[Rezension] Jonathan Stroud – Lockwood & Co Bd. 1: Die seufzende Wendeltreppe

Jonathan Stroud
Lockwood & Co. – Die Seufzende Wendeltreppe
ISBN 978-3-570-15617-9
Gebundene Ausgabe
18,99 €
Erschienen bei cbj
Leseprobe

Inhalt:
London wird seit Jahrzehnten von Geistern heim gesucht. Sie töten Menschen und versetzten die ganze Stadt in Angst und Schrecken. Zur Bekämpfung gibt es Agenturen. Eine davon ist Lockwood & Ca. Eine Agentur von drei Jugendlichen die auf Geistersuche gehen. Dabei geht etwas schief und sie müssen den nächsten Auftrag annehmen so gefährlich er auch sein mag.

Meine Meinung:
Auch das ist ein Messebuch. ich hatte eigentlich nur nach einer Leseprobe gefragt und bekam das ganze Buch. Ich hatte schon von vielen begeisterten (auch hier steckt ein Geist drin) Stimmen gelesen und wollte mir mein Bild davon machen.

Nun lag es doch noch eine Weile und gestern sollte es dann endlich vom SuB befreit werden. Ich ahnte schon das es ein kurzweiliges Vergnügen wird, denn die Schrift ist doch recht groß. Doch dann fiel mir der Einstieg erstmal ein wenig schwer. Zu beginn landet man als Leser direkt in einem Fall. Man lernt Lockwood und Lucy kennen. Das war wirklich spannend und sehr interessant, doch dann kam für mich der kleine Spannungsabfall, denn es gab ein Abschnitt der Vorher heißt und beschreibt wie Lucy zu Lockwood kam. Umgekehrt wäre hier vielleicht besser gewesen, aber das weiß ich nicht genau. Nach diesem Abschnitt landet man wieder direkt in dem Fall vom Anfang. Von da an mochte ich das Buch nicht aus der Hand legen.

Lockwood & Co ist aus Sicht von Lucy geschrieben, auch wenn die Agentur den Namen Lockwood hat ist er nicht der Erzähler. Das hätte ich erwartet, aber so gibt es eine Sicht von Außen auf Lockwood. Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Als Leser bewegt man sich in England, allerdings gibt es keine Zeitangabe. Ich würde durch manche Waffen eher an 18. oder 19. Jahrhundert denken, dann gibt es aber Sachen die erwähnt werden die auch in das 20. Jahrhundert passen. Es ist wohl eine ganz eigene Zeit die Jonathan Stroud dort erfunden hat.
Neben Spannung gibt es eine Menge Witz. Es ist ein trockener Humor der mich einige Male zum lachen brachte. Ein Beispiel aus dem Bewerbungsgespräch von lucy:

Ich wartete noch ein paar Minuten, dann gab ich es auf „Es tut mir leid.“ sagte ich schließlich, „ich kann absolut nichts feststellen.“

Lockwood nickte. „Zum Glück. Das ist nämlich Georges Zahnputzbecher.“

Die Agentur hat drei Beschäftigte und sie sind auch die Protagonisten dieses Buches.
Ich fange mit Lucy an. Sie erzählt die Geschichte und von ihr erfährt man auch etwas über ihre Zeit vor Lockwood & Co. Sie ist impulsiv und entscheidet aus dem Bauch heraus, was im Kampf nicht unbedingt immer gut ist. Sie ist aber jemand der zu seinen Fehlern stehen kann. Ihre Vergangenheit ist nicht leicht gewesen, aber sie ist dran gewachsen und wächst auch im Buch weiter über sich hinaus.

Lockwood, ist der Inhaber der Agentur. Man sollte nicht vergessen das er erst 15 Jahre alt ist. Seine Eltern scheinen gestorben zu sein. Ihm gehört das Haus mit viele Kuriositäten aus der Geisterzeit. Als Leser erfährt man über ihn nur sehr wenig. Er lässt nicht den Chef raus hängen, ist wie Lucy recht impulsiv und sonst ein recht stiller Geselle. Über seine Vergangenheit erfährt man hier gar nichts.
Noch weniger aber erfährt man über George. Der dritte im Bunde bei Lockwood & Co. Er steht auch so ein wenig zurück gegenüber den beiden anderen. Er hat keine besonderen Fähigkeiten was die Geistersuche betrifft. beschäftigt sich aber gerne mit Artefakten. Er und Lucy sind sich meistens uneins, aber ohne das es in großem Streit ausartet.

Das besondere an diesem Buch sind natürlich die Geister, aber auch das Kinder Geisterjäger sind, weil man als sie als Erwachsene gar nicht mehr wahrnehmen kann. So hat Lucy mit 8 Jahren angefangen zu arbeiten und ein paar Jahre später mehr damit verdient als ihre Mutter. Mit 21 ist man quasi schon in Rente oder versucht sich als Berater. Das es keine Jahresangabe gibt habe ich ja schon erwähnt.
Lockwood & Co erinnert ein wenig an Ghostbusters, allerdings viel ernster als ich den Film in Erinnerung habe. Aber nicht so ernst das der Spaß am Lesen fehlen würde.

Das Buch ist ab 12 und ich kann es vorbehaltlos ab diesem Alter empfehlen, aber auch für Erwachsene ist es gut geeignet. Ich fühlte mich gut unterhalten nach meinen anfänglichen Schwierigkeiten.

5buecher

4 Gedanken zu „[Rezension] Jonathan Stroud – Lockwood & Co Bd. 1: Die seufzende Wendeltreppe

  1. Geistergeschichten stehe ich auch etwas kritisch gegenüber, aber diese hier mochte ich. Zwischendrin hängt die Geschichte für meinen Geschmack ein klein wenig durch, weil das „wer, wie, warum“ doch recht ausführlich diskutiert wird. Aber wie Du schon schriebst ist es ein Buch ab 12J., außerdem ist es der erste Teil, da gehört das einfach dazu. Außerdem ist es ja nicht uninteressant….
    Viele Grüße

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