[Rezension] Pippa Wright – Das Schwagermonster


Pippa Wright
Das Schwagermonster
ISBN 978-3-442-38328-3
Taschenbuch
9,99 €
Übersetzer:
Erschienen bei Blanvalet
Leseprobe im Widget

Inhalt:
Kate ist wieder in ihren Heimatort geflüchtet. Von ihrem Mann hat sie sich getrennt, ihren Job hat sie schon vor längerem verloren. Sie ist ziemlich down und mag am liebsten nur alleine sein. Doch ihre Schwester will heiraten und bringt ihren Zukünftigen, Ben,  bei Kate unter. Ben ist chaotisch und faul, findet Kate und sie denkt das ihre Schwester etwas besseres verdient hat und versucht Ben zu erziehen, damit die Ehe ihrer Schwester nicht dasselbe Schicksal ereilt wie ihre eigene.

Meine Meinung:
Ein wenig ist die Inhaltsangabe so geschrieben wie sie auf dem Buchrücken steht und doch fehlen bei Beiden entscheidendes. Das was wie ein witziger Frauenroman klingt geht viel tiefer als diese Beschreibung vermuten lässt. Der Beginn ist so oberflächlich, doch mit der Zeit merkt man das dieser Liebesroman doch recht viel Tiefgang hat.

Zunächst möchte ich den flüssigen und leicht zu lesenden Schreibstil erwähnen. Etwas Probleme hatte ich zu Beginn mit den Zeitsprüngen, doch auch das gab sich als ich eine Weile gelesen hatte. Die Kapitel sind nicht zu lang und laden so ein immer weiter zu lesen. Dazu ist die Geschichte eben nicht einfach nur eine Liebesgeschichte mit Happy End. Sie ist nicht das Typische Frau trennt sich von Mann und hinterher ist doch alles wieder beim Alten nur viel besser.

Bei den Figuren fing es für mich schon an.
Kate ist die Frau die alleine nun in ihrem Heimatort sitzt und zunächst Trübsal bläst. Sie lebt in dem Haus ihrere verstorbenen Großmutter und weil sie ziemlich bekannt ist nimmt auch der ganze Ort Anteil an ihrem Schicksal. Sie hat die Leute auf ihrer Seite. Die Gerüchte die im Umlauf sind lassen sie als gehörnte Ehefrau stehen. Kate ist sehr ehrgeizig und zielstrebig. Egal ob es in ihrem Job war oder als Ehefrau und Hausfrau. Es muss perfekt sein. Eine Eigenschaft die ja erst einmal gut klingt, doch merkt man mit der Zeit das es zu perfekt ist und ein wenig mehr Gleichgültigkeit ihr gut tun könnte. Kate findet in dieser Geschichte zu sich selbst und arbeitet nicht nur die Ereignisse ihrer Ehe auf.
Prue ist Kates Schwester, sie erlebt man nur selten war mir aber bis auf eine Szene am Schluss recht unsympathisch. Sie wirkt diktatorisch und kalt. Ben ist da etwas anders, doch auch ihn, obwohl er bei Kate wohnt, lernt man nur als das typische Vorurteil Mann kennen. Ein Mann dem man sagen muss was er tun soll und den man erziehen muss weil er sonst nichts tut.
Dann gibt es noch Kates Jugendfreund Eddy. Er war mir sehr sympatisch. Er ist so unbedarft und natürlich locker. Steht Kate zur Seite und baut sie auf.
Von Kates Eltern liest man nur recht wenig auch wenn es zumindest ein tiefschürfenderes Gespräch gibt. Da ist Mrs Curtis, die Großmutter von Eddy und Nachbarin von Kate schon öfter zu lesen. Die etwas schrullige alte Dame, die Witz in die Geschichte bringt und das ganze auch etwas auflockert wo es zu Ernst zu werden droht.

Am Ende war ich erstaunt über den Ausgang der Geschichte, über all die Sachen die drin vor kamen und dieses Buch zu etwas besonderem machten. Die Besonderheit nicht nach Schema xy zu schreiben und auch wenig bis gar keinen  Kitsch in einen Liebesroman zu bringen. Ihn aber trotzdem unterhaltsam zu gestalten. Nicht oberflächlich und aufgesetzt zu wirken, sondern authentisch. Ich hatte das Gefühl es könnte eine reale Geschichte sein, eben weil den Figuren nicht alles einfach so zufliegt.
Ein Buch das von Anfang bis Ende überrascht.

5buecher

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