[Rezension] Suzy Zail – Der Klang der Hoffnung

Suzy Zail
Der Klang der Hoffnung
ISBN 978-3-570-15990-3
Gebundene Ausgabe
16,99 €
Ab 12 Jahren
Übersetzer: Petra Koob-Pawis
Erschienen bei cbj
Leseprobe

Inhalt:
Mitte 1944 werden Hanna, ihre Schwester Erika und ihre Eltern nach Ausschwitz deportiert. Von ihrem Vater wird Hanna sofort getrennt, ihre Schwester und ihre Mutter bleiben bei ihr. Dazu jede Menge Erinnerungen an ihr früheres Leben als Pianistin. Sie kommen in ein Arbeitslager und nur ihrer früheren Klavierlehrerin hat es die 15 Jährige zu verdanken das sie bím haus des Kommandanten vorspielen darf…

Meine Meinung:
Bevor ich dieses Buch begann gab es schon eine Diskussion darüber wie nah es an der Realität ist und ob man ein Buch das um den Holocaust geht so fiktiv schreiben darf. Dann fing ich an zu lesen und es begann mit dem Vorwort in dem die Autorin erzählt wie sie auf die Idee kam und was fiktiv und was wirklich geschehen ist. Somit ist schon direkt klar das diese Geschichte keine wahre Geschichte ist. Ich selber finde das es ein gutes Buch ist um Teile des Holocaust näher zu bringen und Jugendliche dazu zu animieren sich mehr zu informieren. Viele Sachen werden nur angeschnitten und würde ich das Thema nicht kennen würde ich da mehr wissen wollen. Als Ergänzung zum Schulunterricht könnte ich es mir auch gut vorstellen, denn hier wird ein Teil Geschichte interessant näher gebracht.

Der Schreibstil ist dabei leicht und flüssig. Die Autorin packt einen von Beginn an mit ihrem Vorwort und mit ihren Figuren. Obwohl ich die Geschichte der Juden kenne und auch schon Anne Frank und auch Der Junge im gestreiften Pyjama gelesen habe und somit die Fakten kenne, war hier nichts langweiliges. Die Geschichte von Hanna und ihrer Musik war so lebendig erzählt das sie mich mit trug.
Allerdings auch so nah an der Realität das ich mit bibberte und auch litt. Sicher ist einige Fiktiv, aber es gab auch Fälle die gar nicht so weit weg von dieser Erzählung waren.

Die Figuren sind sehr speziell und doch typisch für die Juden der damaligen Zeit.
Hanna ist die Hauptperson, sie erzählt ihre Geschichte. Eine 15 Jährige die vor der Deportation Träume hatte und diese auch während Ausschwitz träumt. Hanna ist bewundernswert und verantwortungsvoll. Ein Mädchen das sich durch beißt auch wenn sie hier und da ein wenig naiv ist oder naiv scheint.
Erika ist ihre Schwester, sie ist älter und zu Beginn die Stärkere und sturer wie die jüngere Hanna. Sie rebelliert im kleinen, muss aber irgendwann Situationsbedingt nachgeben.
Ihre Eltern sind für die Beiden wichtig, auch für die Geschichte sind sie das und doch erfährt man nicht so viel von ihnen. Sie werden früh voneinander getrennt und beide Hoffen auf ein Wiedersehen wenn sie erst einmal raus kommen aus dem Lager.

Insgesamt ist diese Geschichte gewiss Fiktiv, bringt aber den Holocaust wieder sehr Nahe, eine Tatsache die ich gut finde. Am Beginn des Buches gibt es einen Text von Nelson Mandela, den ich auch in hinblick auf die Anschläge der letzten Tage und der ganze Diskussionen um Asylbewerber und Muslime wichtig finde:

Niemand wird geboren als jemand, der andere wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder ihrer Religion hasst. Die Menschen müssen lernen zu hassen, und wenn sie hassen lernen können, können sie auch lieben lernen, denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel leichter als ihr Gegenteil

Ich hoffe die Geschichte der Juden wird sich nie wiederholen und gerade solche Bücher bringen dann die jüngeren Generationen dazu darüber nachzudenken und sich eine eigene Meinung zu bilden.

5buecher

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.