[Rezension] Wolfgang Schnellbächer & Nur Öneren – Unser wildes Blut



Wolfgang Schnellbächer & Nur Öneren
Unser wildes Blut
ISBN 978-3-570-16383-2
Hardcover
14,99 €
ab 14 Jahren
Erschienen bei cbt
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Inhalt:
Alexander hat sich verliebt in die Türkin Aysel und lernt wie umsichtig man bei einer Liebe zwischen den Kulturen sein muss und wie sehr man aufpassen muss um sie nicht zu verlieben.
Ilhan mag Mädchen. Er ist der Zwillingsbruder von Aysel und will sie vor denjenigen schützen, die sie nur ausnutzen wollen. Ihre Ehre muss erhalten bleiben, sie muss rein sein für den Mann den sie mal heiraten soll. Bei sich selber nimmt er es allerdings nicht so genau. Er mag die freie Liebe der Deutschen, solange sie nicht für Aysel gilt…

Meine Meinung:
Unser wildes Blut behandelt ein Thema mit dem ich mich selbst als Jugendliche mal auseinander setzen musste. Es geht um die Liebe zwischen einer Muslime und einem Christ. Das man überhaupt solche Unterschiede macht finde ich persönlich schlimm. Aber Nachrichten zeigen regelmäßig das es noch so ist das die Ehre von türkischen Mädchen erhalten bleiben muss auch in Deutschland. Von Ehrenmorden hat jeder schon gehört und es gibt sie auch hier.

Es gibt durchaus auch Türken die sich gut integrieren und deren Töchter genauso aufwachsen dürfen wie deutsche Mädchen. Doch das denke ich würde keine Geschichte geben. So schreibt das Autorenduo von Aysel, das türkische Mädchen, Alexander, den deutschen Jungen und Ilhan, der Zwillingsbruder von Aysel, aber auch von einer türkischen Clique die aus Jungs besteht und neutralen Personen wie Freunde und Mitschüler der drei Protagonisten.

Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen. Auch wenn es schon sehr tief geht und ein paar Diskussionen aufbranden in denen es um die verschiedenen Kulturen geht, wird es nie langweilig. Ganz im Gegenteil. Ich fand es sehr interessant.

Die Figuren haben viel Tiefe und für ihr Alter empfinde ich sie als sehr reif.
Alexander und Ilhan kommen in dem Buch im Wechsel zu Wort. Somit lesen wir nur über ihre Gefühle. Leider fehlt mir hier ein wenig die Sicht von Aysel auch wenn diese durch Briefe und Szenen schon gut vermittelt werden können. Ich denke trotzdem es wäre schöner gewesen noch mehr von ihr zu lesen, als über sie.

Alexander ist 18 Jahre als und geht zur Schule. Er hat sich in Aysel verkuckt und weiß genau das es nicht alltäglich laufen wird. Er kennt schon vor dem zusammen kommen die Probleme die auf ihn zukommen können. Es gibt Barrieren, zunächst auch in seinem Kopf, später dann im Umfeld. Er macht auf mich einen sehr reifen und erwachsenen Eindruck.
Ilhan ist da ganz anders. Er sieht quasi rot wenn es um die Ehre seiner Schwestern geht. Sie muss unberührt bleiben nicht nur um ihretwillen auch damit die Ehre der Familie nicht beschmutzt wird. Bei ihm selber ist das anders. Er darf Mädchen benutzen. Deutsche Mädchen wollen das ja so. Ich denke nicht das jeder Türke so denkt und weiß es eigentlich auch recht genau, doch hier in der Geschichte macht genau das den Zündstoff aus.
Aysel ist sich ihrer Situation sehr bewusst. Sie ist so erzogen worden das sie nicht einfach einem Jungen hinterher rennt und sich auf ihn einlässt. Sie weiß sehr genau was ihre Familie von ihr verlangt und begehrt nur wenig auf.

Am Ende sind es schon Klischees die hier in der Geschichte eine Rolle spielen. Sonst gäbe es diese Geschichte gar nicht. Ich finde die Geschichte für Jugendliche dennoch wichtig. Gerade die Jugendlichen die viel mit anderen Kulturen zu tun haben können sich mit Hilfe der Geschichte in den anderen hinein versetzen. Diese Geschichte ist nicht nur unterhaltsam sondern auch lehrreich.

5buecher

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