[Rezension] Courtney Summers – Ausser sich

 Courtney Summers
Ausser sich
ISBN 978-3-407-82216-1
Hardcover
16,95 €
Übersetzerin: Friederike Levin
ab 14 Jahren
Erschienen bei Beltz
Leseprobe

Inhalt:
Romy schützt sich mit Nagellack und Lippenstift vor ihren Mitschülern und auch den Erwachsenen ihres Ortes die ihr nicht glauben und sie verachten, weil sie behauptet hat vom Sohn des Sherriffs vergewaltigt worden zu sein. Auch nach dem Verschwinden, ihrer damaligen Freundin Penny, hört die Verachtung nicht auf und wird eher noch schlimmer.

Meine Meinung:
Ausser sich beginnt mit der Erinnerung an die Vergewaltigung und geht dann direkt mit zwei Wochen vor dem Verschwinden von Penny weiter. Ein Umschwung den ich erstmal realisieren musste und sehr hart war.

Das Buch ist in mehrere Bereiche unterteilt. Das Jetzt, zwei Wochen zuvor und auch Danach. Dabei geht es nicht um die Zeiten vor und nach der Vergewaltigung, wie ich zunächst dachte. Sondern um die Zeitabschnitte vor und nach der Party. Vieles bleibt im verborgenen, ein paar Dinge werden erst mit der Zeit erzählt. Stellenweise hatte ich viele Fragezeichen beim Lesen und doch war ich gefesselt von dieser Geschichte, die so ganz anders war wie erwartet und doch recht gut.

Erzählt wird aus Sicht von Romy und sie wirkt etwas gespalten, das macht sich mit der Zeit bemerkbar und auch das Warum wird recht schnell klar. Doch Ihre Rüstung aus Schminke hilft ihr auf Dauer nicht und ihr Schweigen gegenüber neu kennen gelernte Personen verkompliziert einiges mehr als das es nützt. Ich habe Romy nicht immer verstanden und sie blieb distanziert, aber verstehen konnte ich ihre Reaktionen die meiste Zeit schon.
Andere Figuren gibt es viele. Angefangen bei ihrer Mutter und deren Freund, die ganz herzlich sind und zu ihr stehen egal was kommt. Weiter mit Schulkameraden die ihr das Leben zur Hölle machen und Erwachsenen die nicht besser sind. Es aber eigentlich besser wissen sollten. Da habe ich nicht jeden verstanden, aber das ist vielleicht in manchen Dörfern so. Wer etwas gegen die Angesehenen sagt ist nichts mehr Wert. Traurig das es, bis auf die Mutter und deren Freund, niemanden gibt von den Erwachsenen, der wirklich hilft. Von Jugendlichen hätte ich so ein Verhalten vielleicht noch erwartet, doch Erwachsene sollten reifer sein.

Das Ende der Geschichte kam für mich zu früh. Sicher gibt es beantwortete Fragen und doch fehlt mir da noch etwas, denn die eigentliche Geschichte von Roma beginnt ja nicht mit der Party sondern mit der Vergewaltigung davor und die Sache wirkt für mich nicht wirklich abgeschlossen. Schade, denn so bleibt ein fader Beigeschmack und der Eindruck das viele ein Recht hatten Romy so zu behandeln.

4buecher

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