[Rezension] Lynda Mullaly Hunt – Ich hab mich nie so leicht gefühlt


Lynda Mullaly Hunt
Ich hab mich nie so leicht gefühlt
ISBN 978-3-570-16408-2
Gebundene Ausgabe
12,99 €
Übersetzerin: Renate Weitbrecht
ab 11 Jahren
Erschienen bei cbt
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Inhalt:
Carley muss in eine Pflegefamilie. Von einem auf den anderen Tag wird sie heraus gerissen aus ihrem gewohnten Leben und kommt in die heile Welt der Pflegefamilie. Zunächst ist sie davon gar nicht begeistert und wehrt sich mit derben Sprüchen und einer errichteten Mauer. Doch die Familie tut alles um es ihr so angenehm wie Möglich zu machen. Als sie sich dann endlich eingelebt hat macht sich ihr altes Leben wieder bemerkbar…

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich auf Grund der Tatsache interessiert das es um ein Pflegekind geht. Ich selber war für ein gutes Jahr ein Pflegekind und hatte mit meiner Pflegefamilie wirklich Glück. Ich weiß aber auch das es andere Fälle gibt in denen es den Pflegeeltern nur um das Geld geht und die Kinder nur das Nötigsten bekommen, wenn überhaupt.

Genau das ist die Angst, die Carley in dieser Geschichte hat. Zu einer der negativen Familien zu kommen. Sie trifft es wirklich gut, das muss man sagen, doch ist sie soviel Gutes gar nicht gewohnt.

Die Autorin beschreibt zu Beginn nur die Fahrt zur Familie, aber noch nicht warum Carley von Zuhause weg muss. Das wird erst nach und nach deutlich und macht einen Fassungslos. Überhaupt fesselt Lynda Mullaly Hunt den Leser dadurch Informationen weg zu lassen und erst später mitzuteilen, so dass es wirklich durchweg interessant bleibt. Sie gibt der Geschichte auch die nötige Zeit. Es ist kein Buch in dem Friede, Freude, Eierkuchen herrscht auch wenn die Familie eine Bilderbuchfamilie ist. Hier bringt Carley einige Unruhe rein.

Carley geht in die 8. Klasse und muss sich auch dort eingewöhnen. Ihre Weigerung zu Beginn sich einzuleben zieht sich durch alle Bereiche und sind gespickt mit Sarkasmus und ablehnenden Sprüchen. Die im Einzelnen gewiss witzig sind, aber auch ihre verzweifelten Gefühle spüren lassen. Carley wird von der verschlossenen Auster mit der Zeit wirklich zu einem ausgeschlossenen jungen Mädchen.
Die Familie Murphy gibt ihr die Zeit und macht alles damit sie sich wohl fühlt. Mrs. Murphy am Meisten, denn sie bringt viel Verständnis für sie auf. Ihre Geduld hätte ich gerne. Sie ist sehr einfühlsam und einfach für die Aufgabe perfekt. Mr. Murphy ist derjenige der dem Ganzen etwas skeptisch gegenüber steht, doch gibt es Situationen in denen er vorkommt die ihn eher als neutral dastehen lassen. Dann sind da noch drei Jungs. Die beiden Jüngsten mögen Carley recht schnell. Doch Daniel, der Älteste, hat da eine ganz andere Meinung. Für ihn hat Carley dort nichts zu suchen. Es gibt also auch bei den Figuren in der Familie ein breites Spektrum. Bei den einen hat es Carley recht leicht, bei anderen muss sie kämpfen.

Die Geschichte ist ab 11 Jahren und ist vom Schreibstil auch so einfach gehalten das Kinder sie verstehen. Es geht nicht um Gesetze oder ähnliches. Es geht einfach um das Familienleben und zeigt das Familienleben eines Pflegekindes. Kinder die selbst in der Situation sind wird hier gezeigt das es gut laufen kann, wenn man sich drauf einlässt. Das man nicht an alles Schuld ist und eben Kind ist und nicht Erwachsen.
Doch finde ich dieses Buch auch interessant für Erwachsene. Es zeigt das man nur Geduld haben muss in manchen Situationen und damit Kindern Zeit geben muss um sich auch mal auszutoben. Verständnis zeigen für Ärger, den die Kids haben. Das gilt nicht nur bei Pflegekindern, sondern auch bei den eigenen Kindern.

5buecher

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