fragen an…] Klaus Seibel

Ich darf Euch mal wieder einen tollen Autor vorstellen: Klaus Seibel.
Bisher gibt es mehrere Bücher von ihm wovon ich zwei bereits gelesen habe. Zehntausend Augen gefiel mir besonders weil es mal was Anderes war und Zehntausend Fallen war das nochmal total ungewöhnlich. Beides sind Krimis die ich gerne weiter empfehle.

Zehntausend Fallen ist noch nicht so lange veröffentlicht. Ich durfte es aber schon lesen und finde es sogar noch einen Tick besser wie Zehntausend Augen. Lernt ihn hier ein wenig kennen…

1. Wer ist Klaus Seibel? Beschreibe Dich ein wenig selbst.
Ich liebe verrückte Ideen und ungewöhnliche Geschichten. Einer meiner Lieblingssprüche ist: Alle sagten, das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat’s gemacht.
Solche Geschichten möchte ich schreiben, wo man denkt, das kann doch gar nicht gehen – und am Ende staunt: Es geht doch.

2. Was liest Du selber für Bücher?
Gerade hatte ich Urlaub und tatsächlich mal Zeit zum Lesen. Eins der Bücher war von Jeffery Deaver „Opferlämmer“. Ich mag Deaver, weil er intelligente Krimis schreibt, aber irgendwie hat mir dieses Mal die Überraschung gefehlt. Ich überlege, ob das oft so ist, wenn man von einem Autor viele Bücher gelesen hat. Sowas will ich eigentlich vermeiden.
Dann habe ich „Er ist wieder da“ gelesen. Das fand ich genial. Eine tolle Idee mit viel Sachverstand und Geschick umgesetzt. Klasse.

3. Welches ist Dein Lieblingsbuch?
Schwer zu sagen, weil ich viele Bücher gut fand, z. B. Das Jesus Video oder Illuminati. „Herr der Ringe“ habe ich zweimal gelesen. Wieder eine super Idee und eine ungewöhnliche Geschichte. Und dann noch von Daniel Suarez „Daemon“ und „Darknet“. Die werde ich auch zweimal lesen. Eine geniale Idee, scheinbar verrückt, aber es wäre möglich. Genau das, was ich liebe.

4. Was machst Du wenn Du nicht schreibst?
Ich arbeite in einem Softwarehaus und dann bin ich noch Ehemann und Vater von drei Kindern. Da hat man eigentlich genug zu tun. Wenn ich dann noch schreibe und meine Bücher selbst verlege, ist meine Zeit weg. Mehr geht nicht.

5. Wie kamst Du zum Schreiben?
Indem ich ein Buch gelesen habe 🙂 Das hatte eine schöne Idee und dann war es langweilig. Da dachte ich, das kannst du besser. Und dann habe ich mir vorgenommen, aus einer langweiligen Sache eine tolle Geschichte zu machen. So ist „Krieg um den Mond“ entstanden. Angefangen hat es mit einer Schraube. Langweilig. Aber was ist, wenn sie auf dem Mond liegt, wo sie eigentlich nicht liegen dürfte …

6. Wo holst Du Deine Ideen her?
Ich muss mich nur einen Moment entspannen und die Gedanken frei laufen lassen, dann stürzen die Ideen auf mich ein. Dann muss ich mich bremsen, damit ich bei den vielen Ideen nicht untergehe.

7. Wie kamst Du im speziellen auf die Idee zu Deinen Krimis?
Ich fand es langweilig, immer nur Krimis mit einem Mord am Anfang und am Ende schnappt die Polizei den Bösen. Ich wollte es anders machen. Kein Mord, keine Verhaftung, aber trotzdem so spannend, dass man das Buch nicht aus der Hand legen will.

8. Welche Figur in Deinen Krimis liegt Dir besonders am Herzen und Warum?
Da ist zuerst Ellen, die Hauptperson in „Zehntausend Augen“ und „Zehntausend Fallen“. Sie ist klein, aber sie hat einen unbändigen Willen und gibt niemals auf.
Erstaunlicherweise gefällt mir auch der Verbrecher. Er führt die Polizei an der Nase herum, spielt mit ihr. Er ist so voller verrückter und genialer Ideen, dass sie ihn nicht fassen kann.
Und dann gibt es noch Anne aus „Krieg um den Mond“. Sie ist eine ganz normale Studentin aus einer deutschen Kleinstadt, aber das Schicksal hat ihr einen seltsamen Weg bestimmt. In ihrer Hand liegt die Zukunft unserer Welt. Das klingt verrückt, aber das Leben geht manchmal erstaunliche Wege – und Anne geht diese Wege unerschrocken mit.

9. Was bedeutet es für Dich, Deine Bücher selber zu verlegen?
Es bedeutet große Freiheit. Ich kann schreiben, was ich mag. Eben auch Dinge, wo ein Verlag abwinkt „unmöglich“. Ich kann meine Ideen sprudeln lassen, muss mich nicht an Konventionen halten und muss nicht darauf achten, dass es im Buchhandel in die richtige Schublade passt.

10. Was ist Dein nächstes Projekt?
Im Moment arbeite ich an der Fortsetzung von „Krieg um den Mond“. Danach haben viele Leser gefragt. Und tatsächlich, „Krieg um den Mond“ ist erst der Anfang einer noch unglaublicheren Geschichte. Die steckt so voller Ideen und Überraschungen, dass sie unbedingt geschrieben werden muss. Wenn alles klappt, wird sie im Januar erscheinen.
Gibt es eine Zehntausend….Fortsetzung?
Wenn genug Leser das möchten, werde ich kaum „Nein“ sagen können 🙂
Ellen und Hajo, ihr Erpresser, sind ein so ungewöhnliches Pärchen, dass es schade wäre, wenn man nicht noch mehr mit ihnen erleben könnte.

Ich danke Dir ganz herzlich für das Interview und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg.

Wenn Ihr noch nicht genug habt und mehr über die Bücher von Klaus Seibel erfahren wollt schaut doch mal unter http://www.kseibel.de nach.

         

[10 Fragen an…] Erasmus Herold

Heute gibt es Antworten auf meine 10 Fragen von Erasmus Herold. Sein erstes Buch für mich war „Und ich vergebe Dir nicht„. Ein Krimi in dem es um einen Serienkiller geht der in Gütersloh sein Unwesen treibt.

Heute erscheint sein zweiter Gütersloh Krimi „Und dein Lohn ist der Tod“ wieder mit der Kommissarin Sarah Berger. Ich habe es noch nicht gelesen bin aber sehr gespannt drauf und werde es mir auf jeden Fall holen.

1. Wer ist Erasmus Herold? Beschreibe Dich ein wenig selbst.
Wer bin ich? 44 Jahre alt, Ehemann und Familienvater zweier Töchter. Hauptberuflich arbeite ich als IT-Leiter in einem mittelständischen Unternehmen in Gütersloh

2. Was liest Du selber für Bücher?
Ich mag Science Fiction Geschichten und Krimis, insbesondere französische z.B. von Fred Vargas. Die sind tiefsinnig und geben dem Leser die Chance selbst zu ermitteln.

3. Welches ist Dein Lieblingsbuch?
Fred Vargas, die dritte Jungfrau hatte mir sehr gut gefallen.

4. Was machst Du wenn Du nicht schreibst?
Zeit mit der Familie verbringen, lesen, gelegentlich Laufen oder Squash.

5. Wie kamst Du zum Schreiben?
Hmmm, die damals erste Geschichte zu „Krontenianer – Rendezvous am Bogen“ hatte ich viele Jahre im Kopf und habe sie mit mir rumgetragen. Irgendwann, an einem Wochenende, habe ich mich hingesetzt und alles zusammengetragen. Ich war erstaunt, wie ausführlich meine Auflistung wurde und so begann die erste große Geschichte.

6. Wo holst Du Deine Ideen her?
Aus dem täglichen Leben. Vieles erlebt man in irgendeiner Form selbst im Alltag. Wenn ich schreibe (gerne spät Abends), dann ist das oft das einfache erfassen von Text, der sich über den Tag (oder die letzten Tage) bereits im Kopf zu einem Kapitel geformt hatte.

7. Wie kamst Du im speziellen auf die Idee zu Deinen Krimis?
Ich mag es, wenn ein Leser aktiv in die Geschichte einsteigen kann. Bei Krimis kann der Leser selbst die Spur aufnehmen und seine eigenen Ideen hinsichtlich des Täters entwickeln. Ich mag das und ich finde es toll, wenn ich als Autor tolle und hochwertige Fährten auslegen kann und es nicht im letzten Satz heißt: der Gärtner war der Mörder 🙂

8. Welche Figur in Deinen Krimis liegt Dir besonders am Herzenund Warum?
Sarah Berger, auf jeden Fall. Warum? Erst einmal, weil sie eine Frau ist und damit zweifelsohne anders als ich. Ich finde es spannend an dieser Stelle eine Protagonistin auszuarbeiten in die ich mich selbst auch nur bedingt hineinversetzen kann. Im realen Leben unterstützen mich zwei Personen mit einem ersten Lektorat in der Form, dass sie den Text lesen und sich mir mir kritisch an Problemstellen reiben sollen. Bewusst habe ich hierfür einen Mann und eine Frau gewählt, um immer beide Sichtweisen als Rückmeldung separieren zu können.

9. Was bedeutet es für Dich Dein zweiotes Buch veröffentlicht zu sehen?
Der Krimi „Und dein Lohn ist der Tod“ ist nun im Handel und das ist natürlich ein tolles Gefühl. Mein Verlag (Niemeyer Verlag in Hameln) hat sich bewusst dafür entschieden, den neuen Krimi nicht als regionalen Krimi erscheinen zu lassen, sondern im gesamten deutschsprachigen Raum, also auch in Österreich und der Schweiz.

10. Was ist Dein nächstes Projekt? Wird es mit Sarah Berger weiter gehen oder wird es etwas ganz Anderes geben?
Das ist sehr gut denkbar 🙂 Beide Krimis sind von Grund auf unterschiedlich.

Das erste Buch „Und ich vergebe dir nicht“ erzählt eine sequenzielle Geschichte, die Morde geschehen nacheinander, es gibt zeitlich Vor- und Rückblicke. Im zweiten Krimi „Und dein Lohn ist der Tod“ geht es um vier Gesellschafter, die gemeinsam ein Unternehmen für erneuerbare Energien betreiben. Anstatt sich um ihr marodes Unternehmen zu kümmern, verlieren sie sich in Streitereien untereinander oder Auseinandersetzungen zu ihren Frauen und Freundinnen. So gibt es acht Protagonisten, die werden in einen Topf geworfen und müssen in dieser Geschichte miteinander agieren. Das wird nicht gut enden. 🙂

Leseprobe und meinen Onlineshop für Buchbestellungen auch mit Widmung oder als Geschenk finden die Leser unter: www.ErasmusHerold.de

Ganz lieben Dank für dieses ausführliche Interview.
Erasmus Herold

Ich danke Dir und wünsche Dir viel Erfolg 😉

    

[10 Fragen an…] Amanda Frost

Das Buch „Gib mir meinen Stern zurück“ von Amanda Frost (-> Rezension) habe ich verschlungen. Es hat so was erfrischendes. Etwas wo man nicht nachdenken muss und einfach drauf los lesen kann. Ein Frauenroman der einen Touch von Fantasy enthält und bei dem auch die Erotik nicht zu kurz kommt. Für mich eine perfekte Abwechslung zu den Thrillern und Dystopien die ich sonst lese.
Netterweise hat sich Amanda meinen 10 Fragen an sie gewidmet.

Wer ist Amanda Frost? Beschreib Dich ein wenig selbst 😉
Gute Frage! Bis vor Kurzem war ich noch weltweit im Marketing und der Logistik großer Unternehmen tätig und lebte in der Schweiz. Nun wohne ich in München und schreibe Liebesromane. Und ich muss euch sagen, mein momentanes Leben ist klasse.
Was gibt es sonst noch über mich zu sagen? Ich bin ein weltoffener Mensch, der das Leben genießt und sich gerne mal über spießige Verhaltensmuster und Konventionen hinwegsetzt. Viele Hobbys habe ich ehrlich gesagt nicht. Ich lese für mein Leben gerne. Und ich liebe gutes Essen, wobei ich zugegebenermaßen eine Niete im Kochen bin. Doch glücklicherweise gibt es im Großraum München Unmengen toller Restaurants.
Des Weiteren treffe ich mich gerne mit Freunden und liebe das Reisen. Ach ja, eine kleine Schwäche von mir und meinem Mann: Wir zocken für unser Leben gerne. Warum es uns häufig nach Las Vegas verschlägt. Dummerweise blieb der Jackpot bisher jedoch aus.

Was liest Du selber für Bücher?
Kaum ein Buch ist vor mir sicher. Sei es Psychothriller, Krimi, Liebesroman, Fantasy. Nur um Biografien mache ich im Normalfall einen großen Bogen. Zu viele Details aus dem Leben fremder Menschen interessieren mich einfach nicht. Da studiere ich doch lieber die Personen in meiner Umgebung.

Welches ist Dein Lieblingsbuch?
Gibt es nicht. Ich liebe Stephen King und Ken Follett genauso wie Lara Adrian, Nora Roberts oder Susan Elizabeth Phillips. Und in letzter Zeit habe ich auch herausgefunden, dass es ganz tolle deutsche Schriftsteller gibt. Daher fällt es mir schwer, mich auf ein einziges Buch festzulegen.

Was machst Du wenn Du nicht schreibst?
Dann mache ich die schöne Stadt München unsicher, die Biergärten, Restaurants und die tollen Läden der Innenstadt. Oft unternehme ich auch mit meinem Mann Ausflüge ins Münchner Umland. Oder wir besuchen Freunde, die dummerweise über die ganze Welt verteilt sind, was Kontakte manchmal nicht gerade einfach macht.

Wie kamst Du zum Schreiben?
Schon als Kind war bei mir eine starke Affinität zu Büchern vorhanden. Später habe ich ein paar Jahre im Marketing eines Industrieunternehmens für eine interne Zeitung Reportagen verfasst. Und als ich mir bei einem Motorradunfall vor ein paar Jahren das Handgelenk gebrochen habe, war Schreiben eine gute Übung, um die Finger wieder beweglich zu bekommen. Außerdem war mir zu dieser Zeit fürchterlich langweilig, und so ist das erste Buch entstanden …

Wo holst Du Deine Ideen her?
Meistens diskutiere ich darüber mit meinem Mann und Freunden. So eine Art Brainstorming, bis jemand die ultimative Idee hat.

Wie kamst Du im speziellen auf die Idee zu Gib mir meinen Stern zurück?
Ich war auf der Suche nach einem ausgefallenen Plot, bis ein Bekannter auf die Idee eines fremden Planeten mit Frauennotstand kam. Doch die Vorstellung, die komplette Handlung ins Weltall zu verlagern, gefiel mir nicht. Daher ließ ich die Außerirdischen auf der Erde Einzug halten. Und um es nicht zu Science-Fiction-lastig werden zu lassen, habe ich nicht bahnbrechende Technologien erfunden, sondern die Flora und Fauna eines fremden Planeten. Und es hat mir einen Heidenspaß bereitet, ein paar Tiere zu kreieren, die es so bisher nicht gab. Es gibt übrigens weitere süße Vierbeiner in Teil 2.
Obendrein lag es von Anfang an in meiner Absicht, ein Buch für Frauen zu schreiben, die noch träumen können. Ich wollte etwas zu Papier bringen, was jede von uns erleben möchte. Ein bisschen Glück und Liebe in einer oftmals doch eher trostlosen Welt. Das Leben der meisten Frauen ist heutzutage schwer genug. Wenn jemand mein Buch nach 380 Seiten aus der Hand legt und es ihm danach ein wenig besser geht, habe ich mein Ziel erreicht.

War von Anfang an ein Mehrteiler geplant oder ergab sich das beim Schreiben?
Geplant war ein Zweiteiler. Doch da die Resonanz auf das Buch durchweg positiv ist, tendiere ich momentan zu einem Dreiteiler.

Wie kamst Du auf die Idee „Außerirdische“ als Figuren zu wählen?
Wie schon erwähnt, es sollte etwas Ausgefallenes sein. Vampire, Dämonen, Gestaltenwandler und Werwölfe gibt es zur Genüge. Daher die Außerirdischen. Was natürlich auch ein gewisses Risiko barg, da mir die großen Verlage prognostizierten Frauen und Außerirdische funktioniert nicht. Aber aller Unkenrufe zum Trotz, bisher scheinen die Mädels meine Aliens zu lieben.

Was ist Dein nächstes Projekt?
Momentan beende ich Teil 2 der Siria-Reihe und habe bereits Teil 3 in Angriff genommen. Obendrein liegen in meiner Schublade zwei weitere angefangene Manuskripte. Nun muss ich mich nur noch entscheiden, was ich nach der Siria-Triologie zuerst angehen werde. Einen eher normalen Liebesroman oder eine weitere Geschichte mit einem Hauch Fantasy.

Vielen Dank, Amanda, das Du Dir die Zeit genommen hast

[10 Fragen an…] Horus Odenthal

Heute darf ich Euch anlässlich der Blogtour Horus Odenthal vorstellen.

Sein Buch Ninragon 1: Die standhafte Feste  ist gerade im Finale für den Deutschen Phantastikpreis. Einen Link zum Abstimmen findet ihr weiter unten im Interview 😉

Wer ist Horus Odenthal?
Ich bin (wenn man die Region nicht ganz so eng fasst) im Rheinland geboren und lebe noch immer dort, obwohl ich auch eine starke Verbindung zum Südwesten der USA habe, besonders Kalifornien und Arizona. Ich war schon sehr oft und regelmäßig da, Freunde von mir wohnen dort, und ich habe einfach eine Leidenschaft für die Weite der Landschaft und überhaupt den Zauber dieser Region, der sich nur schwer in Worte fassen lässt. Ich liebe die Wüste.
Ich habe mir schon immer Geschichten ausgedacht, und habe das so bald ich konnte zu meiner Hauptbeschäftigung gemacht. Meine erste Karriere war die eines Comiczeichners und -Autors. Ich habe lange Zeit Comics gezeichnet und geschrieben, die hier in Europa und in den USA Comics veröffentlicht wurden. Einige wurden für Preise nominiert, einige Preise bekam ich dann auch, z.B. für „Schattenreich“ den ICOM Independent-Preis für das beste Comic des Jahres. Irgendwann habe ich aus einer inneren Notwendigkeit das Medium gewechselt und schreibe jetzt Romane.
Neben Büchern mag ich Musik und Filme, habe lange Zeit selber Musik gemacht, singe noch immer gern, wobei sich momentan meist mein Publikum auf meine Zwillingstöchter beschränkt, als Ergänzung ihrer musikalischen Geschmacksbildung. (Ihre Lieblingslieder sind: „I love Rock’n’Roll von Joan Jett die eine, die andere schwankt zwischen „Little Lionman“ von Mumford & Sons und „Jesse James“ in der Version von Springsteen. Gar nicht so schlecht für 5 Jahre, finde ich.)
Ansonsten engagiere ich mich neben meinem Schreiben und meinen Vaterfreuden für Qindie, das Qualitätslabel und Netzwerk für Independent-Autoren, weil ich das für eine Idee halte, die einfach fällig ist, um dem Autoren seinen alten Status und Selbstverständnis zurückzugeben. Autoren müssen wieder frei und künstlerisch selbstbestimmt agieren können. Dafür setze ich mich mit Qindie ein.

Was liest Du selber für Bücher?
Das hat immer wieder gewechselt. Oft war es stark durchwachsen und von keinem Gefühl einer Trennung von Genre und wie immer man die angebliche Nicht-Genre-Literatur oder „Hochliteratur“ sonst auch nennen will. In meiner Jugend habe ich viel Phantastisches, SF und Fantasy, gelesen, durchwachsen mit Sachen wie James Joyce, Alfred Döblin, Flaubert … Die Liste wäre zu lang, um sie hier aufzuführen. Aber was auch so herauskommt, ist, dass ich nie einen Unterschied gemacht habe zwischen dem, was Kulturapostel als Hochliteratur apostrophieren und dem, was für sie Genre und „Igitt“ ist. Tatsächlich weiß ich auch noch immer nicht, warum man da eine Grenze ziehen soll und wo der Unterschied liegt. Licht und Schatten gibt es in beiden Bereichen. Momentan lese ich hauptsächlich Phantastisches, weil das sich mit meinen Schreibinteressen deckt und es so viel zu lesen gibt, dass man einfach nicht alles verfolgen kann. Auch hier gibt es wieder eine Menge Leute, die ich mag. C.J. Cherryh, Richard Morgan, Iain Banks, die frühen Sachen von Dan Simmons, William Gibson, Sterling, Leigh Brackett, R. Scott Bakker, Joe Abercrombie … Die Liste ist endlos.
Zur Fantasy hat mich die neue Welle dieses Genres zurückgebracht, die man meist mit „gritty“ (was ich nicht treffend finde) umschreibt. Ich finde reifer und moralisch uneindeutiger, vielschichtiger, realistischer und solche Bezeichnungen nähern sich da eher an. Diese Sachen habe ich allerdings erst entdeckt, als ich schon mitten im Schreiben meiner eigenen Fantasy-Stories war. Dabei habe ich dann herausgefunden, dass ich nicht allein mit dem Versuch war, dem Genre, das ich einmal sehr gemocht hatte, neue Qualitäten abzugewinnen. Das waren dann Autoren wie R. Scott Bakker, Richard Morgan, Joe Abercrombie, Glen Cook, Steven Erikson, Paul Kearney und Konsorten.

Welches ist Dein Lieblingsbuch?
Das ist schwer. Ein Lieblingsbuch gibt es eigentlich nicht. Dazu gibt es zu viele Bücher. Außerdem ändert sich das ständig. Ich schreibe mal auf, was mir so in den Kopf kommt, ohne dass das irgendeinen Anspruch auf in Stein gemeißelte Gültigkeit hat: die Neuromancer-Trilogie von William Gibson, „Königliche Hoheit“ von Thomas Mann, „Das Unsterblichkeitsprogramm“ von Richard Morgan, „Imagica“ von Clive Barker, „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin, „Der Weg nach Sinharat“ von Leigh Brackett, „Glastonbury Romance“ von John Cowper Powys … Und wenn ich die Liste lese, habe ich den Eindruck, dass ich die wesentlichen Sachen mal wieder vergessen habe. Und dass die meisten Leute, das Zeug, das ich da aufschriebe wahrscheinlich nicht kennen. Es fallen aber immer eigentlich bei dieser Frage die ungewöhnlichen Sachen ein. Und es sind eigentlich immer andere Bücher, Sätze, Passagen, die einen verzaubern. Wahrscheinlich muss man sagen, dass ich ein intensives Liebesverhältnis mit der ganzen Literatur habe und in diesem Bereich nicht zur Monogamie tauge.
Elmore Leonard habe ich vergessen. Ganz wichtig! Er ist eigentlich für Krimis und Thriller bekannt, von denen viele verfilmt wurden (Out of Sight, Schnappt Shorty, Be Cool etc.), aber mein Lieblingsbuch von ihm ist ein Western: „Gunsights“. Der ist so knapp, so lakonisch, so treffend, danach traut man sich eigentlich gar nicht mehr selber zu schreiben, so sehr hat Leonard mit einfachen Worten Charaktere, Stimmungen, Landschaften auf den Punkt gebracht.

Was machst Du, wenn Du nicht schreibst?
Viel Zeit mit meiner Familie verbringen, meiner Frau, meinen Töchtern. All die Sachen machen, die für den Aufbau von Qindie wichtig sind und zu denen ich da tauge; alles was gerade anliegt und allgemein die Fahne hochhalten. Lesen. Musik hören. Filme und vor allem – gute, und nur die richtig guten – Serien anschauen. Meine Lieblings-TV-Serien sind „Sons of Anarchy“, „The Shield“, „Breaking Bad“, „Deadwood“ etc. Auch hier ließe sich die Liste fortsetzen.

Wie kamst Du zum Schreiben?
Wie ich schon sagte: Geschichten erzählt habe ich eigentlich immer, nur eben über lange Zeit im Medium Comics. Ich habe aber daneben auch immer Literatur und Bücher geliebt, so dass es immer in mir der Reiz gärte, auch mal etwas ohne Bilder, nur mit Worten zu erzählen. Sprache nahm ohnehin immer einen wichtigen Raum in meinen Comics ein. Irgendwann kristallisierte sich als das nächste Projekt, dass ich gerne machen wollte, eine Geschichte heraus, von der mir beim Nachdenken immer klarer wurde, dass ich große Schwierigkeiten dabei haben würde, sie als Comic zu realisieren. Es war eine Science-Fiction-Geschichte, die sehr komplex und daher auch ziemlich lang werden sollte. Zum einen hätte ich ewig gebraucht (10, 15, 20 Jahre) sie als Comic zu realisieren, außerdem gab es ÜBERHAUPT keinen Markt für so etwas. Und als ich dann darüber nachdachte, bemerkte ich außerdem noch, dass ich es satt hatte, einen kleinen Teil meiner Zeit in das Ausdenken und Schreiben von Geschichten zu stecken und dann über einen ewigen Zeitraum im Zeichnen des Ganzen festzustecken, während in mir schon längst eine Unzahl neuer Geschichten wuchs.
Also habe ich mich hingesetzt und angefangen einen Roman zu schreiben. Daraus ist, im zweiten Anlauf und nach gründlicher Überarbeitung meiner ersten tastenden Versuche, „Hyperdrive – Mantikor erhabt sich“ entstanden.

Wo holst Du Deine Ideen her?
Von überall her. Motive, die durch andere Bücher angeregt wurden. Zum Beispiel weil ich sie interessant fand, sie aber nur angekratzt wurden. Bilder, die sich in deinem Geist festsetzen. Aus Songs, aus Filmen. Manchmal springt einen aus zwei, drei Songzeilen etwas an und nimmt als eine Figur Gestalt an. Schlechte Bücher, schlechte Filme, die aber genau einen Funken haben, der einen fragen lässt: Warum hat der Autor, der Drehbuchschreiber, Regisseur nicht genau dies und jenes gemacht? Das wäre doch interessant. Leute, denen du begegnest, die irgendetwas in sich tragen, das nach einer Geschichte schreit.
Aber vor allem die eigenen Geschichten. Irgendetwas bleibt immer aus einer abgeschlossenen Story übrig, ein Gedanke, eine Idee, die danach ruft, weiter verfolgt, weiter ausgeführt zu werden.

Wie kamst Du im speziellen auf die Idee zu Ninragon?
Am Anfang stand die Frage, wie ein Fantasy-Roman aussehen müsste, der mir gefiele, den ich gerne lesen, den ich gerne schreiben würde. Ich hatte über lange Zeit hinweg immer erste Seiten und Klappentexte gelesen und alles erschien mir abgestanden und lau. Schon wieder ein dunkler Herrscher. Oh, diesmal eine Herrscherin, wie originell … Ein Knabe der Prophezeiung. Was müssen sie denn diesmal finden, damit alles gut wird, Schwerter, Ringe, Butterbrotsdosen? Da gab es die edlen Recken, gute Könige, finstere Schurken. Alles, was es im richtigen Leben eigentlich nicht gibt. Und woran ich nicht glaube. Jeder trägt alles in sich. Wenn du dir noch einmal die Liste meiner Lieblings-TV-Serien anschaust, dürfte dir klar sein, warum die Fantasy der 90er und danach für mich nicht funktionierte und mir keinen Reiz bot.
Und dann stand da ganz plötzlich und unvermittelt die Anfangspassage von „Ninragon“ auf dem Papier. Als ich sie mir am nächsten Tag dann noch einmal anschaute, wusste ich, das war die Geschichte, die ich erzählen wollte.

Welche Figur von Ninragon liegt Dir besonders am Herzen? Und Warum?
Natürlich sind da zuallererst Auric und Darachel. Aber ganz ehrlich: Ich mag Jag. Aurics Landsmann und Kampfgefährten aus dem Norden. Genau wie Auric als Barbar abgestempelt, aber anders als Auric, der mehr will, der anderes will, der gespalten ist, lebt Jag das, was er ist und was er tut, aus ganzer Seele. Er ist ein „Junge vom Land“, der in die Stadt kommt und Slang spricht, der so gar nicht manieriert sondern gerade heraus ist. Jag höre ich jederzeit reden, ich höre seine Stimme, die Melodie seiner Sätze. Ein paar Worte, und ich weiß ich habe ihn getroffen; so redet er. Er lebt für mich. Fast ist es, als würde er beim Schreiben neben mir stehen.
Einige meiner Lieblingsdialogsätze stammen natürlich von Jag.

Was bedeutet für Dich der Phantastikpreis?
Die Nominierung für den Deutschen Phantastik Preis ist eine tolle Sache. Sie hat mich vollkommen überrascht und überwältigt. Dass ich als Inide-Autor (frei von einem Verlag) und mit einem eBook in die Hauptrunde komme, ist großartig. Für mich, als Bestätigung meines Schreibens, für mein Buch, das mein „Kind“ ist und das mir sehr am Herzen liegt, in das ich so viel Zeit, so viele Gefühle, so viel meiner Energie investiert habe, in dem so viel von mir drinsteckt. Es ist großartig, dass Leute das entdecken, würdigen und dem mit ihrer Stimme eine Nominierung als „Bestes deutschsprachiges Romandebüt“ und „Beste Serie“ verschaffen. So viel von mir liegt in diesem Roman und das ist eine tolle Rückmeldung und ein tolles Geschenk meiner Leser.
Wichtiger finde ich aber noch das Zeichen, das damit gesetzt wird. Mit mir nominiert sind Bücher großer Verlage, die mit eine Riesenbudget in die Buchhandlungen und auf die „Bestsellertische“ gedrängt wurden. Eigentlich haben in den letzten Jahren immer die gleichen Namen und die gleichen Verlage abgeräumt. Vor allem immer wieder die „Publikumsverlage“. Das mein Buch jetzt dort steht, ohne Riesen-Marketing-Maschine veröffentlicht, von einem Indie, als eBook, ist ein Zeichen, das etwas beginnt sich zu verändern. Indies, freie, selbstbestimmte Autoren werden mit ihren Werken wahrgenommen. Das ist das wofür wir genau bei Qindie arbeiten, wofür wir uns einsetzen. Es gibt Qualität jenseits der von den Verlagen geschaffenen Trends, jenseits der schmalen Palette, dessen, was als kommerziell genug angesehen und bei Autoren in Auftrag gegeben wird, damit der Leser dann nur zwischen 50 Schattierungen von Rot oder Grün (oder Grau) entscheiden darf.
Der Wind dreht sich zugunsten dessen, was Autoren von sich heraus zu bieten haben, der Vielfalt dessen, was der Phantasie entspringen kann und was Leser als Lektüre genießen wollen.
Wenn Ninragon den Preis gewinnen würde, wäre das ein starkes Zeichen für einen großen, vielfältigen Buchmarkt, der von der Kreativität und der Phantasie bestimmt wird und nicht allein von Marketingkonzepten.
Wenn euch also „Ninragon“ ebenso gefällt und ihr diese Sache unterstützen wollt, stimmt ab. Ninragon braucht jede Stimme. Zur Abstimmung in der Hauptrunde geht es hier: http://dontapir.de/dpp/ Ich bedanke mich bei allen, die mein Buch so weit gebracht haben und bei allen, die noch ihre Stimme für mein Buch abgeben.

Was ist Dein nächstes Projekt?
Nach einigen dringend anliegenden Arbeiten und der Blogtour werfe ich mich auf die Zielgerade von „Homunkulus“. In gewissem Sinne ist es eine Fortsetzung der Ninragon-Trilogie, da es ein paar Jahre nach dem Ende von Ninragon spielt und viele Fragen beantwortet, was den Rest der Welt betrifft. Ninragon erzählt die Geschichte von Auric dem Schwarzen, aber in dieser Welt passieren umwälzende Veränderungen, die über die Geschichte dieses einen Menschen hinausgehen. „Homunkulus“ zeigt, was im Rest der Welt geschehen ist, nachdem bei der Geschichte von Auric dem Schwarzen die Klappe fällt.
Gleichzeitig ist die Geschichte diesmal aber auch ganz anders. Sie spielt in einer einzigen Stadt und ist nicht Epic Fantasy, gar nicht episch und großangelegt, sondern überschaubarer. Es ist eine Mischung zwischen einen Cop-Thriller, also einem harten Krimi um Polizeifeldzüge und Ermittlungen, und dem Fantasy-Hintergrund, wie man ihn schon aus Ninragon kennt. Auch dort kamen ja schon einige Organisationen vor, die der Polizei unserer Welt entsprechen, die Reichsgarde, die Miliz und nicht zuletzt der Geheimdienst der „Kutte“. Es geht um Intrigen der Nichtmenschen, Bandenkriege in einer besetzten Stadt und eine hartgesottene Milizionärin, die zwischen die Fronten gerät. Wer Ninragon mochte wird hier viele Stränge aufgegriffen finden und zugleich einen ganz neuen Teil dieser Welt entdecken können.

Horus, ich Danke Dir für die so ausführliche Beantwortung meiner Fragen. Ich drücke Dir die Daumen beim Phantastikpreis und bin schon ganz gespannt ob Du es auf den ersten Platz schaffen wirst.

Für meine Leser, mehr über Ninragon erfahrt ihr auf der Seite von Horus Odenthal: http://horus-w-odenthal.de/2.html.
Hier geht es zur Abstimmung des Deutschen Phantatstik Preis: http://dontapir.de/dpp/
und wer mehr über Qindie erfahren möchte kann sich hier informieren: http://www.qindie.de/

Hier geht es morgen weiter mit der Entstehungsgeschichte von Ninragon: Leona Watts

[10 Fragen an…] Autorin Janet Clark

Heute darf ich Euch Janet Clark vorstellen.

Ich kenne sie als Autorin seit Ich sehe Dich letztes Jahr (2012) erschien. Ein Thriller in dem es um häusliche Gewalt geht. Ebenfalls in 2012 kam auch ihr Jugendthriller Schweig still, süßer Mund raus. Dieses Jahr konnte sie schon mit Rachekind aufwarten und im März erscheint Sei lieb und büße.

Wie ihr seht ist sie ganz schön fleißig und ich mag sowohl ihre Thriller wie auch ihre Jugendthriller sehr gerne. Rachekind ist mein Highlight diesen Monat und ich kann es jedem Thrillerfan nur empfehlen!!

Wer ist Janet Clark?
Hmm. Schwere Frage – denn Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung liegen oft weit auseinander. Je nachdem, wen man fragt, könnte die Antwort lauten: liebevoller Familienmensch; leidenschaftliche Thrillerautorin;  nachtaktives Energiebündel; unverbesserlicher Workoholic; geduldete Ewigzuspätkommerin oder zuverlässige Freundin…

Was liest Du selber für Bücher?
Derzeit vor allem Thriller und Jugendbücher, da ich in diesem Genre schreibe. Allerdings lese ich auch gerne andere Bücher, querbeet durch die literarische Landschaft, zumeist auf Empfehlung oder weil mich das Thema interessiert.

Welches ist Dein Lieblingsbuch?
Ein Lieblingsbuch gibt es nicht, aber viele Bücher, die mich stark beeindruckt haben. Bei meiner Top-10-Liste sind zwei Bücher aus meiner Kindheit und Jugend sehr weit vorne: „Die Kinderkarawane“ von Ann Rutgers und „Exodus“ von Leon Uris. Die letzten beiden Bücher, dich mich schon allein durch ihre unglaubliche Sprache absolut begeistert haben, waren: „Adams Erbe“ von Astrid Rosenfeld und „Der Mann aus Zelary“ von Kveta Legátová.

Was machst Du wenn Du nicht schreibst?
Vorrangig kümmere ich mich um meine Familie und die alltäglichen Zeitfresser-Dinge, die das Leben so mit sich bringt. Außerdem versuche ich, regelmäßig Sport zu treiben. Dazu verabrede ich mich meist mit Freundinnen, da ich mich sonst nicht vom Schreibtisch loseisen würde und so beim Sport auch gleich ein wenig über das Leben außerhalb meines Arbeitszimmers unterrichtet werde. Ansonsten lese ich natürlich viel, aber das gehört als Autorin zum Schreiben.

Wie kamst Du zum Schreiben?
Über das Erzählen und auf Drängen meiner Mutter, die sich schon seit Jahren für die Geschichten begeistern konnte, die ich meinen Kindern beim Joggen und Wandern erzählte oder ihr zum Geburtstag schenkte. Auf ihre Aufforderung hin habe ich bei einem Schreibwettbewerb mitgemacht, den zweiten Preis gewonnen und  wurde veröffentlicht. Der Weg von dieser Kurzgeschichte bis zu meinem ersten Roman war sehr lang und beschwerlich, aber ohne diese Veröffentlichung hätte ich ihn erst gar nicht eingeschlagen.

Wo holst Du Deine Ideen her?
Aus dem echten Leben. Ich sehe, höre oder erlebe etwas, das mich so nachhaltig beschäftigt, dass ich es in einer Geschichte verarbeiten möchte. Manchmal schnappe ich in der Trambahn Satzfragmente auf und habe sofort einen Film vor Augen – das wird dann natürlich kein Buch, aber meine Fantasie spinnt aus den kleinsten Fäden die absurdesten Geschichten. Deshalb wollten meine Kinder beim Zubettbringen ab einem bestimmten Alter lieber Reizwortgeschichten hören, als die Kinderbücher das 57. Mal vorgelesen zu bekommen. Jeder durfte drei Wörter einbringen und ich musste eine Geschichte daraus basteln. Das war wohl gutes Training.

Wie kamst Du im speziellen auf die Idee zu Rachekind?
Ich habe eine wahre Geschichte gehört, die mich ein Jahr nicht losgelassen hat. Ähnlich dem Drei-Wort-Reizgeschichten-Prinzip habe ich daraus schließlich einen 500-Seiten Thriller entwickelt.

Welche Figur von Rachekind liegt Dir besonders am Herzen?
Steve. Mit ihm habe ich am meisten gelitten. Und natürlich Hanna und Lilou – meine Tochter war in der Schreibphase immer in einem ähnlichem Alter und manchmal habe ich „Milena“ anstelle von Lilou geschrieben oder meine Tochter Lilou gerufen …

Als Nächstes kommt ja Dein neuer Jugendthriller: Sei lieb und büße raus. Ist der Genrewechsel nicht schwer oder gibt es da keinen Unterschied weil es ja Beides Thriller sind, wenn auch in verschiedenen Altersgruppen?
Es ist ein Unterschied. Die Themen, das Alter der Protagonisten, die Sprache, die Darstellung von Gewalt etc. Meine Zielgruppe sind Jugendliche ab 14, die haben eine andere Lesevorgeschichte als 25- oder 40-jährige LeserInnen. Um nach einem Erwachsenentrhiller wieder den richtigen Ton zu finden, lese ich viele Jugendthriller.

Was ist Dein nächstes Projekt?
Wieder ein Jugendthriller, wieder zu einem sehr aktuellen Thema und er ist sehr ungewöhnlich im Aufbau, was viel Spannung verspricht, ohne brutal sein zu müssen.

Vielen lieben Dank an Janet, das Du Dir die Zeit für meine Fragen genommen hast. Wenn ihr nun gerne ihre Bücher haben möchtet, dann einfach auf die Bilder klicken und Schwupps seid ihr beim großen Fluss um mehr zu erfahren.