[Rezension] Mikaela Bley – Glücksmädchen

 Mikaela Bley
Glücksmädchen
ISBN 978-3-548-28844-4
Klappenbroschur
12,99 €
Übersetzerin: Katrin Frey
Erschienen bei Ullstein
Leseprobe

Inhalt:
Lycke verschwindet spurlos. Zunächst wird vermutet das die Achtjährige eine Ausreißerin ist doch dann ist ziemlich schnell klar das sie entführt wurde. Ellen Tamm berichtet für das Fernsehen von dem Fall. Sie fühlt sich an ihre Zwillingsschwester erinnert die mit acht Jahren starb. Nun versucht sie Lycke und damit ihren eigenen Frieden zu finden.

Meine Meinung:
Der Klappentext klang gut und auch das Cover versprach mir Spannung. Doch so richtig gehalten wurde dies nicht.

Es beginnt mit einem Prolog, der für mich vollkommen zusammenhanglos war. Das ändert sich später in der Geschichte, doch zunächst war er recht nichtssagend.
Weiter ging es mit Ellen als Hauptfigur, dem Verschwinden von Lycke und auch mit Ausschnitten aus dem Leben der anderen, der Personen die in Lyckes Leben eine Rolle spielen und gespielt haben.

Der Schreibstil ist leicht und angenehm zu lesen, doch empfand ich die Geschichte selber als recht zäh und teilweise langatmig. Spannung flackerte immer mal wieder auf, hielt sich aber nicht wirklich lang. Ich empfand den Fall vorhersehbar und so konnte, selbst das Ende keine Spannung hervorrufen.
Stellenweise hatte ich das Gefühl den Faden zu verlieren, weil Dinge eingestreut wurden, die so gar nicht zum Geschehen passten.

Doch war das Buch nicht nur schlecht. Es gab gute Ansätze die mich fesselten. Die Vergangenheit und der Zusammenhang zum Fall von Lycke sorgte dafür das ich immer weiter lesen wollte.

Personen gab es einige und nicht alle konnte ich immer genau auseinander halten. Da waren Kollegen von Ellen die ihr mal Näher und mal nicht so nah standen. Ihre Mutter und auch Personen die mit Lycke zu tun hatten.
Ellen ist Journalistin und die Figur aus deren Sicht man alles mitbekommt was an Ermittlungen läuft. Sie hat sehr mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Das Äußert sich in ihrer Verbissenheit hier Lycke zu finden, aber auch in Ticks die immer mal auftreten.
Helena ist Lyckes Mutter, alleinerziehend und berufstätig. Nicht alles läuft rund in ihrem Leben und man hat das Gefühl das sie gar keinen richtigen Bezug zu ihrer Tochter hat.
Harald ist Lyckes Vater und besitzt ein Hotel. Er ist das zweite Mal verheiratet und hat einen kleinen Sohn. Auch hier scheint die Arbeit im Vordergrund zu stehen.
Chloe ist die zweite Frau von Harald. Sie war die Person die ich am wenigsten leiden konnte. Eine Egomanin für die nur wichtig ist das es ihr und ihrem Sohn gut geht. Selbst in Situationen in denen jeder sich zurückgenommen hätte musste sie sich in den Mittelpunkt spielen.
Mona ist die Nanny von Lycke und die sympathischste der Figuren. Sie kennt Lycke wohl am Besten und ist immer für sie da.

Insgesamt finde ich dass der Roman den Stempel Psychothriller nicht verdient hat. Eher war es ein Drama das ich da zu lesen bekam. Wirklichen Thrill empfand ich nicht.

[Rezension] Courtney Summers – Ausser sich

 Courtney Summers
Ausser sich
ISBN 978-3-407-82216-1
Hardcover
16,95 €
Übersetzerin: Friederike Levin
ab 14 Jahren
Erschienen bei Beltz
Leseprobe

Inhalt:
Romy schützt sich mit Nagellack und Lippenstift vor ihren Mitschülern und auch den Erwachsenen ihres Ortes die ihr nicht glauben und sie verachten, weil sie behauptet hat vom Sohn des Sherriffs vergewaltigt worden zu sein. Auch nach dem Verschwinden, ihrer damaligen Freundin Penny, hört die Verachtung nicht auf und wird eher noch schlimmer.

Meine Meinung:
Ausser sich beginnt mit der Erinnerung an die Vergewaltigung und geht dann direkt mit zwei Wochen vor dem Verschwinden von Penny weiter. Ein Umschwung den ich erstmal realisieren musste und sehr hart war.

Das Buch ist in mehrere Bereiche unterteilt. Das Jetzt, zwei Wochen zuvor und auch Danach. Dabei geht es nicht um die Zeiten vor und nach der Vergewaltigung, wie ich zunächst dachte. Sondern um die Zeitabschnitte vor und nach der Party. Vieles bleibt im verborgenen, ein paar Dinge werden erst mit der Zeit erzählt. Stellenweise hatte ich viele Fragezeichen beim Lesen und doch war ich gefesselt von dieser Geschichte, die so ganz anders war wie erwartet und doch recht gut.

Erzählt wird aus Sicht von Romy und sie wirkt etwas gespalten, das macht sich mit der Zeit bemerkbar und auch das Warum wird recht schnell klar. Doch Ihre Rüstung aus Schminke hilft ihr auf Dauer nicht und ihr Schweigen gegenüber neu kennen gelernte Personen verkompliziert einiges mehr als das es nützt. Ich habe Romy nicht immer verstanden und sie blieb distanziert, aber verstehen konnte ich ihre Reaktionen die meiste Zeit schon.
Andere Figuren gibt es viele. Angefangen bei ihrer Mutter und deren Freund, die ganz herzlich sind und zu ihr stehen egal was kommt. Weiter mit Schulkameraden die ihr das Leben zur Hölle machen und Erwachsenen die nicht besser sind. Es aber eigentlich besser wissen sollten. Da habe ich nicht jeden verstanden, aber das ist vielleicht in manchen Dörfern so. Wer etwas gegen die Angesehenen sagt ist nichts mehr Wert. Traurig das es, bis auf die Mutter und deren Freund, niemanden gibt von den Erwachsenen, der wirklich hilft. Von Jugendlichen hätte ich so ein Verhalten vielleicht noch erwartet, doch Erwachsene sollten reifer sein.

Das Ende der Geschichte kam für mich zu früh. Sicher gibt es beantwortete Fragen und doch fehlt mir da noch etwas, denn die eigentliche Geschichte von Roma beginnt ja nicht mit der Party sondern mit der Vergewaltigung davor und die Sache wirkt für mich nicht wirklich abgeschlossen. Schade, denn so bleibt ein fader Beigeschmack und der Eindruck das viele ein Recht hatten Romy so zu behandeln.

4buecher

[Rezension] Lena Hach – Nichts wünsche ich mir mehr

Lena Hach
Nichts wünsche ich mir mehr
ISBN 978-3-407-82191-1
Klappenbroschur
12,95 €
ab 14 Jahren
Erschienen bei Beltz
Leseprobe

Inhalt:
Kathas Haare fallen ihr aus. Bekannt als Kreisrunder Haarausfall, in der Medizin Alopezie genannt. Sie ist am Boden zerstört. Schließlich gibt es da diesen Jungen, der wird sie so nicht wollen und ihre Schulkameraden werden sich die Mäuler zerreißen. Das Szenario wenn jemand etwas merkt stellt Katha sich grausam vor.

Meine Meinung:
Lena Hachs Geschichten waren bisher immer unterhaltsam mit einem tiefsinnigen Kern. So auch hier, geht es doch um ein Mädchen das unter Kreisrundem Haarausfall leidet. In einem Alter in dem man sich und den anderen gefallen möchte wird es ihr unnötig schwer gemacht. Ein Einschnitt in ihrem Leben den sie erst einmal verkraften muss und dabei kann der Leser sie begleiten.

Der Einstieg beginnt kurz nachdem ihr Bruder die ersten kahlen Stellen entdeckt hat. Es wird nur berichtet das sie vor dem Ausbruch der Krankheit viel lebhafter und spontaner war. Man erfährt viel über die Krankheit, aber gut verpackt in einer Liebesgeschichte, so dass man die ganzen Infos nicht als langweilig empfindet. Die Liebesgeschichte selbst ist mit viel Gefühl erzählt. Beides zusammen fesselte mich sehr und sorgte dafür das ich das Buch fast in einem Rutsch durch las.

Die Figuren sind mit viel Gefühl und Tiefe ausgestattet. Wirklich fiese Charaktere gibt es nicht. Vielleicht übermütige Jugendliche und Laberbacken, aber das ist die Minderheit.
Katha war bis zum Ausbruch ihrer Krankheit eine ganz normale Jugendliche. Mit Träumen und Vorstellungen. Dann hat sie das Gefühl die kahlen Stellen immer verstecken zu müssen und wirkt verkrampft. Sie hatte beste Freundinnen und doch erzählt sie ihnen nichts, sie schämt sich vor jedem. Nur ihr Bruder darf ihre Glatze sehen. Und trotzdem empfinde ich sie als stark. Sie verkriecht sich nicht auch wenn sie das oft möchte. Sie kämpft, probiert aus und lebt ihr Leben weiter, auch wenn es, für sie, kein wirklich gutes Leben ist.
Jasper macht ihre Situation erträglicher und komplizierter. Erträglicher weil er sie aufbaut. Komplizierter weil sie sich nicht vorstellen kann das er mit einem Mädchen mit ihrem Makel zusammen sein möchte. Jasper war für mich eine Figur mit viel Fingerspitzengefühl. Er hat mich für sich eingenommen.
Genauso die Freundinnen von Katha. Sie gebe ihr den nötigen Halt auch wenn sie nichts von Kathas Schicksal wissen. Man merkt aber gleich das sie ein enges Verhältnis haben, was nichts und niemand kaputt machen kann.
Es gibt noch mehr Figuren. Die Eltern, die ganz unterschiedlich reagieren. Die Mutter mit Aktionismus, der Vater mit Schweigen. Beides sehr verständlich und nicht übertrieben. Dann noch ihr Bruder Henri, derjenige der sie behandelt wie eh und je. Außerdem den Kindergartenfreund  Elias, den ich bis zum Ende nicht wirklich einschätzen konnte.

Am Ende steht ein Buch das Betroffenen gewiss Mut machen kann, das Unwissenden einiges erklärt und das gut verpackt in einer schönen Geschichte unterhaltsam und lehrreich ist. Nicht nur was die Krankheit angeht, sondern auch was den Umgang Miteinander angeht.

[Rezension] Heidrun Wagner – In deinem Herz

 Heidrun Wagner
In deinem Herz 
Band 3

ISBN 978-3-95882-030-2
Hardcover
9,99 €
ab 14 Jahren
Erschienen bei Oetinger 34

Das Kennen der Vorgänger wird vorausgesetzt

Inhalt:
Zoe wohnt bei Franzi und Luna und arbeitet im Café. Sie wird gequält von Zweifeln weil sie immer noch nicht weiß was in der Nacht als Maya starb wirklich geschehen ist. Von Elias will sie nichts mehr wissen und Niklas ist ihr Fels in der Brandung. Ihre Zeichnungen ein Mittel um Dampf abzulassen, aber auch gefährlich. Wenn sie nur endlich wüsste was in der Nacht geschehen ist….

Meine Meinung:
Ich habe sehr auf den dritten Band gewartet. Die Bücher setzen nahtlos an und so steht man am Ende des zweiten Bandes etwas ratlos da.

Der Einstieg war nicht schwer, auch wenn es hier und da wirklich Gedächtnislücken gab. Diese füllten sich mit jeder Seite die ich las. Die Spannung ist dann recht schnell auch wieder greifbar. Nicht nur durch die Geschichte, sondern auch durch die tollen Zeichnung von Miri D´Oro. Geschichte und die Zeichnungen machen diese Reihe zu einem besonderen Erlebnis.

Alles ist recht wirr und bis zur Hälfte etwas bleibt es auch so. Erst dann wird nach und nach die Auflösung klarer. Doch ahnen wie das Ende aussehen könnte ist schwer.

Die Figuren bleiben überschaubar.
Zoe ist zerfressen von Selbstzweifeln. Sie lässt nur wenige Leute an sich ran. Ihre Lücken von der Nacht machen ihr sehr zu schaffen. Schließlich geht es um ihre Schwester, die dort zu Tode gekommen ist. Das Wie möchte sie heraus finden.
Elias erlebt man hier nur selten und er wird schon ein wenig zum Stalker, was ihn für mich unsympathisch machte. Ich konnte dieses nachrennen nur bedingt verstehen und fand es teilweise einfach zu viel.
Niklas ist Zoes Fels in der Brandung und doch gibt es Momente an denen nicht nur Zoe Zweifel an ihm hat
Franzi und Luna sind einfach Klasse, obwohl Zoe die Beiden noch nicht lange kennt sind sie immer für sie da und geben ihr den Halt den sie von anderer Stelle nicht bekommt. Ihre Eltern kommen wenig bis gar nicht vor.

Am Ende gab es noch eine, wie ich finde, unerwartete Riesen Wendung die all das bisher gelesene oder eher fast all das bisher gelesene über einen Haufen wirft und alles in einem ganz anderen Licht stehen lässt. Gerade die zweite Hälfte des Bandes ist von Spannung nicht zu überbieten und sorgte dafür das ich das Buch nicht zur Seite legen wollte.

Die Reihe hat für mich sehr stark begonnen und hat nie wirklich nachgelassen. Der dritte Band toppt meine Begeisterung vom ersten Band nochmal und so kann ich diese Trilogie jedem empfehlen. Ein echtes Highlight

[Rezension] Rachel McIntyre – Überlieben in 10 Schritten

 Rachel McIntyre
Überlieben in 10 Schritten
ISBN 978-3-7348-5014-1
Hardcover
17,- €
Übersetzerin: Jessica Komina & Sandra Knuffinke
ab 13 Jahren
Erschienen bei Magellan

Inhalt:
Daisy hat sich von ihrem Freund getrennt und von ihrer alten Schule. Nur ihre besten Freundinnen sind ihr geblieben. Auf dem neuen Collage lernt sie Toby kennen, einen Typen der perfekt ist und der Interesse an ihr zeigt. Sie geht nur bereitwillig auf ihn ein und denkt sich nichts weiter bei seinen Aktionen die in ihr Zweifel aufkommen lassen ob Toby der Richtige für sie ist.

Meine Meinung:
Überlieben in 10 Schritten ist ein Jugendbuch ab 13 Jahren, das gewiss auch Erwachsenen Spaß macht. Doch hat es seine Mängel.

Ich erwartete nicht dauerhaft Eitel Sonnenschein. Der eigentlich Rückentext bleibt recht geheimnisvoll und so war ich mir nicht ganz sicher in welcher Form der Sturm aufziehen sollte. Dieser kam angeschlichen und vom Gefühl her ziemlich am Ende.

Die Autorin hat hier eine ganz eigene Sprache. Es gibt viele Metaphern und witzige Dialoge, doch empfand ich Dialoge und Szenen als sehr sprunghaft, es holperte hier und da und ich brauchte ein wenig bis ich mich rein fand. Während es Ausdrücke gab die ich mir gut bei jungen Erwachsenen vorstellen konnte, gab es wiederum auch Wörter die ich eher bei älteren Semestern erwarten würde und für mich nicht so ganz zu dem Rest passten. So brauchte ich ein wenig um mit dem Sprach- und Schreibstil warm zu werden.

Der Plot ist für Leser die das Buch zur Hand nehmen nicht ganz ersichtlich. Es geht um eine Liebesgeschichte und doch ist es etwas anders. Ich möchte nicht zu viel verraten doch empfand ich das Thema, den Sturm, als zu wenig beleuchtet und viel zu spät rein gebracht. Obwohl ich es mag wenn eine Geschichte sich langsam aufbaut dauerte es mir hier etwas zu lang bis der Kern der Geschichte ersichtlich wurde.

Die Protagonisten sind überschaubar. Im Hauptteil die drei Freundinnen plus Freunde, dazu der Ex und die Eltern von Daisy.
Daisy hat aus irgendeinem Grund das Gefühl ihre alte Schule verlassen zu müssen und wechselt auf ein ihr fremdes Collage. Recht schnell fühlt sie sich jedoch als Außenseiterin. Immer wieder gab es Situationen bei denen ich dachte: Wow wenn sie das durchzieht, Hut ab und dann machte sie doch einen Rückzieher. Alles war recht vorhersehbar.Daisy will geliebt und gemocht werden, sie ist es nicht anders gewohnt. Sie kommt nicht damit klar, dass dies nicht immer so ist.
Toby ist Prinz Charming. Er wirkt perfekt, schleppt aber ein ganz schönes Päckchen mit sich rum. Es gibt irgendwann eine Erklärung dafür und doch reicht mir das irgendwie nicht um alles was er macht zu entschuldigen. Er ist recht geheimnisvoll. Alles was man von seiner Familie erfährt erfährt man durch ihn und ob das immer der wahrheit entspricht weiß man auch nicht so genau.
Dagegen ist Daisys Familie eine Bilderbuchfamilie. Früh Eltern geworden haben sie neben Daisy noch ihren kleinen Bruder River. Sie arbeiten zusammen bei einer Art Hochzeitsservice. Alles Perfekt und ohne Ecken und Kanten.
Die gibt es wenigstens bei Daisys Freundinnen. Wobei auch da alles irgendwie Perfekt wirkt, wenn auch manchmal erst auf den zweiten Blick.

Ich denke das ist das große Problem dieses Buches. Alles ist zu perfekt bis auf den Sturm der da fast schon störend wirkt. Als ungewöhnlich empfinde ich die ein oder andere Wendung und manches am Ende empfand ich gar als unglaubwürdig. So habe ich dieses Buch zwar gerne gelesen, empfand es aber als zu oberflächlich um wirklich in Erinnerung zu bleiben.

[Rezension] Marah Woolf – Götterfunke Bd.1: Liebe mich nicht

 Marah Woolf
Götterfunke – Liebe mich nicht 
Band 1

ISBN 978-3-7915-0029-4
Gebundene Ausgabe
18,99 €
ab 14 Jahren
Erschienen bei Dressler
Leseprobe

Inhalt:
Jess freut sich auf die letzten Ferien mit ihrer besten Freundin im Camp der Rockys. Doch schon bei der Anfahrt begegnet sie einem Jungen der sie nicht loslässt und dieser Junge, Cayden, ist mit im Camp. Um Jess ist es geschehen. Nichtsahnend das Cayden für seine Zeit im Camp ganz andere Dinge geplant hat für. Er, der Göttersohn Prometheus, hat mit Zeus eine Vereinbarung getroffen: Wenn er ein Mädchen findet das ihm widersteht macht Zeus ihn sterblich. Ein Spiel bei dem keiner wirklich gewinnen kann, oder doch?

Meine Meinung:
Bisher kenne ich von Marah Woolf nur den ersten Federleicht Band, doch der gefiel mir so gut das sie seitdem auf meiner Liste der zu lesenden Autoren gehört. Götterfunke ist der erste Band einer neuen Reihe auf die ich sehr gespannt bin. Von Göttern als Figuren von Jugendromanen habe ich noch nicht oft gelesen.

Der Einstieg war leicht. Zunächst erfährt der Leser die Regeln des Spiels der Götter. Danach geht es direkt mit den Aufzeichnungen von Hermes weiter, der so eine Art Kommentator und Beobachter in der Geschichte ist. Er half mir am Anfang sehr alles zusammen zu fassen was passiert ist. Seine Ausführungen stehen immer am Beginn eines Kapitels.

Die Kapitel selber sind nicht übermäßig lang, aber prall gefüllt mit Ereignissen. Langweilig wird es nie. Da gibt es nicht nur das Spiel mit der Liebe um die Sterblichkeit von Prometheus von Cayden und Zeus, sondern auch Streitigkeiten innerhalb der Götterfamilie, die für die Menschen gefährlich werden könnten und natürlich auch die Geschichte von Jess, die Caydens Weg kreuzt und nun unsterblich verliebt ist. Es gab keinen Moment an dem diese Geschichte langweilig war. Ich fühlte mich immer gut unterhalten und wollte auch stets weiter lesen. Gerade am Ende mochte ich die Finger nicht mehr vom Buch lassen.

Die Figuren sind zahlreich, Jess und ihre Freunde, Campbewohner und Arbeiter, Die Götterfamilie und doch hatte ich kein Problem all diese Personen auseinander zu halten und einzuordnen. Die Figuren sind alle sehr speziell und mit prägnanten Eigenschaften ausgestattet. Zudem gab es keine bzw. nur wenige ähnlich klingende Namen so dass auch hier nur wenig Gefahr bestand Personen zu verwechseln.
Jess steht im Mittelpunkt. Aus ihrer Sicht wird der erste Band erzählt, wenn nicht Hermes seines Ausführungen wieder gibt. Sie hat ein geringes Selbstbewusstsein, was wohl auch mit ihrer Vergangenheit zu tun hat. Auf ihr lastet schon viel kümmert sie sich zuhause neben der Schule noch um ihre kleine Schwester und um den Haushalt, weil ihre Mutter nicht dazu in der Lage ist. Jess ist stark, auch wenn sie es selber nicht so sieht. Sie freut sich auf die sechs Wochen Camp und hat sich dafür viel vorgenommen. Im Laufe der Zeit muss sie allerdings einiges mitmachen, wächst aber auch weiter über sich hinaus.
Cayden oder auch Prometheus. Er müsste einem unsympathisch sein so wie er mit den Mädels spielt um sein Ziel zu erreichen und doch hat er Momente an dem man ihm einfach nur gern haben kann. Er möchte sein Ziel erreichen und ist darin sehr ehrgeizig und doch kümmert er sich um Jess. Das macht es jedoch für beide Seiten nicht leichter.
Jess kommt mit Robyn, Josh und Camaron ins Camp. Sie kennen sich von Zuhause und wollten gemeinsam ein paar schöne Wochen verbringen. Robyn ist Jess beste Freundin, sie fand ich allerdings unausstehlich. Sie ist egoistisch und kann sehr fies werden Josh ist Jess bester Freund und fängt sie auf wenn sie traurig ist. Er gibt gute Ratschläge, obwohl er selber teilweise nicht besser ist wie Cayden, doch verletzt er Jess nicht.
Dazu kommen Leah, die Enkelin der Herbergseltern Henry und Rose. Apoll, Athene, Zeus und Hera die man hier mal ganz anders kennen lernt als in der griechischen Mythologie. Und auch noch andere Campkids, hauptsächlich Mädchen.

Am Ende freue ich mich sehr auf den zweiten Band, den man hier sogar schon anlesen kann wenn man möchte. Da ich weiß, dass ich gewiss auch dann weiter lesen möchte, und nicht kann, lasse ich lieber die Finger davon und warte geduldig auf Erscheinen von Band Zwei: Götterfunke – Hasse mich nicht.

[Rezension] Amy Harmon – Mein Himmel in deinen Händen

 Amy Harmon
Mein Himmel in deinen Händen
Band 2

ISBN 978-3-86396-099-5
Klappenbroschur
15,- €
Übersetzerin: Corinna Wieja
Erschienen bei Ink
Leseprobe

Inhalt:
Tagg ist verschwunden. Das Einzige das er zurück gelassen hat sind Kassetten für Millie, seine Freundin. Sein Verschwinden kam aus heiterem Himmel, denn gerade schien er sehr glücklich an Millies Seite, doch dann geschah etwas was alles überschattete.

Meine Meinung:
Ich mag die Bücher von Amy Harmon sehr gerne und bisher bin ich immer von Einzelbänden ausgegangen, doch hier ist das anders. Dies ist bereits der zweite Band. Gemerkt habe ich davon beim Lesen nichts. Im ersten Band geht es wohl um Taggs besten Freund Mo. Diese Geschichte steht schon hier und wird garantiert auch noch gelesen, auch wenn ich nun Teile des Endes oder vom Weitergang der Geschichte schon kenne. Mich stört es bisher nicht.

Mein Himmel in deinen Händen beginnt mit dem Verschwinden von David „Tagg“ Taggert. Es tauchen diese Kassetten auf auf denen man erfährt warum er verschwunden ist, doch zunächst erzählt er seine Geschichte oder eher die Geschichte von Millie und ihm. Die Abschnitte in dem Tagg von Kassette spricht sind extra gekennzeichnet und immer wieder gibt es Abschnitte die die Gegenwart erzählen. Wie Mo und Millie auf die Bänder reagieren. So bekommt man als Leser alle Seiten hautnah mit und kann sich gut ein Bild der Situation machen.

Recht schnell war mir klar was wirklich geschehen sein könnte. Es gab mehrere mögliche Szenarien doch instinktiv hatte ich das richtige Szenario im Kopf. Das störte keineswegs, es machte die Geschichte für mich noch spannender.

Die Figuren sind wie gewohnt mit viel Liebe ins Detail und viel Tiefe beschrieben und das obwohl man einen Teil ja schon vom Vorgänger kennen könnte.
Tagg ist Barbesitzer und Sportler. Er kämpft, das ist sein Beruf und er liebt ihn. Er musste in seinem Leben schon viel Kämpfen, doch er kämpft überwiegend für andere, selten für sich. Tagg ist selbstlos und hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt bei alle Menschen aus seinem näherem Umfeld, doch ganz besonders bei Millie.
Millie ist eine starke Frau. Sie ist blind und kümmert sich um ihren autistischen 15 jährigen Bruder. Sie tanzt gerne und kommt so in Taggs Bar. Millie möchte nicht übermäßig beschützt werden, vor allem nicht wenn es nur passiert weil sie blind ist. Sie möchte genauso behandelt werden wie jede andere Frau. Sie hat eine Engelsgeduld und ist die Ruhe selbst.
Henry ist Millies Bruder und hat eine ganz besondere Art mit Dingen klar zu kommen. Er liebt Sport und ist in dem Bereich ein wandelndes Lexikon. Zu Beginn kamen mir seine Dialoge recht merkwürdig vor und ich wusste nicht was er damit sagen wollte. Doch am Ende verstand ich ihn fast mühelos.

Es gab einen Punkt an dem ich dachte: Nicht schon wieder. Doch das verflüchtigte sich recht schnell auf Grund meiner Neugier wie die Geschichte ausgeht. Am Ende war es eine wunderschöne Liebesgeschichte die ganz besonders erzählt wurde und an der es für mich nichts auszusetzen gab.