[Rezension] Janet Clark – Sei lieb und büße

Janet Clark
Sei lieb und büße
ISBN 978-3-7855-7573-4
Klappenbroschur
12,00 €
Erschienen beim Loewe Verlag
Leseprobe

Inhalt:
Sina ist von Berlin nach Kranbach gezogen. Von der Anonymität in einen Ort wo man die Flöhe husten hört. Sie tut sich echt schwer Anschluß zu finden, hat sich in Rik verliebt und wurde von ihm geküsst. Kurz bevor sie sich treffen wollen verünglückt er mit dem Fahrrad. Da bekommt sie aus ganz unerwarteter Ecke Trost. Die Mädchen die sie sonst eher von oben herab behandelt haben werden ihre besten Freundinnen. Sina denkt sich nichts dabei und merkt nicht wie sie zur Marionette wird.

Meine Meinung:
Irgendwie ist es diesmal schwer eine Rezension zu schreiben, denn ich befürchte das ich mich wiederholen könnte, da mir wieder ein Buch von Janet Clark so gut gefiel das es den Favoritenstatus bekommt.

Von Anfang an fühlte ich mich mit diesem Buch wohl. Ich habe an der Arbeit begonnen zu lesen in der Hoffnung das ich rein finde trotz Telefon und Funk und es gelang mir ohne Probleme. Der Schreibstil ist gewohnt locker. Auch gibt es keine Fremdwörter so das man nicht ab und an mit Fragezeichen da sitzt.
Eine Spannung gibt es von Beginn an und sie steigert sich bis zum Ende und das obwohl die Täter eigentlich schon von Anfang an fest standen. Die Autorin schreibt eine Geschichte, die Geschichte von Tabea und Sina, von Rik und Mia und dabei erzählt sie von vielen dunklen Geheimnissen die an der Schule bzw. an dem Ort herrschen. Sie schreibt über Mobbing, ein ganz großes Thema und auch über die Schwierigkeit als Teenie für die eigene Mutter verantwortlich zu sein.

Die Protagonisten sind stellenweise recht oberflächlich, aber das nicht weil sie nicht näher gebracht werden, sondern weil sie in ihrer Geschichte so sind. Geld und Macht, Mode und Eitelkeit. Egal um welchen Preis. Da kann die eher unscheinbare Sina schlecht Fuß fassen. Sie gehört zu den Figuren mit Tiefe. Ihr Seelenleben und ihr Leben überhaupt wird dem Leser ausführlich dargestellt. Man kann lesen wie sie durch äußere Einflüsse immer mehr so wird wie sie nie sein wollte. Sie wird zum Opfer und kann gar nicht viel dafür. Sie vertraut den falschen  Leuten die sie aber auch gerissen manipulieren.
Eine Figur machte für mich die beste Wandlung: Tabea und ich kann noch nicht mal schreiben wieso ohne zu spoilern 😉

Erzählt wird aus verschiedenen Sichten. Da gibt es das Tagebuch von Mia, die die letzten Tage ihres Lebens und auch ein wenig eines Martyriums beschreibt. Dann die Sicht von einer zunächst unbekannten und die Erzählersicht. Diese Sichten auseinanderzuhalten fällt nicht schwer und gelingt so ganz nebenbei.

Zum Schluss werden alle Fragen beantwortet und noch ein wenig mehr. Janet Clark hat Mobbing in diesem Roman zum Thema gemacht und ich hoffe das auch Jugendliche, aber auch Erwachsene dieses Buch lesen und sollten sie Täter sein, verstehen was sie ihren Opfern. Vielleicht kann ja dieses Buch bei dem ein oder anderen bewirken hellhöriger zu werden und auch sollte er/sie selber Täter sein es zu lassen und seine Mitmenschen nicht zu drangsalieren. Wenn nur ein Opfer dadurch aus dieser Situation raus kommt wäre es schon Prima. Denn dieses Buch beweist auch wie schnell man zum Opfer werden kann und wie Mobbing enden kann

Vielen Dank an den Loewe Verlag

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