[Gedanken] Heute vor einer Woche…

…bekam ich eine Nachricht, von der ich hoffte sie nie hören zu müssen. Janine hatte einen schweren Unfall. Der Moment wenn der ganze Körper anfängt zu zittern war schon schlimm. Tausend Gedanken, aber da wir noch nichts genaues wussten überwog das positive Denken. Sie hätten nicht Bescheid gegeben wenn sie nicht am Leben wäre, nicht am Telefon. Wenn wirklich das Schlimmste passiert wäre wäre jemand zu Meinem Exmann oder mir gekommen. So redete ich mir Hoffnung ein. Mein Exmann ließ es sich nicht ausreden zur Unfallstelle zu fahren. Ich wollte es gar nicht sehen, viel zu Präsent wurde auf einmal der Unfall meines Arbeitskollegen vor ein paar Jahren. Was ist wenn sie ganz schlimm aussieht? Ich verharrte Zuhause und wartete auf Nachricht.
Die kam dann auch von der Unfallstelle aus. Der Rettungshubschrauber ist gelandet….Damit war es dann auch um meine Hoffnung geschehen. Ich hatte nur noch panische Angst. Zum ersten Mal wusste ich was es heißt wenn einem nur vor Panik schlecht wird. Ich heulte und hoffte das Janine durchkommt. Genaues wussten wir ja immer noch nicht. An der Stelle muss ich sagen das ich sehr dankbar bin für eine tapfere große Tochter die mich tröstete und einen mann der sofort sagte „Zieh Dir die Schuhe an, wir fahren“
Wir waren noch auf dem Weg als mein Exmann erneut anrief und sozusagen erst einmal Entwarnung gab. Ja sie wurde mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert, aber sie war ansprechbar und es sah „nur“ nach Knochenbrüchen aus. Der Flug in die Klinik war reine Vorsichtsmaßnahme.
Wir sammelten meinen Exmann ein und fuhren in die Klinik. Dort hörten wir recht schnell das sie nicht in Lebensgefahr schwebt, die Ärztin würde genaueres erklären. Der Stein hätte ein Erdbeben auslösen können der uns vermutlich allen vom Herzen gefallen ist. Die Ärztin erklärte uns dann die Verletzungen und wir konnten vor der ersten OP am gebrochenen Bein noch kurz bei Janine sein. Es war ein Unfall der durch gefährliches Überholen verursacht wurde. Nicht sie hat überholt sondern…und jetzt werde ich mal unflätig…eine feige Sau die abgehauen ist. Das erzählte sie uns im Schockraum.

Mit kurzen Unterbrechungen blieben wir bis in die Nacht als sie aus dem OP kam. Wir wollten nicht das sie alleine ist wenn sie aufwacht. Es war ein langes warten, aber wir wussten das sie einen Riesen großen Schutzengel hatte. Auch die zweite OP hat sie gut rum gebracht und man merkt das es ihr wieder etwas besser geht.

Mich hat dieser Unfall viel nachdenken lassen. Es gab einige Spannung zwischen ihr und mir in den letzten Jahren. Es wurde gerade wieder besser und ich hatte eine Riesen Angst das sie mir nun genommen wird. Wir haben nochmal eine zweite Chance bekommen und ich habe mir vorgenommen einiges gelassener zu sehen. Nicht mehr jede Tat oder jedes Wort zu Ernst zu nehmen und auch endlich zu akzeptieren das ich ihre Entscheidungen akzeptieren muss. Es wird gewiss auch in Zukunft Reibereien geben, aber ich glaube es wird besser. Ich bin sehr froh das wir diese Chance noch bekommen haben.

Am Ende möchte ich mich bedanken an alle die mir so liebe Nachrichten geschickt haben, die liebe Worte gefunden haben und mir das Gefühl gaben das ich nicht alleine bin. In erster Linie meiner großen Tochter und meinem Mann, doch natürlich auch den Ersthelfern, die sie großartig betreut haben und auch hinterher nachfragten wie es ihr denn geht. Der Schwester die uns einfach auf Station sitzen ließ und nicht nach hause schickte obwohl es mitten in der Nacht war. Meinen Kollegen die nachfragten und auch eingesprungen sind und meinen Büchermenschen die an uns dachten. Ein dickes DANKE!!! Es heißt immer in so einer Situation erfährt man wer wirklich da ist wenn man ihn braucht. Ich habe gemerkt das es wirklich eine Menge Menschen sind.

7 Gedanken zu „[Gedanken] Heute vor einer Woche…

  1. Oh man, so ein Schrecken sitzt tief!
    Ich wünsche Janine gute Besserung und viel Kraft für den weiteren Heilungsprozess.
    Euch wünsche ich starke Nerven und das ihr irgendwann diesen Schrecken gut verarbeitet habt.
    Liebe Grüße
    Ela

  2. Liebe Natalie,

    Oh je!
    Ich hab das gar nicht mitbekommen. Ich hoffe du weißt, dass du auch auf mich zählen könntest.

    Glück im Unglück. Ich bin sehr froh, dass es ihr gut geht und nichts weiter passiert ist.

    Fühl dich gedrückt und ich hoffe, ihr findet zu einander. Du musst aber nicht die beste Freundin deiner Tochter sein. Das ist wirklich in Ordnung!

    Lg Mel

    • Liebe Mel,

      natürlich weiß ich das und ja ich weiß auch das man nicht die beste Freundin der Kinder sein sollte, aber selbst von was anderem waren wir weit entfernt 😉

      LG Natalie

      • Liebe Natalie,

        ja, das ist dann schon etwas anstrengend. Aber vielleicht klappt es ja jetzt besser! Ich hoffe, deiner Tochter geht es wieder gut.
        Drück dich!

        Lg Mel

  3. Ohje, das klingt ja wirklich schlimm und ich kann mich gut in deine Lage hineinversetzen. Ich wünsche deiner Tochter (und natürlich auch dir ) alles Gute und drück euch die Daumen. Fühl dich gedrückt
    LG
    Veronika

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.