[Rezension] Tom Winter – Unbekannt Verzogen

Tom Winter
Unbekannt verzogen
ISBN 978-3-458-35916-6
Klappenbroschur
12,99 €
Erschienen bei Suhrkamp/Insel
Leseprobe

Inhalt:
Carol hat keine Lust mehr auf ihr bisheriges Leben und gerade als sie etwas daran ändern möchte kommt eine Nachricht die ihr das unmöglich macht. Aus Frust schreibt sie Briefe an das Universum. Diese landen allerdings bei Albert einem Postangestellten der sich um unzustellbare Briefe kümmert. Er liest die Briefe von C. und möchte sie unbedingt kennen lernen

Meine Meinung:
Aufmerksam wurde ich auf diesen Roman durch Das Buch Magazin und eine Leserunde bei Lovelybooks. Erst dachte ich es ist nicht wirklich was für mich, dann sah ich die ein oder andere Rezension und dachte mir das musst Du auch lesen.

Unbekannt verzogen ist ein sehr gefühlvolles Buch. In dem Carol und Albert die Hauptrolle spielen. Die Szenen wechseln immer zwischen den Beiden so dass man einmal Carol begleitet und dann wieder Albert. Beide haben nicht wirklich ein erfülltes Leben. Alberts frau starb vor vielen Jahren. Er hat keine Kinder und das einzige Wesen mit dem er Privat zu tun hat ist seine Katze Gloria und der streitsuchende Nachbar. Er ist kurz vor der Pension und wird in  diesen Kabuff abgeschoben voll mit Briefen die nicht zugestellt werden können. Als er beginnt Carols Briefe zu lesen lebt er wieder auf. Er spürt eine Verbindung.
Carol dagegen ist eine frustrierte Ehefrau und Mutter. Ihre Tochter ist zu intelligent und brav. Ihr Mann zu langweilig. Sie fühlt sich nicht ernst genommen und als bei ihrem Mann Krebs diagnostiziert wird beginnt sie die Briefe zu schreiben um Frust abzubauen, denn eigentlich wollte sie ihre Familie zu dem Zeitpunkt verlassen. Nur welche Frau verlässt schon ihren Krebskranken Ehemann. Carol kann ich stellenweise nicht verstehen und mit ihrem Gejammer geht sie mir teilweise auch etwas auf den Nerv, aber ich finde gut das sie bleibt in der Situation und für ihren Mann da ist.

Der Schreibstil ist locker und flüssig und trotz der eher depressiven Stimmung gibt es Stellen über die ich wirklich schmunzeln musste. Dennoch ist die Grundstimmung eher negativ, wird aber dann im Laufe des Buches etwas besser.

Unbekannt verzogen ist ein Gefühlvolles Buch, die einen vor Augen führt das man glücklich sein sollte mit dem was man hat, aber auch das man seinen Weg gehen muss egal was kommt. Nicht über Leichen, aber ich finde man sollte nicht selber dran kaputt gehen.

Ein Zitat habe ich noch gesehen was ich bezeichnend fand für dieses Buch:

Mein Leben ist Schokoladensoufflé. Man müht sich stundenlang damit rum und wenn man es dann aus dem Ofen holt, sieht es aus wie eine zermanschte Katze.
Carol in Unbekannt verzogen

 

Danke an Das Buch Magazin und Suhrkamp/Insel

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