[Rezension] Michaela Holzinger – Funkensommer

Michaela Holzinger
Funkensommer
ISBN 978-3-407-74533-0
Taschenbuch
8,95 €
ab 12 Jahren
Erschienen bei Gulliver

Inhalt:
Hannah lebt auf einem Bauernhof und muss, seit dem ihr Bruder krank wurde, mit anpacken. Es passt ihr nicht immer aber es muss eben sein. Irgendjemand muss ihren Eltern ja helfen. Doch das ihre Eltern einfach bestimmen das sie später den Hof übernimmt, geht ihr zu weit. Es ist ihr Leben und wenn sie nicht langsam damit anfängt für das was sie möchte einzustehen wird es fremdbestimmt.

Meine Meinung:
Funkensommer ist eigentlich eine Pubertätsgeschichte, eine Geschichte in dem Hannah rebelliert. Und doch ist sie anders, denn nur mit der Pubertät kann man das hier nicht abtun.

Es ist auch eine Geschichte über Liebe, Freundschaft und füreinander einstehen und das wird schon von beginn an deutlich. Als Leser wird man mitten rein geschmissen in das Leben von Hannah, ein Leben das sie so nicht möchte. Das wird recht schnell klar.

Hannah lernt man in dieser Geschichte recht gut kennen. Schließlich begleitet man sie die ganze Zeit über. Die 16 Jährige will endlich selber über ihr Leben entscheiden. Egal ob es um die Liebe oder um ihre Zukunft geht. Leicht hat sie es nicht immer und wenn das ein oder andere einfach auf Missverständnisse beruht kann ich sie gut verstehen. Sie ist authentisch und ist mir als Leser gleich recht nah. Es ist schön zu sehen wie sie aus ihrer geduckten Haltung raus kommt und auflebt.
Hilfe hat sie da von Jellena auch Jelly genannt. ihre allerbeste Freundin stupst sie so ein wenig in die richtige Richtung. Eine Frohnatur, die auch den ein oder anderen Schlag hinnehmen muss. Jemand der sagt wo es lang geht, aber dabei nicht übers Ziel hinaus schießt.
Finn ist der Junge den Hannah mag und er muss einiges mitmachen. Es gibt ein paar Stellen wo ich überrascht war das diese junge Liebelei doch soweit reicht das er es hinnimmt.
Raphael ist der Bruder von Hannah und „der Kranke“, als ich den Rückentext las dachte ich erst schon wieder Krebs. Wurde aber positiv überrascht. Diesmal ist es nicht Krebs und doch wird so getan als ob er sterben würde wenn er etwas falsches macht. Raphael ist für mich ein ganz unangenehmer junger Mann und auch wenn das seine Gründe hat, die ich recht schnell durchschaut habe, finde ich es nicht gut.
Für die Eltern zählt nur der Hof. Ich fand die Stimmung zwischen Eltern und den Kindern sehr distanziert und hätte mir da mehr Gefühl gewünscht.

Es gibt nicht viel negatives zu Funkensommer zu sagen. Etwas gestört waren die Altersangaben in Verbindung mit der Klasse in der Hannah und Finn gehen. Sicher ist das Schulsystem in Österreich anders aufgebaut, zumindest habe ich es mir so erklärt. Das sollte man hier auch im Hinterkopf haben und die Angaben über Schuljahr und Alter im Zusammenhang ausblenden. Dann stiftet es auch keine Verwirrung.

Insgesamt ist Funkensommer ein interessantes Buch, das auch etwas den erhobene Finger zeigt. Ein Buch das ich gerne gelesen habe und auch gerne weiter empfehle

4buecher

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