[Rezension] Freda Wolff – Schwesterlein muss sterben

Freda Wolff
Schwesterlein muss sterben
ISBN 978-3-352-00874-0
Klappenbroschur
14,99 €
Erschienen bei Rütten & Loening
Leseprobe

Inhalt:
Merette Schulman ist Psychologin und hat einen neuen Klienten. Dieser Mann, Aksel erzählt ihr das sein erster Mord der an seiner Schwester war. Merette bekommt Angst nicht nur um sich sondern auch um ihre Tochter Julia. Diese ist gerade wieder aus Oslo zurück nach Bergen gekommen und freut sich auf den Besuch ihrer Freundin Marie, doch diese taucht nicht auf und verschwindet spurlos. Hat Aksel sie entführt?

Meine Meinung:

Freda Wolff ist ein deutsches Autorenduo das die Krimireihe, die mit Schwesterlein soll sterben beginnt, in Norwegen ansiedelt.

Hätte ich es im Nachwort nicht gelesen wäre mir an keiner Stelle aufgefallen das zwei Autoren an diesem Buch schreiben.
Schwesterlein soll sterben ist der Beginn einer Reihe rund um die Psychologin Merette Schulman. Sie ist eine Frau die im Leben steht und in ihrem Berif gefestigt scheint. Neben ihr spielt hier ihr Ex-Mann und Ex-Polizist Jan-Ole eine Rolle und auch ihre Tochter Julia, die als potenzielles Opfer fungiert.

Obwohl Merette laut Beschreibung die Hauptperson ist, hatte ich das Gefühl das Julia viel öfter begleitet wurde und sie wesentlich präsenter war. Nur Jan-Ole ist bis zum Schluss recht unwichtig.

Wie so oft bei nordischen Krimis musste ich mich erstmal dran gewöhnen das sich alles duzt. Das ist dort so und hier fiel es mir aber recht leicht. Ansonsten war der Schreibstil wirklich flüssig und leicht zu lesen. Ortsangaben kamen aber die dienen mehr der ungefähren Orientierung, als das sie wirklich real wären. Freda Wolff haben sich das Recht raus genommen hier und da Orte zu verändern. Mich hat das nicht gestört kenne ich Norwegen ja sowieso nicht.
Anfangs empfand ich es etwas als Geplänkel, dabei war die Vorgeschichte schon nicht ganz uninteressant, war mir aber ein wenig zu langatmig. Dann baute sich aber Spannung auf und erst gegen Ende flaute das wieder etwas ab.

Die Figuren werden in Abschnitten begleitet. Julia, Merette und X als der Täter werden dem Leser hier Nahe gebracht. Hier erlebt man mit was sie erleben und kann, gerade in Bezug auf X Gedankengänge mitgehen und versuchen zu verstehen.
Julia ist 24 Jahre alt und versucht sich von ihrer Mutter abzunabeln. Sie reagiert manchmal etwas zu bissig, was sie aber auch selber merkt. Ich hatte stellenweise das Gefühl sie wäre eher vierzehn als vierundzwanzig. So meinte sie auch alles alleine meistern zu müssen. Egal wie gefährlich es auch werden konnte. Von einer jungen Frau die schon alleine in Oslo war erwartete ich ein anderes Verhalten, besonnener und vor allem bewusster für Gefahren.
Merette ähnelt Julia doch sehr, oder umgekehrt. Sie ist die Mutter die sich Sorgen macht und vielleicht auch ein wenig überbehütet. Auch sie scheint mir manchmal etwas unbedarft und wirkt abgesehen von den Sorgen die sie sich um Julia macht nicht unbedingt wie ihre Mutter.
Aksel erlebt man von Beginn an in verschiedenen Situationen. Er hat schlimmes erlebt und doch ist das kein Grund zum Mörder zu werden. Er hat einen Plan den er verfolgt.
Obwohl Aksel von Beginn an als Person X beschrieben wird gab es Situationen wo Freda Wolff es schaffte den Leser zu verwirren. Zumindest bei mir gelang das.

Am Ende empfinde ich Schwesterlein muss sterben als guten soliden Thriller, der höchsten eine Schwäche bei den Figuren hat

4buecher

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