[Gastrezension] Aurélien Molas – Die Unseligen

Ich habe ja vor einiger Zeit Die Unseligen gelesen und da es mir so gar nicht wirklich gefiel habe ich einen Gastrezensten gesucht. in der Hoffnung das es ihm besser gefällt. Hier ist nun die Gastrezension und noch so viel meine Idee hat nicht funktioniert 😉

Aurélien Molas
Die Unseligen
ISBN 978-3-492-30262-3
Taschenbuch
9,99 €
Erschienen bei Piper
Leseprobe

…und dann fragte Natalie nach einer Gastrezension. Jetzt sitze ich hier und schreibe eben jene, welche die erste ist und von daher auch nicht unbedingt für voll genommen werden muss. Schon auf dem Klappentext wird das Buch als Pageturner gelobt. „Als hätte sich Josep Conrad und Stephen King zusammengetan“, meint man da. Oder auch Brigitte Nielson und Peter Lustig, meine ich. So oder so, beides trifft nicht zu.

Inhalt:
Benjamin und Jacques sind Ärzte die in Waisenhäusern Messungen durchführen um zu sehen ob die Kinder auch gut ernährt werden. In einem Waisenhaus entdecken sie die kleine Naïs. Sie scheint vollkommen gesund, wird aber abgeschottet von den anderen Kindern besonders behandelt. Dann überfallen Rebellen das Waisenhaus und sie wollen Naïs, sie soll Ihnen viel Geld einbringen. Doch was ist so besonders an dem kleinen Mädchen.

Review:
Was so besonders an dem Mädchen ist eröffnet sich dem Leser auf den nächsten 540 Seiten. Der Autor Aurélin Molas zeichnet von Beginn an ein wunderschön düsteres und glaubhaftes Ebenbild von Nigeria. Er verdeutlicht das Leid und die Missstände in dem Land. Molas nimmt hier allerdings den sicheren Weg, man kennt eben die Bilder aus Zeitungen und Fernsehen, da muss man kein großartiger Autor sein, um die Reize des Lesers zu stimulieren. Hier wird das Rad nicht neu erfunden, aber es passt trotzdem. Die Charaktere sind allesamt, von Hauptcharakteren bis hin zu Randerscheinungen, glaubwürdig beschrieben und ausgearbeitet. Vom koksenden UNICEF- Arzt, über das geheimnisvolle Mädchen, das alle haben wollen, bis hin zum gebrochenen Priester, der seinen an seinem Glauben zweifelt. Selbst übergewichtige Waisenhaus- Chefs kann man sich sofort vorstellen und sieht sie vor sich stehen. Aber eben genau das, nimmt den Buch den Wind aus den Segeln. All diese Charaktere hat man schon mal irgendwo gesehen.

Die Story ist sinnig, aber ihr fehlt Innovation, Dynamik und das Pulver wird schon vor dem Finale verschossen. Sobald Naïs‘ Geheimnis erstmal kein Geheimnis mehr ist das Buch in keiner Form mehr fesselnd. Das ist aber nicht schlimm, denn das war es vorher auch nicht. Oftmals fand ich die Geschichte doch etwas vorhersehbar, was ich nicht einmal negativ ankreide. Das muss jeder für sich selbst entscheiden, aber bei mir ist dadurch der Eindruck entstanden, dass Molas die Geschichte einfach nur runterrasselt.

Der Autor kommt eben aus dem Film und schreibt Drehbücher, bei denen er mit Bildern arbeiten kann. Dieses Buch würde eben auch als Film besser funktionieren. Aber selbst dann dürfte man nur seichte Kost erwarten. Hier wird zu viel Recycling betrieben, es kommt zu wenig vom Autor selbst.

Ich hätte dem Buch gerne drei Punkte gegeben, aber wenn ich auf dem Klappentext einen Vergleich mit King lese und im Buch dann eher den Reisebericht von Sigmar Hirsch, dem rasenden Reporter der Hintertupfinger Morgenpost (falls es einen Sigmar Hirsch gibt.. sorry), habe ich eine Erwartung an das Buch, die maßlos enttäuscht wird.

2buecher

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