[Rezension] Katherine McGee – Beautiful Liars 1: Verborgene Gefühle

 Katherine McGee
Beautiful Liars 1: Verborgene Gefühle
Band 1

ISBN 978-3-473-40153-6
Hardcover
17,- €
Übersetzerin: Franziska Jaekel
ab 14 Jahren
Erschienen bei Ravensburger
Leseprobe

Inhalt:
New York im Jahr 2118. Es gibt kaum noch Menschen die Außerhalb von Riesen Wolkenkratzern leben. 1000 Stockwerke hoch. Je reicher man ist umso höher lebt man in diesen Gebäuden.
So auch Avery. Sie residiert mit ihrer Familie ganz oben in einem Penthouse unter dem Dach. Als Schülerin muss sie noch nicht arbeiten und gibt mit Vergnügen das Geld ihrer reichen Eltern aus. Doch auch sie weiß das Geld alleine nicht glücklich macht, vor allem wenn man nicht mit dem Menschen zusammen sein kann, den man liebt. So verheimlicht sie ihren Freundinnen ihre Liebe zu Atlas, ihrem Stiefbruder ohne zu ahnen das die Geheimnisse der anderen noch viel brisanter sind.

Meine Meinung:
Auf Beautiful Liars wurde ich durch die Reading Challenge von Ravensburger bei Lovelybooks aufmerksam. Ein Buch das zunächst nach viel Society klingt doch irgendwie viel mehr ist.

Spannend an der Story finde ich das alle in einem großen Komplex wohnen. Alles gibt es dort, alle Schichten leben dort. Entweder ohne finanzielle Sorgen oder auch am Rand der Armut. Ganz wie eine Stadt in nur einem Gebäude. Hinzu kommt die Technologie die viel viel weiter ist als Heutzutage. So ist man von New York in 3 Stunden in Paris. Faszinierend und teilweisse erschreckend zugleich

Erst einmal musste ich mich in dieser Welt zurecht finden, doch als ich mich daran gewöhnt hatte ging das Lesen ganz von selbst. Es ist eine Geschichte voller Lügen und Geheimnisse und doch sehr fesselnd. Es ist keinesfalls eine oberflächliche Geschichte, auch wenn man das auf Grund des Plots denken könnte. Hier gibt es viele gute und ungünstige Konstellationen, die das Lesen interessant gestalten. Außerdem so viele Fragen die aufgeworfen werden, das man sehr neugierig auf das Ende ist und wie sich alles fügt.
Meine Angst war ein wenig das es nicht wirklich Aufklärungen geben wird, auch weil ein weiterer Band schon im nächsten Jahr erscheint, doch diese Befürchtung war unbegründet. Ich finde es wird das Wichtigste aufgeklärt und man kann den nächsten Band lesen, muss es aber nicht.

Die Figuren sind von unterschiedlicher Herkunft.
Da sind Avery und Atlas die Stiefgeschwister und der Mittelpunkt der Geschichte. Irgendwie dreht sich alles um sie oder um Freunde von den Beiden. Während ich Atlas als recht bodenständig erlebte empfand ich Avery so ein wenig abgehoben und oberflächlich. Es gibt nur eins wo sie wohl recht „normal“ ist und das ist wenn es um ihre Gefühle geht, doch auch da gibt es diese Besonderheit das es Atlas ist.
Leda und Eris sind die besten Freundinnen von Avery. Gegenseitig können sie sich wohl nicht so gut leiden, doch Avery mag Beide. Leda wirkt recht kaputt. Sie fällt so ein wenig in die Kategorie armes verwöhntes Mädchen das abstürzt. Eris muss gleich zu Beginn mit harten Schlägen klar kommen, die sie aber stärker macht.
Cord gehört zu Averys Clique und zu der besseren Gesellschaft. Doch das alles ist ihm gar nicht wichtig. So empfand ich ihn als sehr bodenständig und auch sympathisch.
Wyatt ist durch einen Zufall in diesen Kreisen gelandet. Eigentlich wohnt er ziemlich weit unten und muss auch ganz schön blenden um mithalten zu können. So richtig einschätzen konnte ich ihn bis zum Ende nicht. Er will eine ehrliche Haut sein, findet aber auch immer wieder Entschuldigungen wenn er es nicht ist.
Rylin kümmert sich liebevoll um ihre Schwester seitdem ihre Mutter nicht mehr lebt. Sie versucht alles damit sie nicht in Pflegschaft kommt, doch manches Mal ist das gar nicht so leicht.
Jede Figur hat seinen Part in der Gschichte und es wird auch immer aus der jeweiligen Sicht erzählt, so dass man sich in jede Figur gut reinversetzen kann.

Am Ende freue ich mich das ich mich doch an dieses Buich dran getraut habe. Ich hätte eine spannende Geschichte verpasst. Ich freue mich nun auf den zweiten Band der im nächsten Jahr erscheint.

[Rezension] Nana Rademacher – Immer diese Herzscheiße

 Nana Rademacher
Immer diese Herzscheiße
ISBN 978-3-473-40137-6
Hardcover
15,- €
ab 11 Jahren
Erschienen bei Ravensburger

Inhalt:
Sarah wohnt im Stuttgarter Hallschlag, der Stadtteil in dem auch die Hoffnungslosigkeit lebt, auf Arbeit, auf eine Zukunft. Sarah geht es da nicht anders. Sie will mal von Hartz4 und Schwarzarbeit leben. Schule ist nur doof und ihr Spießerbruder sowieso. Party, Freunde und Saufen sind ihr Ding. Doch dann übertreibt sie es und sie muss bei einem Theaterprojekt mitmachen. Dort lernt sie neben Katharina auch Paul kennen und ihre Welt ändert sich. Doch kann ein Mädchen auf der Schattenseite des Lebens so viel Glück haben, das sie Licht am Ende des Tunnels sieht?

Meine Meinung:
Das Cover hat mich bei diesem Buch so gar nicht gezogen, doch der Titel und auch der Klappentext.

Heutzutage gibt es leider immernoch viele Kinder deren Eltern von Hartz 4 Leben. Es wird immer wieder gesagt, dass dieser Kreislauf nur schwer durchbrochen werden kann und tatsächlich schaffen es nur wenige. Sie es weil sie schlechte Vorbilder haben oder weil Freunde in einem gewissen Alter eben einfach mehr prägen als das Elternhaus.
Hier ist das nicht anders. Immer diese Herzscheiße erzählt mehr als eine Liebesgeschichte. Es erzählt eine Geschichte über die Zukunft und auch über das Pech in die falsche Umgebung geboren zu werden.

Der Einstieg ist nicht ganz so leicht, da Sarah schon sehr speziell ist und die Geschichte in ihrer Gossen-Jugendsprache geschrieben ist. Dieser Sprach- bzw. Schreibstil war so gar nicht meiner, doch konnte ich mich dann doch dran gewöhnen.
Trotz dieser anfänglichen Probleme lässt sich die Geschichte flüssig lesen. Man erfährt viel von Sarah und ihrer Freundin, nur nicht so viel über die Familie, das kommt erst mit der Zeit. Es gibt Passagen da gab es so viele Informationen, das es schon langatmig wurde, doch auch das nur zu Beginn. Wenn man die ersten etwa 70 Seiten gelesen hat wird man gefesselt sein von dieser Geschichte, die viele Frage aufwirft.
Der Erzählstil ist zunächst auch nicht ganz klar. Am Anfang hatte ich das Gefühl in der Gegenwart zu sein, bis dann eine Passage kam in dem es eher als Vergangenheit schien. Das kommt nur wenige Male vor so dass es mich nicht weiter störte, dazu wird es am Ende erklärt.

Die Personen sind alle gut ausgearbeitet. man erfährt nicht von jeder gleich viel, so dass manch eine Figur auch eher am Rande bleibt, doch die wichtigsten lernt man gut kennen.
Sarah weiß nicht was werden soll. Sie lebt bei ihren Großeltern und vermisst ihre Mutter. Ihren Bruder mag sie gewiss noch, aber sein Leben passt einfach nicht mehr zu ihrem. Schule ist doof und doch sowieso unnötig. Arbeiten und irgendwie an geld kommen ist wichtig und wenn es durch Straftaten ist.
Dixi ist ihre Freundin und stiftet sie immer wieder zu Dingen an die illegal sind. Sie gehören zu einer Clique in denen Abhängen die Hauptaufgabe ist. Abhängen, Party machen und saufen. mehr Tagesinhalte gibt es da nicht.
Paul ist da ganz anders. Er ist der Junge mit den Klamotten aus dem Secondhand Laden. Leben ist wichtig. Er ist schüchtern und zurückhaltend, doch kann man sich auf ihn verlassen.
Katharina kann ich nur bedingt einordnen. Sie scheint Sarah wirklich helfen zu wollen, doch lernt man ihr Leben nur recht wenig kennen, das macht sie zwar zu einer wichtigen Figur, sie bleibt für mich aber dann doch eher an der Oberfläche.

Am Ende wurden fast alle meiner Fragen beantwortet. Auf eine gab es eine Erklärung, aber so ganz wollte ich diese nicht als komplette Antwort akzeptieren. Da hat mir auf jeden Fall etwas gefehlt. Ansonsten jedoch ist es ein Buch der mir schöne und interessante Stunden bescherte.

4buecher

[Rezension] Kelsey Sutton – Winterseele

 Kelsey Sutton
Winterseele
Band 1

ISBN 978-3-473-58508-3
Klappenbroschur
12,99 €
Übersetzerin: Ursula Held
ab 14 Jahren
Erschienen bei Ravensburger
Leseprobe

Inhalt:
Seit einem Unfall kann Elizabeth Caldwell nichts mehr fühlen. Sie sieht Gefühle zwar bei anderen Menschen um sich herum, doch sie selbst berühren sie nicht. So haben sich die Gefühle alle von ihr abgewandt nur Fear möchte ergründen was dahinter steckt, denn auch wenn er sonst die Menschen in Angst und Schrecken versetzt fühlt er sich zu Elizabeth hingezogen.
Als Elizabeth bedroht wird muss sie die Wahrheit finden…

Meine Meinung:
Die Geschichte von Winterseele klang so gut das ich es unbedingt lesen wollte. Auch das Cover faszinierte mich.

Doch die Geschichte beginnt recht holprig und zog sich für mich dann doch erst einmal in die Länge.

Der Schreibstil ist eigentlich schon leicht zu lesen, aber auf den Leser stürmt doch einiges ein, dass erst einmal eingeordnet werden muss. Der Plot ist sehr interessant und durch kursive Schrift erkennt man auch genau wenn von Gefühlen wie Mitleid, Wut oder Sehnsucht die Rede ist. Etwas störend empfand ich hier das Fear nicht übersetzt wurde und auch das es ein Gefühl Namens Albtraum gibt. Doch das passt so besser in die Geschichte und das deutsche Wörtchen Angst macht für die Geschichte auch nicht so viel her.

Irgendwann war ich in der Geschichte drin, doch fehlte mir die ganze zeit ein wenig die Spannung. Vieles zog sich in die Länge, so dass ich die Geschichte zwar als gut, aber nicht wirklich als überragend empfand.
Die Träume die Liz hat werden kursiv dargestellt. Bringen aber mehr Verwirrung als Aufklärung auch wenn sich am Ende alles zusammen fügt.

Die Figuren sind durch die Gefühle schon recht zahlreich, doch trotzdem nicht unübersichtlich.
Liz oder Elizabeth kann nichts fühlen und doch gibt es Dinge die sie berühren, auch wenn es nicht dasselbe ist. Wenn es nicht um die Gefühlslosigkeit und Fear geht, geht es im Hauptteil um die Farmarbeit, ihren gewalttätigen Vater und der Mutter die Liz nur erträgt, aber nicht als ihre Tochter sieht. Freunde hat Liz kaum, eine kranke Freundin im Krankenhaus, ein Junge der mit ihr ein Projekt schreiben soll und der von ihr eher als Mittel zum Zweck gesehen wird.
Fear taucht nur ab und an auf unter viel erfährt man von seinen Beweggründen erst einmal nicht. Das wird erst im Laufe der Geschichte klarer.
Die Eltern von Liz sind für mich am schlimmsten und auch die Abschnitte mit ihnen. Ich kann mir nicht vorstellen meine Kinder so zu behandeln.

Die letzten Kapitel waren dann aber doch recht fesselnd. Als man auch als Leser alles zusammenfügen konnte und ein wenig Klarheit rein kam, konnte die Geschichte genauso begeistern, wie ich es mir von Anfang an gewünscht hätte.
Dem Ende entnehme ich das es eine Fortsetzung geben wird, Wirklich etwas dazu gefunden habe ich allerdings nicht. An sich ist die Geschichte abgeschlossen und könnte auch als Einzelband gelesen werden.