[Rezension] Jennifer Benkau – Wenn wir fallen



Jennifer Benkau
Wenn wir fallen
ISBN 978-3-570-17320-6
Klappenbroschur
14,99 €
ab 12 Jahren
Erschienen bei cbj
Leseprobe im Widget

Inhalt:
Liz träumt jede Nacht von diesem Jungen, den sie in Wirklichkeit nicht kennt. In diesem Traum sind sie zusammen und alles fühlt sich echt an. So echt das sie Angst hat verrückt zu werden.
Dann geraten ihre Tante und sie in einen Tankstellenüberfall und vor ihr steht ihr Traumjunge. Nun nicht mehr so lieb wie in dem Traum, sondern Teil der Gang, die die Tankstelle überfallen hat. Dennoch möchte sie ihn wiederfinden. Ihm geht es ähnlich, nur aus ganz anderen Gründen

Meine Meinung:
Wenn wir fallen scheint ein Liebesroman zu sein, doch eigentlich ist es viel mehr als das. Ein Liebesroman bedeutet meistens auch eine gewisse Leichte, etwas unbeschwertes auch manchmal oberflächlich. Doch wer das hier erwartet und mal eben ein leichtes Buch lesen möchte ist verkehrt. Wenn wir fallen hat viel Tiefe für einen Jugend- und vor allem Liebesroman.

Der Einstieg ist allerdings etwas zäh. Man lernt sowohl Liz, wie auch den Traumjungen kennen. Außerdem alle Nebenfiguren die hier einen großen Raum einnehmen. Doch ab dem Überfall kommt die Geschichte so richtig in den Gang und fesselte mich. Man weiß manchmal nicht wirklich ob man eine Liebesgeschichte oder eine Kriminalgeschichte liest, denn Beides ist hier sehr stark verwoben. Dazu kommen noch die Konflikte die behandelt werden.
Es geht um Graffitis, um Alkoholismus und Drogen um Bandenkriminalität und auch um die Liebe. Doch die rückt an manchen Stellen ein wenig nach hinten. Es ist nicht immer alles rosarot und das zeigt diese Geschichte auch sehr deutlich. Auch kann Liebe nicht bei allem helfen.

Der Schreibstil ist flüssig. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und die Spannung, sowohl als es um die Gang, wie auch als es um die Liebe ging, ist greifbar. Sie steigert sich bis zum Schluss. Unterstützt wird das dadurch das man nicht nur Liz begleitet sondern im Wechsel auch Louis zu Wort kommt. Daran merkt man erst einmal wie zerrissen dieser Junge ist und möchte ihm am liebsten laufend helfen.

Liz hat schon herbe Verluste erlitten. Sie wohnt bei ihrer Tante und geht darin auf zu Nähen. Doch selber trägt sie ihr recht auffälligen Sachen nie. Nur eine Tasche, ansonsten verkauft sie ihre Werke. Sie selbst empfindet sich als hässlich und unscheinbar und am liebsten wäre sie unsichtbar. Sie mausert sich von einem sogenannten Mauerblümchen zu einem starken und selbstbewussten Mädchen. Das ist schön mit anzusehen.
Louis ist der Bad Boy, doch das wäre zu oberflächlich. Er hat viele Probleme und hat sich in eine Situation manövriert aus die er alleine kaum raus kommen kann. Obwohl er kriminell ist hatte ich Mitleid mit ihm, denn schließlich ist er, wie Liz auch, erst sechszehn Jahre alt.
Katta ist Liz beste Freundin und diejenige die ihr beratend zur Seite steht. Es gibt nicht viele Menschen in Liz Leben, so ist es nicht verwunderlich das Andrea, ihre Tante, auch eine Vertraute ist, auch wenn sie nur Bruchstücke erfährt, von dem, was bei Liz los ist.

Am Ende bleibt nur zu sagen das ich selten so eine tiefsinnige und zugleich aufregende Liebesgeschichte für Jugendlich gelesen habe. Die Altersangabe ab 12 Jahren ist in Ordnung. Doch bringt das Buch auch eine Botschaft für Erwachsene mit.

4buecher

4 Gedanken zu „[Rezension] Jennifer Benkau – Wenn wir fallen

  1. Ich weiß nicht, ob es wirklich ein Buch für mich ist. Benkau hat mich schon so oft enttäuscht. Nach deiner Rezi bin ich jetzt doch etwas neugieriger geworden. Vielleicht versuche ich es nochmal mit dieser Autorin.

    LG

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