[Rezension] Suzy Zail – Was dir bleibt ist dein Traum


Suzy Zail
Was dir bleibt ist dein Traum
ISBN 978-3-570-40312-9
Taschenbuch
8,99 €
Übersetzerin: Petra Koob-Pawis
ab 12 Jahren
Erschienen bei cbj
Leseprobe im Widget

Inhalt:
Alexander ist 14 Jahre alt und in Auschwitz. Er weiß das seine Schwester tot ist, was allerdings mit seinen Eltern ist weiß er nicht. Er versucht sich alleine durch den KZ-Alltag zu schleppen und hofft auf eine der begehrten Sonderarbeiten. Doch all die Arbeiten die bisher vergeben wurden konnte er nicht. Dann suchen sie einen Stallburschen und er hat das Glück ausgewählt zu werden. Er kann wieder bei seinen geliebten Pferden sein, auch wenn er täglich Angst haben muss in die Ungunst des Kommandeurs zu fallen.

Meine Meinung:
Ich habe Der Klang der Hoffnung schon sehr gut gefunden und fand die gefühlvolle Art zu Schreiben wirklich toll. Suzy Zail hat einfach das Talent Gefühle auf Papier bringen zu können und das beweist sie auch bei Was Dir bleibt ist ein Traum.

Es ist die Geschichte eines Überlebens, des Überlebens von Alexander. Er ist in Auschwitz und ihm geht es schlecht. Sehr bildlich und einfühlsam erzählt die Autorin von dem Jungen, der nur noch lebt weil er sich Älter machte als er ist, der sich mit Schuldgefühlen rumplagt neben den ganzen anderen Sachen die ihn täglich wieder aufs Neue wehtun und beschäftigen. Es ist eine Geschichte, die nicht nur sehr realistisch von der Zeit kurz vor Kriegsende erzählt, sondern auch von der Hoffnung auf das Leben danach. Sie erzählt von all den Dingen, die man eigentlich schon weiß, wenn man auch andere Geschichten zum Holocaust gelesen hat. Eine Geschichte, die nur so dahinfliegt und die mich fesselte, vor allem weil ich wissen wollte wie es Alexander ergeht. Einem Jungen, so alt wie mein Sohn jetzt, der seinen Namen kaum noch hört, dafür seine Nummer umso mehr.

Alexander versucht zu überleben in dem er um sich herum eine Mauer errichtet. Er will keine Freunde, er hat Angst diese zu verlieren. Nur in seiner Arbeit als Stallbursche geht er auf, weil sie ihn an Zuhause erinnert und auch da muss er Angst haben. Eine Angst die so unvorstellbar ist und die Suzy Zail trotzdem gut vermitteln kann. Die Pferde um die er sich kümmern muss sind sein Halt und an ihnen wächst er, auch in dieser schweren Zeit, über sich hinaus.
Neben Alexander gibt es noch andere Figuren. Isidor zum Beispiel, ein Junge der immer wieder auf ihn zugeht ihm hilft, auch wenn Alexander nie nach Hilfe fragt. Ein Halt neben den Pferden, auch wenn er es zunächst nicht wahr haben will.
Es gibt Wärter und Kommandeure, auch andere Juden in den Baracken. Es gibt Menschen die Alexander gut gesinnt sind und natürlich die brutalen Fieslinge.
All diese Figuren machen diese Geschichte so lebendig. So real ohne das ich ahnte wie real sie wirklich ist.

Denn am Ende im Nachwort steht wie es zu der Geschichte kam und das einiges davon wahr ist. Umso erschreckender, wenn man überlegt was zu Zeiten des Holocaust geschehen ist.

Und doch hat dieser Junge Träume gehabt und immer versucht sich die Hoffnung zu erhalten nach Hause zu kommen und seine Träume zu verwirklichen.

Am Ende steht eine Geschichte von Tausenden, eine Geschichte, die man viel mehr Menschen damals gewünscht hätte. Eine Geschichte nach einem wahren Schicksal, die mein Herz berührte. Eine Geschichte eines Jungen, dem in einer schweren Zeit nicht mehr geblieben ist als sein Traum.

Ein Buch ab 12 Jahren, das ich für dieses Kinder in diesem Alter durchaus empfehlen kann, aber auch für Kinder und Erwachsene in einem anderen Alter, die sich für den Holocaust interessieren.

5buecher

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