[Rezension] Ina Jung & Christoph Lemmer – Der Fall Peggy

Ina Jung & Christoph Lemmer
Der Fall Peggy: Die Geschichte eines Skandals
ISBN 978-3-426-27611-2
Gebundene Ausgabe
19,99 €
Erschienen bei Droemer
Leseprobe

Inhalt:
Wer hat noch nicht von der kleinen Peggy Knobloch gehört die ziemlich genau vor 12 Jahren verschwunden ist. Das Mädchen das von Ulvi K. getötet worden sein soll. Das Mädchen deren Leiche bis heute nicht gefunden ist. Manch einer fand gut das endlich ein Schuldiger gefunden wurde, aber es gibt auch Stimmen die sagen Ulvi kann unmöglich der Schuldige sein. Dieses Buch beleuchtet den Fall Peggy und läd dazu ein sich seine Meinung zu bilden ohne nur die öffentliche Berichterstattung vor Augen zu haben.

Meine Meinung:
Eigentlich muss ich ehrlich gestehen wollte ich dieses Buch gar nicht lesen. Das Thema tauchte immer wieder in den Medien auf und ich dachte viel mehr kann da ja auch nicht drin stehen. Ich war überzeugt die Justiz wird alles getan haben dass kein Unschuldiger hinter Gittern muss. Sicher ich weiß auch das es alles nur Menschen sind und es leider Fehlurteile immer wieder gibt, aber das was ich in diesem Roman zu lesen bekam überstieg dann doch das was ich erwartet hätte.

Nun bin ich jemand der Sachbücher auch deswegen nicht mag weil sie mir meistens zu trocken sind. Viele Fakten wenig Erzählfluss. Die Geschichte wird nicht erzählt sondern mit Paragraphen und anderen Fakten belegt. Da wurde ich hier aber auch eines besseren belehrt. Der Fall Peggy ließ sich sehr flüssig lesen trotz der Fakten, Aktenausschnitten oder den Protokollauszügen. Ich fühlte mich direkt wohl und das auch obwohl ich ja einiges schon kannte was diesen Fall betrifft. Ich bin selber Mutter und ich will mir gar nicht vorstellen das eins meiner Kinder auf einmal spurlos verschwinden würde. Mein Mitleid ist bei den Familien die sowas durch machen müssen, auch wenn nicht immer alles Mustergültig verlief. niemand ist perfekt. So startet dieses Buch auch mit dem Tagesablauf am Tag des Verschwindens und mit dem familiären Hintergrund. Schon da gibt es Sachen wo ich denke hmm… hätte man da nicht stärker hinterfragen sollen. Ich finde schon Beginn der Ermittlungen gab es Fehler die gemacht wurden. Ob sie daran Schuld sind das Peggy bis heute nicht gefunden wurde sei dahin gestellt.

Das Buch ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Das Verschwinden von Peggy, der Fall wird abgeschlossen, der Skandal, war ein anderer der Täter? Im Namen des Volkes und ein Leserbrief mit Folgen.

Das Verschwinden beleuchtet alles was jeder der ihn verfolgt hat schon durch die Medien kennt. Da gibt es die ein oder andere Frage die ich mir als Laie stelle, aber ich bin eben nur Laie. Dann der Fall wird abgeschlossen. Dort sind schon die meisten Sachen echt merkwürdig. Wie die Ermittler an die Tätersuche ran gingen. Wie sie Zeugen und auch Ulvi befragt haben auf welche Quellen sie sich verlassen haben. Manchmal habe ich wirklich den Kopf geschüttelt.
So geht es auch in Der Skandal weiter.
Ich möchte nun nicht alle Abschnitte beleuchten. Fakt ist das die Autoren wirklich viele Punkte zusammengebracht haben die Für Ulvi sprechen und auch einen möglichen Täter genannt haben, der für mich viel wahrscheinlicher scheint wie Ulvi. Es bleibt zu hoffen das das letzte Ereignis diesen Falls von Ende April als Knochen gefunden wurden die von Peggy sein könnten (meines Wissens nach steht das Ergebnis noch aus) endlich den wahren Täter bringen. Es bleibt spannend auch wenn man den Dorfbewohnern und auch vor allem der Familie wünschte endlich ein Schlussstrich ziehen zu können.

Am Ende sei zu sagen das ich einen hervorragend recherchierten Roman lesen konnte. Der dazu mein Interesse wecken konnte auch mit teilweise trockenen Abschnitten, die Fall bedingt sind. Aber dieser Roman zeigt auch wie schnell man zum Opfer werden kann nur weil man sich vielleicht nicht so richtig wehren kann. Ob mein Eindruck am Ende stimmt wird sich hoffentlich so bald wie möglich zeigen.

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