[Rezension] Vincent Kliesch – Bis in den Tod hinein

Vincent Kliesch
Bis in den Tod hinein
ISBN 978-3-442-37798-5
Taschenbuch
9,99 €
Erschienen bei Blanvalet
Leseprobe

Inhalt:
In Berlin ist ein Serienmörder unterwegs. Mehrere Leichen wurden bereits in einem grausamen Zustand gefunden. Eins haben alle Opfer gemeinsam, der Täter lässt eine Zahl zurück. Allerdings haben diese Zahlen keine bestimmte Reihenfolge. So muss Hauptkommissar Severin Boesherz die Morde an dem jungen Mann der im eigenen Feuer stirbt oder der Mann dem die Zunge abgetrennt wird in einen Zusammenhang bringen. Der Täter mordet schnell, so dass Boeherz die Zeit davon läuft…

Meine Meinung:
Nach dem ich die drei Teile mit Kommissar Julius Kern gelesen habe habe ich schon auf das nächste Werk von Vincent Kliesch gewartet. Ich wusste das es nicht mit Kern zu tun hatte sondern ein neuer Kommissar der Protagonist des Thrillers sein wird.

Severin Boeherz ist der Neue über den Kliesch schreibt und er hat seine Ecken und Kanten. Während Julius Kern mir von Anfang an sympathisch war musste ich mich an Boesherz erst gewöhnen. Das gelang mir aber recht schnell und auch wenn er etwas ruppiger und auch ein wenig besserwisserisch daher kommt gefällt mir sein Art. Ich denke er kommt nicht bei jedem Leser gut an, aber ich mag es wie er mit den Leuten umgeht. Nicht auf Kuschelkurs und genau wissend was er will. Dabei aber auch nie so unfreundlich das es mir übel aufstoßen könnte. er nimmt seinen Job Ernst und hat etwas andere Ansätze. So war ich manches Mal erstaunt wie er auf ein Ermittlungsergebnis gekommen ist.

Gleich zu Beginn ist ein rasantes Tempo zu spüren. Ich hatte keine Probleme in den Fall rein zu finden auch die Personen waren mir recht schnell vertraut, der Schreibstil war gewohnt flüssig und leicht lesbar. Es gibt keine Absätze die ich nochmal lesen musste. Nur an einer Stelle stutzte ich ein wenig. Die ganze Zeit wurde über den Täter mit seinem Vornamen geschrieben und auf einmal kam ohne Zusammenhang der Nachname dazu. So das Ich erstmal überlegen musste: Ist es nun der selbe oder ist noch jemand anderes dazu gekommen. Das klärte sich dann aber nach wenigen Absätzen.
Erzählt wird aus Sicht des Täters, den man recht früh auch namentlich kennen lernt und aus Sicht von Severin Boesherz. Der Wechsel geht mit Kapitelwechsel einher so das man da immer einen klaren Schnitt hat. Das der Täter so früh benannt wird stört den Spannungsbogen nicht. Ganz im Gegenteil, dadurch das die Taten sehr anschaulich beschrieben werden baut es eine zusätzliche Faszination und Spannung auf. Von den vorherigen Büchern des Autors bin ich ja schon gewohnt das er ziemlich ausführliche Beschreibungen mag.

Ein wenig bin ich ja schon auf die Protagonisten eingegangen.
Da ist Severin Boesherz, der Ermittler mit seinem ersten Fall in Berlin. Der alleine lebt, aber nicht abgeneigt wäre eine Frau zu finden. Sehr geradlinig, sehr Edel und ein Genießer. Er ist der Typ harte Schale weicher Kern. Er ist gewissenhaft und der Fall steht an erster Stelle. Ich freue mich schon darauf mehr von ihm zu lesen. Da ich seine Art mag.
Dann der Täter (Name verrate ich nicht) er ist sehr pedantisch und dabei muss ich erwähnen das es vor einiger Zeit bei Vincent Kliesch auf dem Facebookprofil eine diskussion darüber gab wie die deutsche Sprache sozusagen verschandelt wird und an einer Stelle des Buches als es über den Spruch Stolz wie Oskar (der eigentlich richtig frech wie Oskar heißt) ging fühlte ich mich direkt an diese Diskussion erinnert. Solche Stellen bei denen es um die deutsche Sprache geht gab es öfter und ich hoffe einfach das Vincent Kliesch meine Rezension lesen kann ohne die Hände über dem Kopf zusammen zu schlagen ;-). Auf jeden Fall ist der Täter sehr pedantisch und mit der Zeit kommt auch heraus warum das so ist. Die Taten sind schon fast generalstabsmässig geplant und ausgeführt. Dabei beweist er aber auch improvisationstalent als etwas nicht so läuft wie er das gehofft hat. Es gab Stellen da habe ich schon fast Mitleid mit demTäter gehabt.
Neben den Beiden gibt es noch Dennis, Castella und Olivia, alles Personen die in diesem Thriller ermitteln.

Es gibt noch zwei drei Sachen die mir positiv aufgefallen sind. Julius Kern wird mehrmals positiv erwähnt, das lässt mich schon ein wenig hoffen das er doch irgendwann mal wieder auftaucht. Vielleicht in einem Fall mit Severin Boesherz.
Es gibt nicht nur die deutsche Sprache die hier kritisch beäugt wird. Es geht auch um das deutsche Fernsehen das zum Thema gemacht wird. Da gibt es einen zweiten Fall in dem  nicht von Severin ermittelt wird sondern von Dennis Baum. Da verschwindet die Jurorin einer Modesendung. Zunächst konnte ich nicht erkennen was dieser Fall mit dem anderen zu tun hat und fand die kurzen Abschnitte in dem es um die eventuelle Entführung ging zwar interessant, aber auch überflüssig. Am Ende dann wusste ich wie es miteinander in Verbindung stadn, muss aber sagen das es nicht hätte sein müssen. Der Hauptfall ansich war schon so spannend das es keinen zweiten Strang in der Geschichte gebraucht hätte. Vor allem da ich bis zur Auflösung keinen Zusammenhang erkennen konnte.

Das Ende war schlüssig und ich ahnte schon ungefähr wie es ausgehen könnte. Allerdings wurde ich vollkommen überrascht. Sowohl was einige Personen der Geschichte angeht wie auch der Abschluss ansich.

Mein Fazit: Mit Bis in den Tod hinein hat Vincent Kliesch für mich gut an die Trilogie um Kern und Tassilo anknüpfen können. Es wurde ein klarer Schnitt gemacht ohne aber Julius Kern ganz außer Acht zu lassen. Auch wenn dieser nur namentlich erwähnt wird und keine Rolle in dem Fall spielt. Der zweite Strang hätte nicht sein müssen, aber das ist Geschmacksache.

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