[Rezension] A. J. Kazinski

A.J. Kazinski
Der Schlaf und der Tod
ISBN 978-3-453-26793-0
Klappenbroschur
16,99 €
Erschienen bei Heyne
Leseprobe

Inhalt:
Der Kommissar Niels Bentzon wird als Unterhändler zu einem Selbstmord gerufen. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte er jedem Suizidgefährdeten ausreden sterben zu wollen. nur bei der Frau die unbekleidet und scheinbar unter Drogen steht will kein Kontakt entstehen und sie springt. Der Fall ist zunächst scheinbar klar: Selbstmord. Doch Bentzon wird recht schnell klar das mehr dahinter steckt.

Meine Meinung:
Der Schlaf und der Tod ist der zweite Thriller aus der Feder des Autorenduos A.J. Kazinski. Den ersten kenne ich bisher nicht, habe aber nur gutes davon gehört. Dieses Buch nun fing mich schon durch das Cover ein. Gepaart mit einem guten Rückentext landete es auf meiner Wunschliste.

Dabei schien es zunächst gar nicht so spannend zu sein wie erhofft. Die Autoren starten rasant und bauen dort eine Spannung auf die aber wieder etwas abflachte wenn es zu den Ermittlungen geht. Es zog sich alles ein wenig und trotzdem fesselte mich dieses Buch. Vermutlich auch wegen dem Thema Leben nach dem Tod und Astralreisen.

Es gibt verschiedene Erzählstränge. in dem Hauptstrang begleitet man als Leser Bentzon bei seiner Ermittlungsarbeit. Man bekommt jedes kleinste Detail und jeden kleinsten Schritt mit. Der zweite Erzählstrang begleitet den Täter, derjenige der indirekt Schuld am Tod von der Frau von der Brücke ist. Man erfährt aber weder seine Beweggründe noch wer er ist. Somit bleibt die Täterfrage auch spannend. Die dritte Perspektive liegt auf der 13 Jährigen Saskia, ein Mädchen das vor 8 Jahren ihre Mutter durch einen Mord verloren hat und seitdem nicht mehr spricht. Der vierte und letzte Strang begleitet die Frau von Bentzon: Hannah. Zeitweise war das sogar für mich der interessantere Strang. Am Ende läuft alles zusammen und man merkt warum die Autoren diese Art der Erzählung gewählt haben. Sie lassen den Leser sehr lange im Dunkeln warum Saskia oder auch Hannah für die Geschichte wichtig ist.

Die Protagonisten haben viel Tiefe. ich kannte Bentzon ja noch nicht, aber auch er war mir durch die Art des intensiven Erzählens recht nah.
Bentzon glaubt seine Ehe am Ende und gibt sich auch die Schuld an dem Selbstmord. Aus diesem Schuldgefühl heraus will er in Erfahrung bringen warum die Frau gesprungen ist. Er ist ein einsamer Wolf. Das ist auch das einzige was ich ein wenig zu bemängeln habe. Er ist ein einsamer Wolf auf einer Mission. Er holt sich mal beratend Hilfe, aber stürzt sich selbst in heikle Situationen ohne Schutz der Kollegen.
Hannah muss eine Entscheidung treffen und macht das in einer Art und Weise die sehr unterhaltsam ist. Sie ist unschlüssig bis fast zum Ende. Sie war mir sehr sympathisch auch weil sie ihre Entscheidung gut durchdacht hat und nichts leichtfertig machte. Hannah war für mich am Anfang eine Nebenrolle, nahm aber immer mehr Platz ein.
Die Motive des Täters sind fast bis zum Ende vollkommen unklar. Seine Motive sind für ihn sehr wichtig und er macht das nicht nur aus Eigennutz. Man erfährt aber recht wenig von ihm, vermutlich auch deswegen weil man sonst erahnen könnte wer es ist.
Saskia passte für mich zunächst nicht so in die Geschichte. Der Mord an ihrer Mutter liegt viele Jahre zurück und scheint nichts mit dem Selbstmord der jungen Frau zu tun zu haben. Von ihr erfährt man nicht mehr als das sie nicht spricht und nur noch ihren Vater als Bezugsperson anerkennt. Man liest ihre Gedanken zu den Besuchen vom Vater oder zum Beispiel der Polizei.

Die Geschichte ist so interessant das sie ohne Hochspannung fesselt. Da sind die Fragen was Hannah und auch Saskia für Aufgaben in der Story haben, aber auch warum die Frau gesprungen ist. Was es mit den Seelen dem Tod und dem Leben nach dem Tod zu tun hat. Das alles haben die Autoren so gut verpackt das ich das Buch kaum zur Seite legen wollte. Nur am Anfang fand ich es stellenweise etwas langatmig, aber das verflog mit den gelesenen Seiten.

Am Ende kommen alle Stränge zusammen und der Fall ist abgeschlossen Ich habe alle Antworten auf meine Fragen bekommen und war bis zur Auflösung am Rätseln wie alles zusammen hängen konnte.

Ich denke das Buch hätte auch gut ein paar Seiten weniger vertragen können, gerade am Anfang, aber es lohnt durchzuhalten und sich einfach drauf einzulassen

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