[Rezension] Fitzek & Tsokos – Abgeschnitten

Sebastian Fitzek & Michael Tsokos
Abgeschnitten
ISBN 978-3-426-19926-8
Gebundene Ausgabe
19,99 €
Erschienen bei Droemer
Leseprobe

Inhalt:
„Zu niemandem ein Wort, Papa  Sonst werde ich sterben.“  Sind die Worte die Rechtsmediziner Paul Herzfeld hört, als er die Telefonnummer wählt, die er in einer grausam zugerichteten Leiche gefunden hat. Sie kamen von seiner Tochter Hannah, die in der Hand eines Entführers ist. Herzfeld versucht auf eigene Faust zu ermitteln und stößt so auf die Comiczeichnerin Linda, die auf der Insel Helgoland auf Grund eines Sturms, abgeschnitten vom Festland ist und dort eine Leiche gefunden hat. irgendwie gehört die Leiche und die Entführung von Hannah zusammen, nur wie….

Meine Meinung:
Abgeschnitten wurde nun schon mehrfach hoch gelobt und auch ich wollte ohne den neuen Thriller von Fitzek nicht sein. Diesmal kommt er gleich in doppelter Besetzung, denn auch der Rechtsmediziner Michael Tsokos hatte seine Finger im Spiel.

Raus kam ein wirklich guter und spannender Thriller. Sehr blutrünstig und manchmal leider auch sehr anschaulich. Die Stors ist recht leicht umschrieben und doch am Anfang recht kompliziert. Man muss als Leser zusammen mit Paul Herzfeld dahinter kommen was der Grund für all die Verbrechen ist. Ab dem Moment wo das klar ist weiß man auch schon worauf es hinauslaufen könnte. Aber ein Fitzek wäre kein Fitzek würde er den Leser nicht überraschen.

Anfangs gab es für mich stellen die ich doch recht langweilig fand, was aber daher rührte das ich zum Einen den Motion Comic gesehen hatte und daraus Szenen wiederholt wurden und zum Anderen bei der Thrillerlesung in olpe war wo der Prolog bereits vorgelesen wurde. Das waren auch immer nur kurze Momente und musste nicht weiter beachtet werden. Schon auf der Lesung bzw. als ich dann den Motion Comic sah fragte ich mich wie Beides zusammen hängt und auch in dem Buch wird man wirklich fast bis zum Ende im unklaren gelassen, was die beiden Sachen miteinander zu tun haben. Sicher, der Motion Comic zeigt warum Linda überhaupt auf der Insel Helgoland verweilt, aber wie es ihr dort ergeht und wie sich die Figur Linda in der Geschichte entwickelt wird natürlich nicht verraten.
So konnte ich nun auch endlich von Ingolf von Appen lesen, der in den Interviews & Lesungen immer wieder erwähnt wurden und ich bin froh das der tolpatschige Praktikant so eine Rolle bekam. Er erstaunt Leser und ich denke auch Paul Herzfeld und wächst über sich selber hinaus. Ingolf von Appen ist das beste Beispiel dafür das auch der erste Eindruck täuschen kann. Er lockerte die Geschichte etwas auf und war für mich eine der wichtigsten Personen.
Paul Herzfeld ist der Rechtsmediziner der in dieser Geschichte der Dreh und Angelpunkt auf dem Festland ist. Er jagt nach dem Täter und sucht seine Tochter und muss dabei so einige Abenteuer überstehen und hindernisse überwinden. Er ist zu beginn derjenige der das Gesetz achtet und für immer richtig betrachtet, aber mit der Zeit festellen muss das es auch im Recht nicht immer Gerecht zugeht.
Linda ist die Hauptfigur auf Helgoland. Der Laie, der gezwungen ist eine Leiche zu obduzieren, das so gut beschrieben wurde das es selbst mir manchmal den Magen umdrehte. Sie ist zäh, zäher als sie selbst glaubt und kämpft wie eine Löwin und das wo sie Paul Herzfeld so gar nicht kennt. Nur für die Sache. Nur dafür Hannah zu finden.

So steigt die Spannung ins unermessliche. Man liest von Obduktionen und wenn man Interviews glauben darf sind die schon entschärft worden. Trotzdem immernoch heftig genug. Man liest von der Suche nach Hannah und das immer aus der Sicht von Paul Herzfeld und Linda. Ab und an liest man noch von „Der Hölle“ in den Abschnitten berichtet eine junge Frau von ihren Qualen und den Mißhandlungen denen sie ausgesetzt ist. All das wird aber immer zu Beginn angekündigt, so das man sofort weiß wo man sich befindet.

Aber diese Buch hat nicht nur Unterhaltungswert. Nein es hat auch eine Botschaft. Zu Beginn und auch am Ende des Buches sind kleine Auszüge aus Gerichtsurteilen wo man lesen kann das ein Vergewaltiger geringer bestraft wird als ein Steuersünder. Wen von uns ärgert es nicht immer wieder, das mehr Rücksicht auf die Täter genommen wird als auf die Opfer. Wenn dann wieder jemand auf Bewährung raus kommt der ein Kind oder auch einen Erwachsenen vergewaltigt oder mißhandelt hat, fragt man sich doch wer daran denkt dass das Opfer sein Leben lang darunter leidet und nicht auf Bewährung raus kommt aus den Qualen.

Vielen Dank an Droemer 

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