[Gebabbel] Die Reha in der Eleonoren-Klinik in Lindenfels

Seit fast zwei Wochen sind wir nun wieder Zuhause und ich möchte Euch von unserer Reha berichten. Ich habe, bevor wir gefahren sind, viel nach Berichten gesucht in denen es um Partner-Rehas ging und keinen gefunden. Also wird es wohl Zeit.

Im Oktober haben wir die Reha beantragt. Mein Mann wegen seinem kaputten Knie und ich wegen meinen andauernden Rückenschmerzen. Dazu sind wir beide Übergewichtig und seit September am Abnehmen. Das die Reha ohne Probleme bewilligt wurde hat uns schon etwas verwundert. Man hört so oft von Ablehnungsbescheiden und gerade ich war ja nie viel krank wegen dem Rücken. Ich habe mich stetig durchgebissen und wenn es nötig war mit Medikamenten ausgeholfen. Bei zwei bis drei halben Arbeitstagen die Woche ist das auch einfach.

Im November bekamen wir Bescheid das wir fahren dürfen und zwar nach Lindenfels-Winterkasten im Odenwald, in die Eleonorenklinik. Eine Klinik weit ab von Orten und Geschäften, doch da wir sowieso zu Zweit fuhren und die Bahnverbindungen hier recht schlecht sind stand fest, dass wir mit dem PKW anreisen.
Kurz drauf kam dann auch der Termin. Drei Wochen später sollte es los gehen. Bis hierhin ging alles recht flott, aber auch nicht zu schnell. Wir hatten genug Zeit alles vorzubereiten, denn mein Junior wollte alleine Zuhause bleiben. Die Aufregung war groß. Wie wird es wohl werden.

Als der Tag endlich da war fuhren wir früh los. 190 km weit entfernt lag die Klinik und Anreise sollte bis halb elf sein. Auf den letzten Drücker wollten wir nicht dort sein und konnten so in Ruhe los fahren. Während es Zuhause regnete und nichts auf Schnee hindeutete erwartete uns an der Klinik eine Landschaft in weiß. Für die Reha nebensächlich 😉 Doch für die Kleidungswahl vielleicht nicht ^^.

Wir meldeten uns an, luden das Auto aus und fuhren dies auf die Parkplätze unterhalb der Klinik. Der Weg raus kam uns recht beschwerlich vor…noch.
Die Stationsschwester nahm uns dann auf der Station auf und schickte mich zur Ärztin. Diese war eine Vertretung und wohl etwas gestresst, wenn ich nicht wirklich hätte etwas ändern wollen wäre ich wohl wieder umgekehrt, denn diese Ärztin empfand ich schon als etwas diskriminierend. Wer bitte arbeitet 30 Jahre in einer Adipositas Klinik und behandelt Übergewichtige als ob sie doof wären. Wie gesagt ich schiebe es mal gönnerhaft auf den Stress, aber es machte zu Beginn keinen guten Eindruck.

Danach ging es aufs Zimmer, dass die nächste nicht so schöne Überraschung bereit halten sollte. Es gab kein gemeinsames Bett. Eine Klinik die mit Partnerzimmern wirbt sollte sowas schon haben. Stattdessen gab es ein etwa Meter breites Bett und ein Schrankbett…ganz doll wenn man mit dem Rücken Probleme hat.
Drei Wochen nicht neben meinem Mann schlafen ist nun kein Beinbruch, doll fand ich es aber trotzdem nicht. Irgendwie war ich schon ein wenig bedient. Es gab auch nur einen Schreibtischstuhl und einen Sessel für den Tisch. Schränke waren auch nicht anders als in den Einzelräumen, für uns waren diese jedoch ausreichend. Wir konnten uns in allem arrangieren, aber unter Partnerzimmer verstehe ich etwas anderes.

Wir reisten Donnerstags an und bis zum Wochenende gab es kaum Anwendungen, dafür eben organisatorische Termine. Die Führung durch die Klinik gestaltete sich als kurze Erklärung wo etwas zu finden ist. Es ist auch alles recht gut beschildert, doch für jemand der nicht so fit ist sind die Wege echt sehr weit. Wir lernten eine Diätassistentin kennen, die uns unseren Chip fürs Mittagessen gab und den Speisesaal erklärte. Ich sollte laut der „netten“ Ärztin „nur“ 1000 Kalorien zu mir nehmen, das fand die Assistentin auch zu wenig und ich bekam 1200. Ich habe jedoch Buch geführt und blieb oft sogar unter den 1000. Mein Grundumsatz liegt bei etwa 1500.
Das erste Mittagessen gab es noch vor der Speisesaal-Führung und ohne den Chip. Gegen das Essen gibt es auch rein gar nichts schlechtes zu sagen. Ganz im Gegenteil. Die Portionen empfand ich als ausreichend. Es gab immer Salat den man sich nehmen konnte. Hier gab es einige Sorten jeden Tag, aber auch wechselnde Sorten. Wir haben in den drei Wochen keine Wiederholung im Speiseplan gehabt. Der Koch kannte uns irgendwann schon, so dass der Chip nicht mehr unbedingt gezeigt werden musste. Am Wochenende konnte man zwischen zwei Gerichten wählen. Montag bis Donnerstag zwischen dreien. Es wurde an die Vegetarier und auch an die Moslems gedacht. Auch Sonderwünsche wurden, wenn es möglich war, erfüllt. Ein ganz dickes Lob an die Küche in dieser Klinik.

Wir waren beide schon sehr gespannt auf die Anwendungen und hofften auf viele gemeinsame Kurse um auch gemeinsam Nachmittags etwas unternehmen zu können, doch hier wurden wir leider wieder enttäuscht. Nur selten hatten wir dieselben Kurse auch zusammen. Ausdauerschwimmen, Bewegungsbad, MTT und auch Ergometertraining machten wir oft entgegen gesetzt. Genauso die ADP Gymnastik und den Hydrojet oder auch die Vorträge. Auch da wurde keine Rücksicht auf Partner genommen. Ebenfalls kein Beinbruch, denn meist war noch vor vier für uns beide Feierabend.
Insgesamt haben uns fast alle Anwendungen Spaß gemacht. Die Therapeuten waren wirklich Spitze und wir haben manch ein nettes Gespräch geführt. Gerade das Ergometertraining und auch MTT hat uns so gut gefallen das wir ersteres jeden Tag und zweites jeden zweiten Tag machten auch wenn es nicht auf dem Plan stand. Schwimmen mochten wir beide nicht so gerne und Nordic Walking war so ein Termin auf den wir gerne hätten verzichten können, aber das sind ja persönliche Vorlieben.

Das Freizeitangebot ist auch recht eingeschränkt. Man kann in der Klinik Tischtennis oder Billiard spielen, kickern geht auch. Doch wenn man hier nichts eigenes mitbringt muss man sich das Zubehör an der Rezeption leihen und die hat nur begrenzt geöffnet. Draußen ist noch eine Minigolf Anlage, doch durch das Winterwetter konnten wir diese nicht nutzen. Schwimmen kann man nur zu wirklich wenigen Zeiten, ebenso in die Sauna gehen. MTT und Ergometer Training ist fast bis in die Nacht möglich gewesen.
Wir sind oft weg gefahren. haben uns die Gegend angeschaut, waren auf Weihnachtsmärkten, das alles war durch den eigenen PKW möglich. Es gibt allerdings auch eine Busverbindung nach Bensheim, ein kleines Städtchen das wir öfter besucht haben.
Ein großes Manko in der heutigen Zeit dürfte die Handyverbindung sein. Mit D2 hatten wir keine Problem, doch sah das bei anderen Anbietern auch anders aus und das hauseigene Internet sollte für 4 Stunden 10 Euro kosten.

Am Ende gab es wirklich nur weniges was uns nicht so sehr gefallen hat. Gar nichts was uns total gegen den Strich ging. Wir hatten eine tolle Zeit, die Micha schon hin und wieder zu langweilig wurde, mir dank genug Bücher weniger 😉

Unser Fazit:

Positiv:
+ Freundlichkeit des Personals und der Therapeuten. Auch überwiegend der Ärzte
+ Super Essen mit ausreichenden Portionen und wechselnden Speisen, genug Auswahl an Belag, Brot bzw. Brötchen beim Frühstück und beim Abendbrot
+ Saubere Zimmer und Bäder.
+ Ausreichende Zeiten um freiwillig zu trainieren.

Negativ:
– Die Partnerzimmer sind eher für Patienten mit Begleitperson. Nicht auf Paare eingestellt.
– Das Planungsbüro bedarf wohl noch etwas Übung, auch hier keinen Rücksicht auf gemeinsame Reha, auch gab es Anwendungen die so hintereinander gar nicht statt finden konnten. Außerdem gab es Ausfall, der hätte verhindert werden können.
– Keine Beachtung der Gicht. Auch wenn diese mit angegeben war wurde in keinster Weise drauf eingegangen.
– Blutergebnisse wurden erst am Schluss mitgegeben und wurden auch vorher nicht besprochen.

Wir haben beide abgenommen und haben den Start in den Sport gefunden. Ab sofort wird trainiert am Ergometer, am Laufband und auch an den Geräten. Übrigens der Berg der uns am Anfang echt zu schaffen machte, war am Ende ein Klacks.

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