[Rezension] Daniela Winterfeld – Der geheime Name

Daniela Winterfeld
Der geheime Name
ISBN 978-3-426-51127-5
Taschenbuch
12,99 €
Erschienen bei Knaur
Leseprobe

Inhalt:
Vor vielen vielen Jahren wurde Rumpelstilzchen um seinen Lohn betrogen. Ähnlich wie Rumpelstilzchen ging es dem Wesen im Moor vor 19 Jahren. Es wurde um seinen Lohn betrogen, ein kleines Mädchen statt dessen bekommt es einen kleinen Jungen. Seitdem sucht es nach dem Mädchen.
Fina ist mit ihrer Mutter auf der Flucht, aber nun ist sie 19 und möchte endlich ein Zuhause haben. Als die Lüge die ihre Mutter ihr all die Jahre aufgetischt hat auffliegt, das sie vor ihrem Vater flüchten, reißt sie aus und zieht zu ihrer Großmutter, nichtsahnend das ganz in der Nähe im Moor die Gefahr lauert vor der ihre Mutter sie die ganzen Jahre geschützt hat…

Meine Meinung:
Es gibt ja nun viele Remakes von Märchen, aber bisher kannte ich kaum eins was so düster und doch so faszinierend war wie dieses. Dieses Buch ist ein Remake von Rumpelstilzchen oder sagen wir mal Rumpelstilzchen heute und ein wenig ausführlicher als man es als Kind kannte.  Jetzt könnte man sagen die Geschichte ist erzählt und mehr musste es doch gar nicht sein. Derjenige hätte aber weit gefehlt.

Der Prolog erzählt die Gegebenheiten von vor 19 Jahren, als dem Geheimen ein Mädchen versprochen wurde. Dieses Versprechen wurde nicht gehalten.
So kam es das die Mutter mit ihrer Tochter seitdem auf der Flucht ist und an ihrer letzten Station startet dann die Gegenwart. Der Leser kennt also nun die Vergangenheit und kann die Gegenwart sehr gut miterleben. Schnell liest man die ersten 100 Seiten und merkt wie sich die Spannung aufbaut. Der schreibstil ist sehr angenehm und flüssig. Nur im Prolog bzw. wenn der Geheime spricht war es etwas gewöhnungsbedürftig. Eben eine Märchensprache. Da gewöhnte ich mich aber schnell dran und war dann gefangen in dieser Geschichte.

Die Autorin hat alles richtig gemacht. Die Protagonisten sind sehr überschaubar. Da ist die Mutter, die Tochter, ein Postbote, der Geheime. Der Diener des Geheimen und die Oma des Mädchen. Die Hauptakteure dabei sind das Mädchen Fina, der Diener Mora und der Geheime.
Fina hat es satt immer zu flüchten, sie möchte studieren und endlich ein zu Hause haben. Sie ist Erwachsen und versucht flügge zu werden, ahnt sie doch nicht die Gefahr in der sie schwebt da sie von ihrer Mutter stets belogen wurde. Fina wird in reichtum groß, aber ist damit nicht glücklich.
Der Diener Mora wurde dem Geheimen als Baby übergeben, er kennt die wahre Welt nicht kennt nur das Moor und den tarnkreis des Geheimen. Er ist unterwürfig, scheu und hat nicht einen Funken Selbstbewusstsein. Er macht in dieser Geschichte den größten Entwicklungsschub und auch das beschreibt die Autorin so wahrheitsgetreu das man sich diesen Jungen wirklich so vorstellen könnte.
Der Geheime ist der Bösewicht. Ein kleiner Wicht der ungeheure Kräfte hat und das Weibchen (Fina) will. Er will endlich das was ihm zusteht und scheut da auch keiner Gewalt. Allerdings hat er auch seine Prinzipien, was ich doch sehr erstaunlich finde. Er kann sie nur nicht immer einhalten.

Die Geschichte spielt zum größten Teil in einem Moorgebiet in der Lüneburger Heide und auch nirgends anders könnte man sich so eine Geschichte vorstellen. Umgeben von tiefem schwarzen Wald. Unheimlich, mystisch und geheimnisvoll, so stellte es sich für mich dar. Man musste sich nicht oft an andere Ortschaften gewöhnen und konnte sich vollkommen auf die Geschichte konzentrieren.

Das Ende war irgendwie keine Überraschung, nur die Art und Weise wie es Ende und vor allem wie es bis dahin alles läuft. Es ist Rumpelstilzchen mit einem Darsteller mehr, der hier den Hauptteil ausmacht. Jemand der das ursprüngliche Märchen kennt kann trotzdem stellenweise noch überrascht werden.

Wer nun aber meint das Buch wäre etwas für Kinder hat weit gefehlt. Dies ist eine Version die ich älteren Jugendlichen und vor allem Erwachsenen zum Lesen empfehlen würde, denn es sind Szenen dabei die nicht ganz jugendfrei sind. Mal abgesehen von den Szenen in denen rohe Gewalt herrscht.

Einen Absatz mag ich gerne zitieren weil ich finde das ihn auch im Real Life manch einer zu Herzen nehmen sollte:

„Wer einmal log, musste weiter lügen, wer immer log, wurde schnell zum Verräter  Und wenn man erst die verriet, die man Liebte, verlor man alles, was einem wichtig war.“

Wahre Worte die auch bezeichnend für diese Geschichte sind

Mein Fazit: Eine märchenhafte, spannende und sehr unterhaltsame Geschichte in der man mitfiebert obwohl man glaubt den Ausgang zu kennen

 Danke an Knaur

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