[Rezension] Alex Rühl – Ohne Netz

Alex Rühl
Ohne Netz: Mein halbes Jahr offline
ISBN 978-3-608-94617-8
Gebundene Ausgabe
17,95 €
Erschienen bei Klett-Cotta

Inhalt:
Alex Rühle überlebte ein halbes Jahr ohne Internet und E-Mail – Bericht eines Selbstversuchs.

Früher hat Alex Rühle abends sein Blackberry auf dem Schuhschrank deponiert, damit er vor dem Zubettgehen schnell noch heimlich E-Mails checken konnte. Jetzt bleibt ihm nichts übrig, als live im eigenen Gehirn zu googeln, denn er ist für ein halbes Jahr offline und schreibt darüber ein Buch. Begleiten Sie ihn auf seine Abenteuerreise in die analoge Welt!

»Was Rühles unterm Strich fortschrittsfreundliches Buch so angenehm macht, ist seine zweifelnde, selbstironisch, ständig abwägende Grundhaltung.«
Welt-Online (www.welt.de), 18.7.10

»War ein eher ruhiger Tag: 68 Mails im Eingang, 45 geschrieben. Ich mach den Rechner aus, zieh meine Jacke an, stell mich in den Aufzug und denke: ›Harakiri. Gute Nacht, du schöne Welt.‹«

Alex Rühle ist ein erfolgreicher Journalist, er kommt ganz schön rum, ist glücklich verheiratet und hat zwei Kinder und er ist süchtig. Er ist ein Internet-Junkie. Kein Extremfall, nicht mal die Ausnahme. Er ist gerade so abhängig wie Sie und ich es sind, nur dass wir es nicht immer wissen. Doch Alex Rühle weiß es und macht Ernst: Ein halbes Jahr wird digital gefastet, und das Leben als Journalist und Vater muss offline weitergehen. Dabei ist das Porträt einer Zeit entstanden, in der alles immer schneller geht und man doch keine Zeit hat, und in der das Allein-Sein zur Tortur geworden ist.

»Alles abschalten! Dieses kluge und lustige Buch lesen! Danach weiß man, welches Netz man im Leben wirklich braucht.«
Doris Dörrie

Meine Meinung:
Alex Rühle startet den Selbstversuch und geht offline, in seinem Tagebuch kann man lesen wie gut oder auch teilweise schlecht er es schafft, wann und aus welchem Grund er rückfällig wird und welche Schwierigkeiten es im Alltag gibt wenn man offline ist. Gerade als Journalist. Der Schreibstil ist flüssig und trotz der Tagebuchform lässt es sich gut und flüssig lesen. Ich finde es höchst interessant mit welchen Schwierigkeiten Alex Rühle zu kämpfen hat, wie er sie bewältigt und das es anscheinend ohne Internet heutzutage so gut wie gar nicht mehr geht. Teilweise habe ich mich selber wiedererkannt (zum beispiel das man wenn man im Internet schnell mal was machen will eintaucht und noch hier und da schaut) ein Phänomen das glaube ich jeder kennt. Ein halbes Jahr ganz ohne Internet könnte ich mir kaum vorstellen, wie sollte ich dann meine Rezis schreiben? Meinen Blog pflegen etc. aber ein interessanter Selbstversuch ist es allemal und Hut ab das Alex Rühle es meiner Meinung nach so gut geschafft hat. Die ganze Zeit überlegte ich wie es für ihn wohl sein wird wieder online zu sein, die Frage stellte er sich selber in dem halben Jahr und wird zum Schluss auch beantwortet. Ein Buch das beweist das ein Leben ohne Internet kaum noch in allen Lebenslagen möglich ist aber auch zeigt das man es versuchen sollte und wenn es nur dafür ist sich selber zu zeigen das man es kann.



Vielen Dank an den Klett-Cotta Verlag