[Rezension] Anna Kuschnarowa – Kinshasa Dreams

Anna Kuschnarowa
Kinshasa Dreams
ISBN 978-3-407-74369-5
Klappenbroschur
14,95 €
Erschienen bei Beltz & Gelberg
Leseprobe

Inhalt:
Jengos Geburt stand schon unter keinem guten Stern. Er kam bei einem heftigen Unwetter zur Welt in Kinshasa und seine Großmutter ist der festen Meinung er ist ein Hexenkind. Nur seinem Großvater hat er es zu verdanken das er nicht wie viele andere sogenannte Hexenkinder ausgesetzt wurde.
Mit 6 geht dieser mit Jengo zu einem Boxclub und Jengo weiß sofort er möchte mal Boxer werden. Als er zehn ist bekommt er von seinem Großvater einen Gutschein und fängt das Boxen an. Leider stirbt sein Großvater bald drauf und auch sein Vater bleibt für immer weg, als dann auch noch seine Mutter verschwindet und ihm etwas schlimmes angedroht wird hält ihn nichts mehr in Kinshasa und er macht sich auf die Suche nach seinem Glück …

Meine Meinung:
Kinshasa Dreams ist ein Buch ab 14 und ähnlich einen Drama, aber auch ein Buch was Mut macht und zeigt man muss sich nur durchbeißen dann kann man fast alles schaffen. Als ich die Mail bekam ob ich dieses Buch rezensieren möchte, klang die Geschichte so interessant das ich gerne zusagte. Nun habe ich es ausgelesen und kein Stück bereut.

An den Schreibstil in diesem Buch musste ich mich anfangs erstmal ein wenig gewöhnen. Er wirkte etwas holprig und abgehackt, aber das mag auch an meinem momentanen raschen Bücherwechsel liegen. Als ich diesen Schreibstil verinnerlicht habe hatte ich keine Probleme mehr.
Der Leser wechselt stetig von der Gegenwart in der Jengo sich auf seinen großen Kampf vorbereitet zur Vergangenheit, in der Jengo von seinem Groß werden berichtet. Von Geburt an liest man so was er schon alles  mitgemacht hat. Von seinen Höhen und Tiefen und obwohl es „nur“ eine Lebensgeschichte ist und eigentlich kaum Spannung vorhanden ist, kann man nicht aufhören zu lesen. Es ist ein wenig so, als wenn Großeltern von ihrer Jugend erzählen. Die Übergänge sind sehr flüssig geschrieben und außerdem noch durch verschiedene Schriftstärken kenntlich gemacht.

Jengo ist ein Hexenkind dass das Glück gehabt hat bei seiner Familie bleiben zu dürfen. Trotzdem ist er nicht immer glücklich. Er lebt in einer Großfamilie und fühlt sich trotzdem oft alleine, auch weil er von der Großmutter und auch von seiner eigenen Mutter nicht so behandelt wird wie seine Geschwister. Zu seinem Großvater und seiner Schwester Amali hat er ein sehr inniges Verhältnis und seinen Vater liebt er abgöttisch. Sein großes Idol. Was wohl auch daran liegt das dieser immer nur zu Stippvisiten da ist.
Jengo ist ein sympathischer Kerl, der auch auf seiner Flucht nach Europa ehrlich bleibt und nicht vergisst was sich gehört. Er geht nicht über Leichen, wie es viele andere in der Situation tun und hat immer sein Ziel vor Augen. Oft hatte ich Mitleid mit ihm, weil er sich so abmühte und dann doch wieder zurück geworfen wurde, aber er gibt nicht auf.

Am Ende dann kennt der Leser Jengo und seine Lebensgeschichte. Als er diese erzählt ist er Mitte zwanzig und steht vor seinem großen Kampf. Dieser Kampf ist dann auch der Abschluss des Buches. Ich hätte an der Stelle allerdings noch weiter lesen können, aber das ist ja oft bei guten Büchern so und alles muss ja mal ein Ende haben 😉

Eins fand ich erschreckend. Jengo gibt es so nicht. Er ist eine erfundene Person, aber genau so jemand könnte es geben. Denn in manchen Teilen der Welt herrscht noch der Aberglaube. Menschen glauben dort zum Beispiel an Hexen und so werden Kinder einfach ausgesetzt und sich selbst bzw. dem Tod überlassen.

Mein Fazit: Kinshasa Dreams ist ein Buch ab 14 Jahren allerdings finde ich sollten es auch viele Erwachsene lesen vor allem die die farbige schief anschauen und nie hinter die Fassade eines Menschen schauen, denn ich denke es gibt viele Jengos von denen wir gar nichts wissen.

Vielen Dank an Beltz & Gelberg

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