[Rezension] Nathan Filer – Nachruf auf den Mond

"buchhandel.de/Nathan Filer
Nachruf auf den Mond
ISBN 978-3-426-28124-6

Gebundene Ausgabe
19,99 €
Übersetzer: Eva Bonné
Erschienen bei Droemer
Leseprobe

Inhalt:
Matthew ist Patient in der Psychiatrie in Bristol und erzählt seine Geschichte und die seines verstorbenen Bruders. Wie sich die Familie veränderte und was mit ihm geschah. Eine ganz besondere Geschichte über Geschwisterliebe

Meine Meinung:
Nachruf auf den Mond überzeugte mich durch sein cover und auch durch den Titel. Die Beschreibung klang interessant und so wollte ich es auch gerne Lesen auch wenn es eine Erzählung ist.

Die Tatsache das diese Geschichte von Matthew erzählt wird macht sie zu etwas besonderem. Nathan Filer lässt seine Figur Matthew erzählen als ob er einem gegenüber sitzt. Das bezieht den Leser sehr gut mit ein, verwirrt aber hier auch an vielen stellen, denn Matthew erzählt sehr sprunghaft. Wirbelt zwischen Vergangenheit und dem jetzt. Zwischen Klinik, Kinderheit und seinem Leben alleine in seiner angemieteten Wohnung.

Der Dreh- und Angelpunkt ist sein Bruder und der Unfall, der geschah als Matthew 9 jahre alt war. Das alles erfährt man schon zu Beginn der Geschichte und trotzdem schaffte es der Autor eine gewisse Spannung zu halten. Die Frage worauf alles hinausläuft war für mich die Frage die mich weiterlesen lies um eine Antwort zu bekommen, denn auch wenn Nathan Filer viel verriet, alles hat er noch nicht erzählt und tut dies auch erst ziemlich am Ende.

Die Figuren sind hauptsächlich Familienmitglieder.
Matthew, der Erzähler, der junge Mann, dem seine Krankheit Schizophrenie heißt, der seinen Bruder sehen und hören kann, wenn er die Medikamente absetzt. Der trotzdem versucht in seinem Leben klar zu kommen und doch immer wieder scheitert. Eine Figur die fasziniert, Mitleid erregt und sehr interessant gestaltet ist.
Simon lernt man nur durch Matthew kenne, wie auch alle anderen Figuren. Doch von den einen erzählt er. Simon erlebt man. Er lebt durch Matthew auch nach seinem tot.
Es gibt noch Ärzte und Schwestern, die Eltern, die erst einmal mit dem Tod des einen Sohnes und der Krankheit des anderen umgehen lernen müssen und die Großmutter, zu der Matthew ein sehr enges Verhältnis hat. Sie alle sind wichtige Nebenfiguren.

Am Ende war es ein interessantes Buch, was ich gerne gelesen habe und doch gibt es kleinere Kritikpunkte. Das sprunghafte erzählen passt einerseits zu der Figur Matthew, andererseits macht es es teilweise sehr schwer dem Geschehen und auch den Gedanken von Matthew zu folgen. Eine Erzählweise die authentisch ist, aber das Buch zu einer doch recht schweren Lektüre werden lässt. Auf jeden Fall kein buch um mal eben zu lesen und ein Buch das haften bleibt.

Ein Pluspunkt ist auch das Interview was mit Nathan Filer zu diesem Buch geführt wurde und das auf den letzten Seiten abgedruckt ist. Es zeigt die Beweggründe Filers dieses Buch zu schreiben und wie diese Geschichte entstanden ist

4buecher

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