[Rezension] Nana Rademacher – Immer diese Herzscheiße

 Nana Rademacher
Immer diese Herzscheiße
ISBN 978-3-473-40137-6
Hardcover
15,- €
ab 11 Jahren
Erschienen bei Ravensburger

Inhalt:
Sarah wohnt im Stuttgarter Hallschlag, der Stadtteil in dem auch die Hoffnungslosigkeit lebt, auf Arbeit, auf eine Zukunft. Sarah geht es da nicht anders. Sie will mal von Hartz4 und Schwarzarbeit leben. Schule ist nur doof und ihr Spießerbruder sowieso. Party, Freunde und Saufen sind ihr Ding. Doch dann übertreibt sie es und sie muss bei einem Theaterprojekt mitmachen. Dort lernt sie neben Katharina auch Paul kennen und ihre Welt ändert sich. Doch kann ein Mädchen auf der Schattenseite des Lebens so viel Glück haben, das sie Licht am Ende des Tunnels sieht?

Meine Meinung:
Das Cover hat mich bei diesem Buch so gar nicht gezogen, doch der Titel und auch der Klappentext.

Heutzutage gibt es leider immernoch viele Kinder deren Eltern von Hartz 4 Leben. Es wird immer wieder gesagt, dass dieser Kreislauf nur schwer durchbrochen werden kann und tatsächlich schaffen es nur wenige. Sie es weil sie schlechte Vorbilder haben oder weil Freunde in einem gewissen Alter eben einfach mehr prägen als das Elternhaus.
Hier ist das nicht anders. Immer diese Herzscheiße erzählt mehr als eine Liebesgeschichte. Es erzählt eine Geschichte über die Zukunft und auch über das Pech in die falsche Umgebung geboren zu werden.

Der Einstieg ist nicht ganz so leicht, da Sarah schon sehr speziell ist und die Geschichte in ihrer Gossen-Jugendsprache geschrieben ist. Dieser Sprach- bzw. Schreibstil war so gar nicht meiner, doch konnte ich mich dann doch dran gewöhnen.
Trotz dieser anfänglichen Probleme lässt sich die Geschichte flüssig lesen. Man erfährt viel von Sarah und ihrer Freundin, nur nicht so viel über die Familie, das kommt erst mit der Zeit. Es gibt Passagen da gab es so viele Informationen, das es schon langatmig wurde, doch auch das nur zu Beginn. Wenn man die ersten etwa 70 Seiten gelesen hat wird man gefesselt sein von dieser Geschichte, die viele Frage aufwirft.
Der Erzählstil ist zunächst auch nicht ganz klar. Am Anfang hatte ich das Gefühl in der Gegenwart zu sein, bis dann eine Passage kam in dem es eher als Vergangenheit schien. Das kommt nur wenige Male vor so dass es mich nicht weiter störte, dazu wird es am Ende erklärt.

Die Personen sind alle gut ausgearbeitet. man erfährt nicht von jeder gleich viel, so dass manch eine Figur auch eher am Rande bleibt, doch die wichtigsten lernt man gut kennen.
Sarah weiß nicht was werden soll. Sie lebt bei ihren Großeltern und vermisst ihre Mutter. Ihren Bruder mag sie gewiss noch, aber sein Leben passt einfach nicht mehr zu ihrem. Schule ist doof und doch sowieso unnötig. Arbeiten und irgendwie an geld kommen ist wichtig und wenn es durch Straftaten ist.
Dixi ist ihre Freundin und stiftet sie immer wieder zu Dingen an die illegal sind. Sie gehören zu einer Clique in denen Abhängen die Hauptaufgabe ist. Abhängen, Party machen und saufen. mehr Tagesinhalte gibt es da nicht.
Paul ist da ganz anders. Er ist der Junge mit den Klamotten aus dem Secondhand Laden. Leben ist wichtig. Er ist schüchtern und zurückhaltend, doch kann man sich auf ihn verlassen.
Katharina kann ich nur bedingt einordnen. Sie scheint Sarah wirklich helfen zu wollen, doch lernt man ihr Leben nur recht wenig kennen, das macht sie zwar zu einer wichtigen Figur, sie bleibt für mich aber dann doch eher an der Oberfläche.

Am Ende wurden fast alle meiner Fragen beantwortet. Auf eine gab es eine Erklärung, aber so ganz wollte ich diese nicht als komplette Antwort akzeptieren. Da hat mir auf jeden Fall etwas gefehlt. Ansonsten jedoch ist es ein Buch der mir schöne und interessante Stunden bescherte.

4buecher

[Rezension] Kelsey Sutton – Winterseele

 Kelsey Sutton
Winterseele
Band 1

ISBN 978-3-473-58508-3
Klappenbroschur
12,99 €
Übersetzerin: Ursula Held
ab 14 Jahren
Erschienen bei Ravensburger
Leseprobe

Inhalt:
Seit einem Unfall kann Elizabeth Caldwell nichts mehr fühlen. Sie sieht Gefühle zwar bei anderen Menschen um sich herum, doch sie selbst berühren sie nicht. So haben sich die Gefühle alle von ihr abgewandt nur Fear möchte ergründen was dahinter steckt, denn auch wenn er sonst die Menschen in Angst und Schrecken versetzt fühlt er sich zu Elizabeth hingezogen.
Als Elizabeth bedroht wird muss sie die Wahrheit finden…

Meine Meinung:
Die Geschichte von Winterseele klang so gut das ich es unbedingt lesen wollte. Auch das Cover faszinierte mich.

Doch die Geschichte beginnt recht holprig und zog sich für mich dann doch erst einmal in die Länge.

Der Schreibstil ist eigentlich schon leicht zu lesen, aber auf den Leser stürmt doch einiges ein, dass erst einmal eingeordnet werden muss. Der Plot ist sehr interessant und durch kursive Schrift erkennt man auch genau wenn von Gefühlen wie Mitleid, Wut oder Sehnsucht die Rede ist. Etwas störend empfand ich hier das Fear nicht übersetzt wurde und auch das es ein Gefühl Namens Albtraum gibt. Doch das passt so besser in die Geschichte und das deutsche Wörtchen Angst macht für die Geschichte auch nicht so viel her.

Irgendwann war ich in der Geschichte drin, doch fehlte mir die ganze zeit ein wenig die Spannung. Vieles zog sich in die Länge, so dass ich die Geschichte zwar als gut, aber nicht wirklich als überragend empfand.
Die Träume die Liz hat werden kursiv dargestellt. Bringen aber mehr Verwirrung als Aufklärung auch wenn sich am Ende alles zusammen fügt.

Die Figuren sind durch die Gefühle schon recht zahlreich, doch trotzdem nicht unübersichtlich.
Liz oder Elizabeth kann nichts fühlen und doch gibt es Dinge die sie berühren, auch wenn es nicht dasselbe ist. Wenn es nicht um die Gefühlslosigkeit und Fear geht, geht es im Hauptteil um die Farmarbeit, ihren gewalttätigen Vater und der Mutter die Liz nur erträgt, aber nicht als ihre Tochter sieht. Freunde hat Liz kaum, eine kranke Freundin im Krankenhaus, ein Junge der mit ihr ein Projekt schreiben soll und der von ihr eher als Mittel zum Zweck gesehen wird.
Fear taucht nur ab und an auf unter viel erfährt man von seinen Beweggründen erst einmal nicht. Das wird erst im Laufe der Geschichte klarer.
Die Eltern von Liz sind für mich am schlimmsten und auch die Abschnitte mit ihnen. Ich kann mir nicht vorstellen meine Kinder so zu behandeln.

Die letzten Kapitel waren dann aber doch recht fesselnd. Als man auch als Leser alles zusammenfügen konnte und ein wenig Klarheit rein kam, konnte die Geschichte genauso begeistern, wie ich es mir von Anfang an gewünscht hätte.
Dem Ende entnehme ich das es eine Fortsetzung geben wird, Wirklich etwas dazu gefunden habe ich allerdings nicht. An sich ist die Geschichte abgeschlossen und könnte auch als Einzelband gelesen werden.