[Rezension] Elke Pistor – Kraut & Rübchen

Elke Pistor
Kraut und Rübchen
ISBN 978-3-95451-179-2
Klappenbroschur
11,90 €
Erschienen bei Emons
Leseprobe

Inhalt:
Die Journalistin Katharina hat ein Haus auf dem Land geerbt. Ihre Tante hatte keine Kinder und so ist sie die Begünstigte. Beim ersten Besuch in ihrem Haus möchte sie nichts als wieder weg, doch sie findet eine Art Tagebuch das von ihrer Urururgroßmutter geschrieben wurde. In dem Buch beschreibt Hilda wie sie Menschen umgebracht hat. nie aus Eigennutz, aber sie ist eine Mörderin. Als sie die Dorfbewohnerinnen kennen lernt und diese von einer Aufgabe sprechen die sie von ihrer Tante übernehmen soll schwant ihr Böses…

Meine Meinung:
Alle Bücher auf denen Elke Pistor steht wecken mein Interesse seitdem ich Das Portal gelesen habe. Sicher es war ein besonderes Buch, aber es hat mich vom Schreibstil der Autorin überzeugt. Seitdem habe ich ihre Krimireihe um Ina Weinz verfolgt und nun stand Kraut und Rübchen auf meinem Wunschzettel. Ich habe mich sehr gefreut als auch ich eins ihrer tollen Landpakete bekam.

Ich fing gestern bereits an zu lesen und rutschte nur so durch die ersten Seiten. Ich ärgerte mich ein wenig das wir Nachmittags etwas vor hatten und ich so nicht weiter lesen konnte. mein erster Griff heute ging dann auch wieder zum Buch.

Es ist erzählt aus der Sicht von Katharina Rübchen. Sie berichtet was passiert als sie auf dem land ankommt. Die Ich.Perspektive fand ich hier vollkommen einleuchtend und das Beste was Elke Pistor machen konnte. Als Leser ist man näher dran und kann sich noch besser in die Figur rein versetzen. Man ahnt wie Katharina gar nicht was alles auf sie zukommt und wird wie sie überrascht. Alleine die Perspektive gepaart mit dem lockeren umgangssprachlichen Schreibstil ist die 5 Bücher wert. Aber es kommt noch besser.

Der Fund des Tagebuchs der Vorfahren bringt so richtig Schwung in die Geschichte, denn von hier an lesen wir nicht nur was Katharina in der Gegenwart passiert sondern auch was Hilda der Vorfahrin damals widerfahren ist und das lässt einen die Haare zu Berge stehen. Spannung ist hier garantiert, dazu eine Portion Humor und viel Unterhaltung sind Garant das man dieses Buch nicht zur Seite legen will.

Die Protagonisten sind dabei sehr vielschichtig.
Da ist Katharina, 32 Jahre alt nicht sehr erfolgreich in ihrem Leben, egal ob es um Arbeit oder Beziehung geht. Ihr nächster Vertrauter ist Herr Hoppenstedt ihr Kater. Sie ist an einem Punkt angelangt wo sie entscheiden muss wie es in ihrem Leben weiter geht.
Dann ist da Mila, die Nachbarin ihrer Tante Marion die schon etwas merkwürdig ist. Sie scheint hilfsbereit aber auch reserviert, so dass ich sie zunächst nicht so richtig einschätzen konnte. Das ging mir auch mit den anderen Dorfbewohnerinnen sie was auch an ihrer Heimlichtuerei lag.
Männer gibt es auch. Einmal Björn, Exfreund und Chef von Katharina, er wirkt arrogant und macht Katharina das Leben schwer und Alex, der Tierarzt im Dorf, den Katharina von früher kennt. Er war mir sehr sympathisch auch wenn er manchmal besser gleich mit der Sprache rausrücken sollte.

Die Szenerie ist ein kleines Dorf in dem der Hund begraben liegt. Nichts reizt dort hin zu ziehen, sei denn man wurde dort groß und hat die Dorfgemeinschaft und das Land lieben gelernt. Ich denke für eine Stadtpflanze ist es dann doch eher ein Kulturschock. Elke Pistor bringt das sehr gut rüber und ich stelle mir ein paar wenige Häuser vor, die noch teilweise etwas weiter weg voneinander liegen. meiner Fantasie war da keine Grenze gesetzt.

Zum Schluss möchte ich noch etwas zur Aufmachung des Buches sagen. Das Cover passt perfekt zu einem Landkrimi. Innen an der Buchhülle gibt es ein ländliches Tapetenmuster. Die Pflanze (wenn ich es nun richtig in Erinnerung ahbe ist es ein Fingerhut, kann mich da aber auch irren) passt zum Thema.
Vor jedem Kapitel gibt es eine Pflanze die für das Kapitel wichtig ist, diese Pflanze wird als Zeichnung dargestellt mit Erklärung ganz so wie ich es mir in einem Kräuterbüchlein vorstellen würde. Ich kenne nun ganz viele giftige Pflanzen, also seid lieb zu mir 😉
Die Schriftgröße und Kapitellänge ist angenehm und laden zum weiterlesen ein. Textstellen die Katharina erlebt sind normal geschrieben, das was sie im Tagebuch von Hilda liest ist kursiv gehalten.

Mein Fazit:
Selten hat mich ein so unblutiger Krimi so gut unterhalten. Ich hätte Stundenlang weiter lesen können

5buecher

Ein Gedanke zu „[Rezension] Elke Pistor – Kraut & Rübchen

  1. Das hört sich spannend und ’schmunzelig‘ an – schon alleine der Titel! Und schwupps – schon ist es auf meinen Weihnachtswunschzettel gewandert… 🙂

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