[Rezension] Wolf Serno – Die Medica von Bologna

Wolf Serno
Die Medica von Bologna
ISBN 978-3-426-19805-6
Gebundene Ausgabe
19,99 €
Erschienen bei Droemer 

Rückentext:
Bologna 1552. Mit einem entstellenden Feuermal – für die Inquisition ein Schandmal der Sünde – kommt Carla zur Welt. Um sich von diesem Makel zu befreien, träumt sie davon, eine Medica zu werden. Doch ein Medizinstudium ist ihr als Frau verwehrt. Carla gibt nicht auf und setzt all ihre Hoffnung in den jungen charismatischen Chirurgen Gaspare Tagliacozzi. Sie verliebt sich rettungslos in ihn…

Die ersten etwa 50 Seiten:
Carla lässt ihre Geschichte von Larif aufschreiben und fängt an als sie etwa 4 Jahre alt war, sie berichtet davon das ihre Mutter Schneiderin war und eine Kundin zu Besuch hatte. Diese Kundin war sehr ungehalten, ihr Kleid war nicht so wie sie es wünschte. Clara fing an zu schreien und wurde so in ihrem Versteck, von dem aus sie alles beobachtet hatte entdeckt. Die Kundin ist erschrocken und entsetzt als sie Carla sieht. Ein paar Jahre später, sie war 7 Jahre alt folgte sie ihrer Mutter heimlich, obwohl ihre Mutter ausdrücklich gesagt hat das es besser wäre zu Hause zu bleiben.Clara findet ihre Mutter und stürmt ins Zimmer da wird sie von den feinen Damen als Kreatur beschimpft, wie wohl auch so oft von Kindern aus der Nachbarschaft, sie will wissen was das Wort bedeutet mit dem sie beschimpft wurde, aber ihre Mutter tut es ab und sagt sie wäre zu klein dafür. Clara geht nicht mehr vor die Tür. Später, die Mutter ist wieder in der Stadt steht die Nähstube offen und Clara sieht sich im Spiegel und sieht das sie entstellt ist, die ganze linke Gesichtshälfte ist feuerrot. Sie ist sehr schockiert darüber und Spiegel sind seit dem Moment ihr Feind, einerseits mag sie nicht reinschauen andererseits tut sie es doch in der Hoffnung dass das Feuermal verschwunden ist…

Meine Meinung:
Die Medica von Bologna war eins der ersten Bücher die ich bei Lies & Lausch gewonnen habe und das ist schon eine Weile her ;-). Zu meiner Schande muss ich gestehen das historische Romane immer mehr zurückstehen müssen hinter meiner Gier nach Spannung, denn richtig spannend in dem Sinne wie ein Thriller oder ein guter Krimi sind sie doch eher selten. So auch bei dem Werk von Wolf Serno. Er hat es zwar geschafft das ich das Buch gerne gelesen habe und ich würde es auch nicht als vollkommen schlecht bezeichnen, Nein, aber die Spannung fehlte mir doch ein wenig. Beschrieben wir der Weg von Carla, das Mädchen, später die Frau mit dem Feuermal, die sich obwohl sie großartiges leistet nicht im Spiegel anschauen mag. Die Angst vor der Inquisition hat, und deswegen, und auch weil sie Angst vor der Reaktion im Allgemeinen hat, nur mit einem Schleier vor die Tür geht. Das Buch ist ein bericht ihres Lebens und um es mit den Worten des Autors auszudrücken: Es berichtet….“wie es zugeht in unserer Zeit und in unserem Land, er wird lesen von verschwenderischem Reichtum und bitteren Elend, von Hoffart und Demut, von Fastenzeiten und Fressgelagen, von Neid, Missgunst und Intrigen, aber auch von wahrer Treue und edelmütiger Freundschaft. er wird erkennen, wie viel Ungerechtigkeit und Unterdrückung den Frauen widerfuhr, wenn sie den Anspruch erhoben, den Männern gleich gestellt zu sein“…. Genauso steht es als Erklärung am Ende des Buches warum Carla die Geschichte von Latif aufschreiben ließ und bringt es damit auf den Punkt.
Ansonsten sei noch gesagt, das sich der Schreibstil sehr gut lesen lässt, allerdings störten mich lateinisch oder Italienische Textpassagen, die auch nicht näher übersetzt wurden und ich nur etwas reininterpretieren konnte. Interessant fand ich allerdings die Erklärung zur Nasenrekonstruktion die am Ende des Buches in Bild und Schrift zu finden sind.
Jeder der gerne historische Romane mag, wegen ihrer Geschichte und nicht weil ein Ereignis sie unbedingt fesselt tun gut daran dieses Buch zu lesen. Wer am Anfang gespannt ist was am Ende passiert wird eventuell vom Ende enttäuscht sein, wobei ich auch dieses nicht so schlecht finde.

2 Gedanken zu „[Rezension] Wolf Serno – Die Medica von Bologna

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