[Rezension] Heidi Rehn – Thonets Gesellen

Heidi Rehn
Thonets Gesellen
ISBN 978-3-8970-5372-4
Taschenbuch
Erschienen bei Emons

Inhalt:
Das Rheintal um 1840: Die evangelischen Preußen regieren die Gegend zwischen Mainz und Köln. Das behagt den katholischen Rheinländern nicht, noch dazu, wo große wirtschaftliche Not ihren Alltag beschwert. Als eines Morgens die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, sind sich alle sicher: Ein Evangelischer ist der Täter! Die Spuren führen in die Werkstatt des Tischlermeisters Thonet, der gerade an der Technik feilt, Möbel aus gebogenem Holz in großer Stückzahl günstig herzustellen. Damit ist er seiner Zeit weit voraus. Weil er außerdem lieber die verhassten evangelischen statt der einheimischen katholischen Gesellen beschäftigt, erregt er den Unmut seiner Mitbürger. Schon versammeln sich die Burschen der Stadt vor seiner Werkstatt, um den vermeintlichen Mörder zu stellen.
Vor dem authentischen Hintergrund der Entstehung der Thonet-Möbel entwirft die Autorin das lebendige Bild einer Vergangenheit, in der Konfessionsstreitigkeiten den Nährboden für Verdächtigungen, Hass, Mord und Totschlag abgeben.

Meine Meinung:
Es beginnt mir einem kurzen Prolog um die Tote Fassbinder Tochter Lieselotte und der Weißgerber Tochter Helena, Helena erst neu nach Boppart gezogen lernt von Lieselotte das nähen und sie möchte Lieselotte gerne mal wieder bei sich zu Hause haben, damit diese ihr das Nähen weiter zeigen kann. Lieselotte ist Halbwaise, ihre Mutter und ihr älterer Bruder sind vor einiger Zeit gestorben, so dass sie sich um die kleinen Geschwister kümmern muss, das nennt sie auch als Grund dafür das der Vater gewiss was gegen ihren Besuch bei Helena haben wird. Soweit kommt es auch nicht mehr, denn kurze Zeit später wird Lieselotte tot aufgefunden in einem Fluss, nun beginnen die Ermittlungen von Dorfpolizist Müller… Das Buch hatte ich in der Bücherei entdeckt und schon alleine deswegen mitgenommen da die Firma Thonet hier in Frankenberg ansässig ist, mir war aber vollkommen unbekannt das es wohl nicht immer so war. Der historische K´rimi erzählt einige Fakten der Firma Thonet, aber zeigt auch auf wie zu der damaligen zeit die Glaubenskriege schwelten. Die Katholiken sahen in den evangelischen Mitbewohnern nur schlechtes und zeigten das auch. Das zieht sich als rotes Band durch diesen Roman. Leider ist er meiner Meinung nach der langatmig, die erst knapp 200 Seiten geht es um den Mord bzw. die Aufklärung fast weniger als darum wie sich evangelische und katholische Schuldzuweisungen geben und so merkt man kaum ein vorankommen im Ermittlungsstand, was eine durchaus gute Geschichte sehr langweilig macht. Zum Schluss geht es dann recht schnell und für mich bleibt auch noch die ein oder andere Frage offen.

 

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