[Rezension] Karolin Kolbe – 17 Briefe oder der Tag an dem ich verschwinden wollte

Karolin Kolbe
17 Briefe oder der Tag an dem ich verschwinden wollte
ISBN 978-3-522-50452-2
Taschenbuch
9,99 €
ab 12 Jahre
Erschienen bei Planet Girl
Leseprobe

Inhalt:
Heute ist es soweit denkt sich die 18 Jährige Line, heute werde ich einfach verschwinden. Sie hält es zu Hause nicht mehr aus und möchte nur noch weg. Nur noch einen letzten Brief möchte sie an einem Bach hinterlassen. Nicht ahnend das dieser von jemanden gefunden und auch beantwortet wird. Der Beginn einer Brieffreundschaft die Leben verändert…

Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich in einer Leserunde gelesen und eigentlich hatte ich vor jeden Abend einen Abschnitt zu lesen, doch das war gar nicht möglich. Dieses Buch zog mich so in seinen Bann, das ich es nicht mehr zur Seite legen wollte.

Dabei fing alles etwas holprig an. An den Schreibstil musste ich mich erst einmal gewöhnen. Viele Probleme von Line waren nur angedeutet und dieses um den heißen Brei rumreden fand ich schon etwas nervig. Doch umso weiter die Geschichte voran schritt umso weniger wurde ausgespart bzw. umso mehr erfuhr man von den Protagonisten und alles nervige war weg.
Die Tatsache das Briefe geschrieben werden bedeutet hier nicht das die Briefe die Geschichte erzählen, sondern viel mehr das sie Teil einer Geschichte sind. Durch die Tatsache das die beiden Briefeschreiber nicht wissen wer der jeweilige Andere ist wird die Geschichte für sie und auch für den Leser interessant gehalten. Als Leser wollte ich natürlich wissen wie sie reagieren wenn sie es erfahren.

Eigentlich gibt es hier zwei Hauptfiguren.
Das ist natürlich Line. Die eine Zwangsneurose hat, aber sich durch die Briefe hinaus entwickelt. Jemand die einen festgelegte Plan für jeden Tag hat und auch davon nicht abweichen darf. Sie entwickelt sich immens in dieser Geschichte und sie und ihr Leben werden von dem hässlichen Entlein zum schönen Schwan auch wenn ihre Probleme sich nicht in Luft auflösen.
Anton ist die andere Hauptfigur. Ein Junge der alles hat. Gut im Sport, beliebt in der Schule, eine Freundin die jeder haben möchte und ein scheinbar heiles Familienleben, solange man die Türschwelle nicht übertritt. Das einzige was er nicht besitzt ist Eigenständigkeit und Rückhalt. Er ist ein Mitläufer und deswegen gerade zu Beginn nicht sehr sympathisch. Doch das ändert sich als er sein wahres Ich zeigt. Was normalerweise etwas negativ klingt ist hier durchweg positiv zu betrachten.
Es gibt viele Nebenfiguren die alle eine Rolle spielen in den Leben von Anton und Line, die Familie die sehr Problembehaftet sind, Mitschüler, Sportkameraden und andere Erwachsene. Jede Rolle ist für die Geschichte wichtig und von der ein oder anderen Person hätte ich gerne mehr erfahren.

17 Briefe empfinde ich als ein lehrreiches Jugendbuch. Ein Jugendbuch mit einer gewissen Tiefe und Unterhaltsamkeit. Karolin Kolbe hat wie ich finde genau die richtige Mischung getroffen und es gab nur eine Stelle, die ich als etwas realitätsfern empfand. Doch das sind Kleinigkeiten.

4buecher

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