[Rezension] Grace McCleen – Wo Milch und Honig fließen

Grace McCleen
Wo Milch und Honig fließen
ISBN 978-3-421-04546-1
Gebundene Ausgabe
19,99 €
Erschienen bei DVA
Leseprobe

Inhalt:
Judith ist zehn Jahre alt und lebt bei ihrem Vater, der sehr gläubig ist aber keine Zeit für die Probleme seiner Tochter hat. Ihre Mutter hat sie nie kennen gelernt. In ihrem Zimmer hat sie sich ihre eigene Welt aufgebaut. Als ein größerer Schüler ihr droht sie mit dem Kopf in die Toilette zu stecken hat sie Todesangst und wünscht sich nichts mehr als das es am nächsten Tag schneit. Ihre Welt in ihrem Zimmer dekoriert sie mit allem möglichen so dass es wie Schnee aussieht und als sie am nächsten Morgen aufwacht ist auch in der realen Welt alles weiß…

Meine Meinung:
Wo Milch und Honig fließen stand so gar nicht auf meinem Leseplan, aber als ich dann die Möglichkeit hatte es zu lesen und den Klappentext sah musste es her. Nun muss ich sagen das ich mir ein wenig was anderes vorgestellt hatte. Etwas fantastischeres obwohl es wirklich nicht schlecht war. Ich hatte gar keine Religion auf dem Schirm gehabt und bekam Anfangs schon etwas Angst das es zu viel in der Richtung sein wird.

Die Geschichte wird aus Sicht von Judith geschrieben und auch in der Sprache einer zehnjährigen. Was sich nun vielleicht verschreckend anhört war gar nicht schlimm. Man merkte das kindliche, aber es war nicht kindisch. Es lässt sich leicht und flüssig lesen und ich hatte keine Textholperer oder Verständnisprobleme.

Judith ist eine neugierige etwas altkluge Zehnjährige. Das mag auch daran liegen das sie ohne Mutter aufwuchs und ihr Vater sich doch recht wenig für sie interessiert. Sie ist bemitleidenswert auf der einen Seite, denn sie wird in der Schule auf Grund der Religion stark gemobbt. Auf der anderen Seite ist sie sehr mutig und bewirkt sehr viel. Manchmal mehr als ihr lieb ist.
Ihr Vater dagegen war mir fast durchgehend unsympathisch. Er hat nur die Religion im Kopf. Er zeigt keine Gefühle gegenüber Judith und tut in der Beziehung der Beiden nur das Nötigste. Er kümmert sich das Geld rein kommt, das sie was zu Essen bekommt und ganz wichtig das sie im Glauben zu den Zeugen Jehovas gestärkt wird, aber er hat kein Ohr für ihre Sorgen und Nöte.

Die Zeugen Jehovas waren die religiöse Grundlage dieses Buches. Erst diese Art von Glauben konnte diese Geschichte schreiben, auch wenn sie fiktiv ist. Sie zeigt die negativen Seiten. Gerade Judith hat darunter zu leiden weil sie kein Weihnachten feiert, weil sie erzogen wurde zu Glauben und da einer Minderheit angehört und auch weil sie mit ihrem Vater von Tür zu Tür geht um neue Mitglieder für die Gemeinschaft  zu finden. Aber die Geschichte zeigt auch das die Mitglieder dieser Gemeinschaft zusammen halten und füreinander da sind.
Nun hört sich das so an als ob die Religion überwiegt, das ist nicht unbedingt so. Ich bin nicht wirklich gläubig und habe mit Bibeltexten nichts am Hut, aber trotzdem war es mir nicht zu viel. Die Autorin hat einen guten Mix hinbekommen. Zwischen Glaube und Fiktion.

Alles in allem fand ich es sehr unterhaltsam und kann es jedem empfehlen den etwas Religion nicht stört. Der bekommt hier eine schöne Geschichte in der der Glaube Berge versetzt

Danke an Das Buch Magazin und DVA

4 Gedanken zu „[Rezension] Grace McCleen – Wo Milch und Honig fließen

  1. Hi,

    das hört sich an, als wäre es nichts für mich. 🙁
    Sehr religiös und keine Zeit für die Kinder – das passt meiner Meinung nach gar nicht. Solche Leute machen mich nur wütend.

    Liebe Grüße
    MacBaylie

  2. Sehr anrührend und schön geschrieben!
    Was ich auch gut finde, ist, dass der Vater auch nicht zu eindimensional wegkommt.
    Aber ich will nicht zu viel verraten 😉
    Danke für den heißen Tipp!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.