[Rezension] Sophie Kinsella – Schau mir in die Augen Audrey


Sophie Kinsella
Schau mir in die Augen Audrey
ISBN 978-3-570-17148-6
Klappenbroschur
14,99 €
Übersetzer: Anja Galic
ab 12 Jahren
Erschienen bei cbj
Leseprobe

Inhalt:
Audrey ist nach einem schlimmen Erlebnis in der Schule traumatisiert. Sie kann keinen Kontakt mehr außerhalb ihrer Familie aufnehmen und wird deswegen auch therapiert. Von ihrer Therapeutin bekommt sie die Hausaufgabe einen Film zu drehen. Kein Problem, denn bei ihrer verrückten Familie gibt es immer etwas Neues. Doch dann gerät der Freund ihres Bruders Linus immer mehr in den Fokus und Audrey verändert sich…

Meine Meinung:
Ich lese gerne die Bücher von Sophie Kinsella und so war es gar keine Frage das ich diesen Jugendroman auch lesen möchte. Das ich ihn dann so schnell gelesen habe, ist selbst für mich momentan ungewöhnlich.

Ich dachte mir ich lese ein paar Seiten vor dem zu Bett gehen. Dann konnte ich das Buch aber nicht mehr weglegen und hörte erst zu lesen auf als ich es durch hatte. Von Beginn an war ich gebannt vom Schreibstil der Autorin. Sie hat den Umschwung vom Chick-Lit für Erwachsene auf das sehr tiefgründige Jugendbuch gut geschafft.

Im Mittelpunkt steht Audreys Krankheit und auch aus ihrer Sicht ist diese Geschichte erzählt. Dabei erfährt man als Leser gar nicht warum sie so krank ist. Sie meint selber das tut nichts zur Sache und will nicht drüber „reden“. Sie spricht hier und da den Leser persönlich an. Eine Art Tagebuch-Stil, der zwischendrin in den Drehbuch-Stil wechselt.

Langweilig ist dieses Buch nie. Erst möchte man schon gerne wissen was überhaupt mit ihr los ist, wird aber dann recht schnell abgelenkt von der verrückten Familie, die mich immer wieder zum lachen brachte. Dann fesselt einen wie Audrey sich verändert. Ganz langsam Schritt für Schritt. Natürlich ahnt man das  Ende, das stört aber nicht, denn der Weg dorthin ist so schön geschrieben, das auch ich als Erwachsene meine Freude mit der Geschichte hatte.

Es sind die Figuren die dieses Buch ausmachen.
Audrey ist ruhig und zurück gezogen, kommt aber immer mehr aus ihrem Schneckenhaus raus. Sie wirkt recht Erwachsen für ihr Alter, aber auch sehr verletzlich. Sie ist diejenige die sich mit am meisten wandelt.
Audreys Eltern sind recht speziell. Ihre Mutter schwört auf die Daily Mail, was dort drin steht ist Gesetz und wenn diese an acht Punkten fest macht was Computersucht bedeutet und nur wenige Punkte zutreffen ist ihr Sohn garantiert Computersüchtig. Der Vater von Audrey ist dagegen recht still. Er beugt sich dem was seine Frau sagt, spricht nur selten dagegen, vermutlich auch um nicht noch mehr Stress zu machen.
Frank ist der eine Bruder von Audrey und so ein wenig das schwarze Schaf. Er ist PC-Süchtig und dem muss entgegen gewirkt werden. Er selber sieht das natürlich gar nicht so. Will er doch nur das Turnier seines Spiels gewinnen. Sein erklärtes Ziel was nur mit dem PC möglich ist. Um Ausreden ist er nie verlegen. Er hat Gefühl, was man im Umgang mit Audrey merkt und ist kein ungehobelter Kerl, auch er wandelt sich im laufe der Geschichte und ist für eine Überraschung gut.
Der kleinste der Familie ist Felix. So jung und unbedarft ist er derjenige den Audrey am dichtesten dran lässt. Warum das so ist erklärt sie selber.
Linus ist der Freund von Frank und oft bei ihnen ´Zuhause. Er hat mich sehr überrascht in seinem handeln. Er begegnet Audrey mit viel Verständnis und Gefühl. Lockt sie aus ihrem Schneckenhaus und behandelt sie weitestgehend normal.

Beschrieben wurde eine durchgeknallte Familie mit einer verrückten Geschichte. Bekommen habe ich auch viel Tiefe und nichts oberflächliches. Die Figuren sind mir in der kurzen Zeit recht schnell ans Herz gewachsen und das Ende hat mich begeistert. Nichts ist hier überstürzt oder gar unlogisch. Alles ist gut aufeinander abgestimmt und ausgearbeitet.

Zur Altersangabe möchte ich noch sagen das diese gut passt. Es ist alles leicht verständlich und auch in etwas größerer Schrift geschrieben. Es bleiben keine Fragen offen und man bekommt eine rührende und wunderschöne Familiengeschichte.

5buecher

3 Gedanken zu „[Rezension] Sophie Kinsella – Schau mir in die Augen Audrey

  1. Ich habe das Hörbuch gehört, allerdings war ich nicht ganz so begeistert. Audrey wurde oft verdrängt von anderen nervigen Figuren (Mutter und Bruder). Und die Sprecherin hat dieser ganzen Geschichte noch etwas zickiges verliehen. Ich frage mich, ob es besser gewesen wäre zum Buch zu greifen.
    LG

    • Als zickig empfand ich Audrey zu keiner Zeit. Eher nachdenklich und zurückhaltend. Vielleicht wäre da das Buch wirklich besser gewesen. Ich denke Sprecher bringen ihre eigenen Vorstellungen rein und können es schonmal damit versauen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.