[Rezension] Meike Cuddeford – Wundergirl

Meike Cuddeford
Wundergirl
ISBN 978-3-7375-1701-0
Taschenbuch
14,90 €
Erschienen bei epubli

Inhalt:
Minna ist eine junge Frau und ihr Leben geht gerade den Bach runter. Ihre Beziehungen zu Männern sind nur geschäftlich. Ihr Studium hat sie abgebrochen und dann wird noch die Hausmeisterin von dem Haus in dem sie als 12 Jährige mit ihrer Mutter wohnte, ermordet. Nun kommt alles wieder hoch und Minna muss sich mit ihrer Vergangenheit auseinander setzen.

Meine Meinung:
Diese Buch lag auf einmal in meinem Briefkasten. Anbei eine nette Karte auf der Infos zum Buch stehen. Unter anderem steht dort der Satz: Die Geschichte eines sexuellen Missbrauchs und seine Folgen.

Bis es aber soweit kommt passiert in dem Buch einiges anderes. Als Leser begleitet man Minna als Erwachsene und auch immer wieder im Rückblick zu der Zeit vor 12 Jahren. Man liest die Chronologie eines Missbrauchs in der Vergangenheit und Minnas Leben in der Gegenwart. Eine Kriminalgeschichte gepaart mit einem harten Schicksal.
Dabei schreibt die Autorin teilweise so authentisch das mir ganz anders wurde und ich pausieren musste. Gott sei Dank kamen solche Stellen nur zweimal vor, aber es reicht vollkommen aus. Nicht jeder Leser erträgt das und ich denke es sollte drauf hingewiesen werden. Gleichzeitig denke ich aber das auch diese Schilderungen wichtig sind um auf das Thema hinzuweisen und zu sensibilisieren. Als Außenstehender fragt man sich ganz oft warum keiner etwas gemerkt hat und so ist das auch hier.

Minna ist ein junges Mädchen als sie Missbraucht wird. Die Art und Weise ist so wie man sie aus Erzählungen kennt. Ein langsames Annähern mit dem Höhepunkt in dem äußersten der brutalen Tat. Sie wird beschworen den Mund zu halten und wird unter Druck gesetzt. Minna ist kein dummes Mädchen, eine normale 12 Jährige die sich bei ihrem Handeln nichts denkt und an das gute im Menschen glaubt. Als sie Erwachsen ist, sieht das anders aus. Ihr Leben ist recht verkorkst. Sie wirkt Beziehungsunfähig und hat auch keine Freunde.
Nahe Angehörige sind ihre Mutter, diese ist schon ihre Vertraute aber nur bis zu einem gewissen Grad. Diese ist mit einem anderen Mann als dem Vater verheiratet und lebt schon in einer kleinen Wohlstandsblase. Durch ihre Heirat ist sie Gesellschaftlich aufgestiegen. Dann gibt es noch einen Bruder, Sören, derjenige der ihr am nahesten steht auch wenn er nichts vom Missbrauch weiß. Er wurde gerade von seinem Freund verlassen und kann ihr in der Zeit nicht den Rücken stärken.
Die Männer mit denen Minna verkehrt bezahlen sie, auch wenn es ausgewählte Männer sind und für sie eine besondere Bedeutung haben, kann man sich auf sie nicht verlassen. Doch ziehen sie Minna weiter runter und zeigen wie schlimm es um sie steht.

Sexueller Missbrauch ist ein schwieriges Thema und auch dieses Buch ist keine leichte Lektüre. Es wühlt auf auch wenn ich das Gott sei Dank nie erleben musste und so viel ich weiß auch meine Kinder davon verschont blieben. Ich finde es aber gut das es solche Bücher gibt, zum sensibilisieren und auch dafür Jugendlichen zu zeigen das sie handeln sollen. Das es besser ist die Täter anzuzeigen und sich nicht zu schämen. Die Autorin hat das mit diesem Buch gut ausdrücken können. Es ist eine spannende Geschichte die aber nicht reißerisch wirkt. Ich denke aus Sicht einer Nicht-Betroffenen das die Autorin genug Taktgefühl hat walten lassen

Es gibt keine Altersangabe, denke aber das gerade in Hinblick auf manche Stellen es nicht vor dem Alter von 16 Jahren gelesen werden sollte.

5buecher

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