[Rezension] Antonia Fennek – Schwarzweiß

Antonia Fennek
Schwarzweiß
ISBN 978-3-8025-9533-2
Taschenbuch
9,99 €
Erschienen bei egmont LYX
Leseprobe

Inhalt:
Niklas Rösch wird in den Maßregelvollzug eingewiesen. Er hat eine Frau auf bestialische Weise ermordet. Dr. Regina Bogner ist für ihn zuständig und merkt von Beginn an das etwas mit seiner Diagnose nicht stimmt, aber nicht nur das dieser Patient ist der erste Patient bei dem sie nur schwer ruhig und gelassen bleiben kann. Rösch reizt sie immer wieder und scheint ihre Vergangenheit zu kennen. Dann flieht er aus dem Maßregelvollzug und bringt die nächste Frau um. Wie hoch ist die Gefahr in der Dr. Bogner und ihre Tochter schweben?

Meine Meinung:
Schwarzweiß beginnt mit einem Prolog aus dem Jahr 1987 ein Prolog der die Fantasie schon anreizt. Dann geht es ins Hamburg der Gegenwart.

In der Gegenwart beginnt es mit der Überstellung von Niklas Rösch und Kollegen unter sich. Es ist eine lustige ausgelassene Stimmung mit einer Portion trockenen Humor wie ich es mag. Es ist aber auch eine Szene in der die Tat dann die ausgelassene Stimmung zunichte macht. Eine Tat die hier in dem Buch sehr gut und plastisch beschrieben wird. Nichts für Menschen mit schwachen Magen, denke ich.

Der Fall ist von Beginn an spannend auch wenn er in dem Maßregelvollzug von statten geht. Die Gespräche zwischen Rösch und Dr. Bogner sind schon sehr interessant gehalten, das selbst diese Zeit nicht als Langatmig empfunden wird. Antonia Fennek ist es gelungen eine Szenerie zu schaffen die, obwohl sie nur auf einer Station statt findet, spannend und interessant ist. Dieses fesselnde steigert sich von Anfang bis Ende und lässt einen auch am Schluss nicht mehr los.

Die Figuren sind nicht sehr zahlreich. Es gibt ein paar Nebenfiguren, die das Geschehen durch ihre Art etwas auslockern. zum Beispiel der Chef, der den Chef raus hängen lässt und über den sich deswegen aufgeregt wird, der Kollege über den man sich lustig macht, weil er sich selber absondert.
Wichtig ist natürlich Dr. Regina Bogner. Sie hat an der Arbeit nicht viel von sich erzählt, so kennt keiner ihre Vergangenheit und auch von ihrer Tochter wissen die wenigsten. Sie ist gut in ihrem Job. Gewissenhaft und einfühlsam, aber auch kompetent. Sie hat kein Problem eine Diagnose anzuzweifeln und sich gegen den Chef zu stellen. Privat wirkt sie unnahbar, was mit ihrer Vergangenheit zusammenhängen wird.
Ihr Kollege Mark ist da nicht so straight. Er kuscht vor dem Chef und stellt sich dann selbst gegen ihre Kollegin. Auch wenn er recht viel mit dem Fall zu tun hat bekommt man von seiner Persönlichkeit nur recht wenig mit. Ein Kuscher und Duckmäuser der am liebsten den Weg des geringsten Widerstands geht. Ein Oberarzt der als Verbindungsglied fungieren sollte, da aber nicht immer tut
Rösch ist die andere wichtige Person, ohne den Täter würde es dieses Buch nicht geben. Er provoziert und bleibt immer ruhig und gelassen. Man merkt kaum eine Gefühlsregung. Er kommt hier und da in einem Kapitel alleine „zu Wort“. Nur da merkt man wie er tickt. In den Gesprächen mit Regina ist das nicht der Fall. Ein Täter, der mir Angst machen würde würde ich ihn persönlich kennen und wissen das er frei rum läuft.

Schwarzweiß hat genau die richtige Länge mit einem guten Ende. Ich würde mich freuen mehr aus dem Maßregelvollzug und Regina Bogner zu lesen. Die Schreibart der Autorin hat mich so sehr begeistert, das ich dieses Buch jedem Thrillerfan empfehlen würde, allerdings wirklich mit dem Zusatz: Vorsicht blutige Taten.

5buecher

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