[Rezension] Martin Krist – Kalte Haut

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Martin Krist
Kalte Haut
ISBN 978-3-442-47663-3
Taschenbuch
9,99 €
Erschienen bei Midnight
Leseprobe

Rückentext:
Berlin wird von einer Mordserie erschüttert. Der Täter stellt Filme ins Internet, auf denen zu sehen ist, wie er seine Opfer quält. Dann lockt er Journalisten zu den Leichen. Vieles deutet auf einen Zusammenhang mit den Ausländerhetzkampagnen des Innensenators hin. Kommissarin Sera Muth und ihr Ermittlungsteam ziehen den Polizeipsychologen Dr. Babicz hinzu. Diesem kommt das Vorgehen des Täters vertraut vor. In den USA hatte er bei der Überführung eines Mörders mitgewirkt, der seine Opfer bei lebendigem Leib häutete. Ist der „Knochenmann“ nun zurück?

Die ersten 50 Seiten:
Robert Babicz ist zurück in Deutschland, er hat in den USA bei der Aufklärung einer Mordserie geholfen. Der Knochenmann hat seine Opfer gehäutet als sie noch am Leben waren.
Sera eine junge türkische Kommissarin wurde zu einem versuchten Ehrenmord gerufen. in ihrer Umgebung sind nicht alle mit der Art wie sie ihr Leben lebt zufrieden.
Tania ist Journalistin und kurz vor einer Beförderung. Während ihr Kollege vom Ehrenmord berichtet hat sie einen Artikel über die Straßenbahn in Berlin die nicht so fährt wie sie sollte.
Dann ist das noch der Innensenator der gegen Ausländer hetzt…

Meine Meinung:
Nach dem Tod eines lieben Kollegen hat mich dieses Buch wieder aus dem Lesetief holen können.
Kalte Haut habe ich in einer Leserunde gelesen und ich mochte es nicht zur Seite legen. Unterteilt ist der Thriller in 5 Tage, die jeweils mit einem Zeitungsartikel beginnen. Das ist Nahe liegend wird doch die Journalistin Tania durch einen anonymen Anruf zur ersten Leiche geführt.

Im Prolog lernt man Robert den Psychologen kennen und auch Jemanden der, doch sehr sadistisch, eine Frau bedroht. Das bringt die Spannung direkt stark nach oben. Auch in der weiteren Geschichte fällt diese nicht ab. Als Leser möchte man schließlich seine Fragen beantwortet haben und auch wenn es mehrere Personen gibt die involviert sind und auch mehrere Schauplätze wird es nie unübersichtlich. Es wechselt immer wieder zwischen Tania der Journalistin, Robert, dem Psychiater und Sera der Kommissarin und ihrer Ermittlungsarbeit. Durch kleinere Cliffhanger wird auch zwischen den Wechseln die Spannung erhalten zusätzlich gibt es kleinere Nebenhandlungen wie der versuchte Ehrenmord der jungen Türkin, der ganz Nebenbei aufgeklärt wird. Auch da bekommt der Leser seine Antworten.

Das Ende war für mich sehr überraschend. Erst am letzten Tag in der Geschichte hatte ich eine Ahnung, die es allerdings auch nicht wirklich traf. Ich mag es ja mit zu rätseln, und Martin Krist hat so viele Spuren und Verdachtsmomente gelegt das ich aus dem Rätseln nicht raus kam. Zum Schluss dann bekam ich aber alle meine Fragen beantwortet und wurde als zufriedener Leser zurück gelassen. Leider wird es kein Buch mehr mit der Ermittlerin Sera geben.

4buecher

[Rezension] Maggie Stiefvater – Rot wie das Meer

Maggie Stiefvater
Rot wie das Meer
ISBN 978-3-8390-0147-9
Gebundene Ausgabe
18,95 €
Erschienen bei Script5

Inhalt:
Jedes Jahr findet auf der Insel Thisby das Capaill Ulisce Rennen statt, denn immer im November tauchen die schönen aber gefährlichen Meereswesen auf der Insel auf. Sean hat vor neun Jahren seinen Vater bei so einem Rennen verloren, der Junge der Pferdeflüsterer genannt wird, nimmt aber trotzdem jedes Jahr selber daran teil.
Puck will auch daran teilnehmen, dieses Jahr zum ersten Mal. Eher als Trotzaktion gegenüber ihren Brüdern begonnen will sie sich in dieser Männerwelt behaupten und stößt erstmal auf wenig Gegenliebe, aber sie lässt sich nicht unterkriegen…..

Meine Meinung:
nach der Trilogie rund um Mercy Falls war ich nun natürlich sehr gespannt auf Rot wie das Meer. Maggie Stiefvater hat da die Latte doch recht hoch gelegt und dementsprechend hoch sind auch die Erwartungen. Meine hat sie erfüllt.

Sie hat mit der Geschichte rund um Sean und Puck eine tolle mythische aber doch normale Welt geschaffen. In dem Buch geht es neben den beiden Protagonisten um Pferde und Pferderennen. Um das was einem Wichtig ist und das gewinnen vielleicht doch nicht alles ist.

Die Szenerie ist eine Insel, die einmal im jahr zugpunkt für die Touristen ist, denn da kommen die Capaill Uisce Wasserpferde faszinierend und tödlich zugleich. Immer im November findet ein Rennen statt bei dem auf diesen Fabelwesen geritten wird. Es gibt viele Tote, aber trotzdem finden sich immer wieder Unerschrockene die es versuchen. Diese Insel lebt von diesem Rennen und ist sonst eher ruhig. Dort wohnen nur die die ihr Herz da haben und die es ertragen.

Dazwischen Sean und Puck. Beide haben etwas gemeinsam. Ihre Eltern sind gestorben. Seans Vater bei einem Rennen auf Corr, das Capaill Uisce das nun Sean reitet und Puck ihre Eltern bei einem Angriff der Wasserpferde. Denn nicht nur bei den Rennen sind die Einwohner gefährdet sondern auch durch das bloße wohnen auf der Insel Thisby. Sean und Puck haben beide sehr persönliche Gründe dieses Rennen mitzumachen und gerade Puck wächst daran. Der anfänglich doch sehr verschlossene Sean öffnet sich immer mehr und auch Puck sieht mehr als nur ihre Aspekte.

Der Erzählstil ist wie auch schon bei der Trilogie gewohnt flüssig. Eine Spannung ist immer zu spüren wenn sie auch nicht immer auf dem Höhepunkt ist. langweilig ist dieses Buch aber trotzdem auf keinen Fall. Geschrieben ist es immer im Wechsel aus der Sicht von Sean und der Sicht von Puck. So kann man sich reinfühlen, was die Beiden bewegt verschiedene Sachen  zu tun oder zu entscheiden.

Mein Fazit: Ein buch das sich auf gar keinen Fall hinter der Mercy Falls Trilogie verstecken muss und uneingeschränkt zu empfehlen ist.

Vielen Dank an Script5

[Rezension] Bernd Perplies – Flammen über Arcardion

Bernd Perplies
Flammen über Arcadion
ISBN 978-3-8025-8637-8
Gebundene Ausgabe
19,99 €
Erschienen bei egmont LYX

Inhalt:
Carya ist Tochter eines Gerichtsdieners und lebt ein gutes Leben in Arcadion. Eine Stadt hinter Mauern. Sie darf eine Schule besuchen und muss nicht wie viele andere in ihrem Alter in der Fabrik arbeiten gehen.
In Arcadion muss man nach den Regeln des Lux Dei leben, der nach dem Sternenfall und dem Untergang der alten Welt den Leuten geholfen hat Arcadion aufzubauen.
Allerdings hat sich das was anfangs positiv war nun zum negativen gewendet. Den Lux Dei bräuchte eigentlich keiner mehr, doch die Inquisatoren wollen ihre Macht nicht abgeben und nutzen sie aus.
Als einer Freundin von Carya dieses Unrecht geschieht, lässt sie sich zu etwas hinreißen was sie selber nie für möglich gehalten hätte. Als Konsequenz werden ihre Eltern verhaftet und Carya wird Steckbrieflich gesucht. Zusammen mit Jonan, der ihr bei ihrer Flucht geholfen hat reist sie ins umliegende Ödland um Hilfe für ihre Eltern zu holen….

Meine Meinung:
Nachdem ich die Trilogie der Magierdämmerung gelesen habe, war ich schon ganz neugierig auf das neue Werk von Bernd Perplies. Als es dann in den Vorschauen zu finden war, war ich noch nicht so ganz überzeugt und habe es erstmal nach hinten geschoben. Dann kam die Ankündigung zur Leserunde bei Lies & Lausch und ich dachte mir ich könnte es ja mal versuchen. Ich finde immer bei Leserunden wird man automatisch mitgezogen und bisher hatte ich dort auch immer gute Bücher, sprich Bücher die mir gefielen. Dann kam die Benachrichtigung das ich eins der Exemplare für die Leserunde gewonnen habe und ich war weiterhin gespannt. Diese Leserunde fing letzten Mittwoch an und ich muss sagen – ich habe es nicht bereut mich angemeldet zu haben.
Flammen über Arcadion ist eine Dystopie. Wir kennen das ja schon, also die die Dystopien lesen, das Städte verwüstet sind und ganze Landstriche weggefallen sind. So ist das auch hier. Das meiste der Gegend rund um und in Arcadion ist zerstört. Die Bürger haben mühevoll alles wieder aufgebaut, auch mit Hilfe von dem Lux Dei einem Templerorden. Allerdings ist selbst in Arcadion immer noch einiges im Argen. Der Lux Dei hat Regeln aufgestellt an die sich seine treuen Anhänger halten. Das erinnerte mich schon ein wenig an eine Sekte. Die die das nicht tun werden bestraft und gefoltert. Bis hin zur Todesstrafe.
So hat Bernd Perplies eine Szenerie geschaffen aus Endzeitstimmung, Mittelalter und religiösen Fanatismus. Die Menschen sind blind vor der Gewalt die eigentlich ausgeübt wird. Natürlich gibt es auch hier Widerständler die die Lehren des Lux Dei in Zweifel ziehen, aber sie sind gering oder nicht groß genug um etwas gegen die Machenschaften der Inquisition zu tun.
Anfangs hatte ich etwas Probleme in die Geschichte rein zu kommen. So viel Neues prasselte auf mich ein. Da gab es viele Namen, die am Ende aber nicht alle wichtig waren sondern nur für den Anfang. Das war die ganze Szenerie die ich erstmal verinnerlichen musste. Was aber Dank den ausführlichen Beschreibungen von Bernd Perplies gut gelang. Als ich dann weiter las merkte ich nun ist ein Lesefluss drin ich habe die Gegebenheiten drin und weiß wer welche Funktion hat. Von da an gab es auch kaum noch ein halten. Trotz das ich ja vier Tage Lesepause hatte auf Grund der Messe (auf der ich übrigens Bernd Perplies kennen lernen durfte) kam ich wieder in diese Geschichte rein und blieb drin und wollte am liebsten auch nicht mehr raus. Es gab so viele spannende Stellen, das ich froh war wenn mal was etwas unwichtigeres beschrieben wurde um Luft holen zu können.
Mittendrin lernen wir Carya kennen. Ein ganz normales Mädchen für das ebenfalls die Lehren des Lux Dei Gesetz sind und ihm treu ergeben ist. Sie geht zu Jugendtreffen dieses Templerordens und hat sich in ihren Gruppenleiter verliebt. Bis etwas geschieht was sie zweifeln lässt und sie dazu bringt nicht mehr auf den Kopf zu hören, die Vernunft sondern auf ihr Herz, aber wir kennen das alle, das geht leider nicht immer gut aus. Carya ist eine Kämpferin, sehr sympathisch als Figur und zeigt das Widerstand niemals zwecklos ist. Sie entwickelt sich von der „kleinen“ und ruhigen Carya in die rebellische Carya, wobei sie manchmal selber erschrocken ist zu was sie in der Lage ist.
Dazu kommt dann noch Jonan, er ist ein Templersoldat und fällt Carya bei einer Führung auf, da gab es etwas was sich Beide nicht erklären konnten und als es dann drauf ankam stand er Carya zur Seite ohne viel darüber nachzudenken, einfach auch seinem herzen folgend. Er tritt auf als jemand der schon von Anfang an kein Templersoldat werden wollte und das nur seinem Vater zu liebe tat und er nutzt die Gelegenheit um all das hinzuschmeißen. Jonan ist für mich der Vernünftigere der Beiden, der Ruhepol. Der der das Fachwissen hat und perfekt zu Carya passt. Er ist treu und ehrlich und ich mag das er sich an sein Versprechen hält und dafür alles riskiert.
Carya und Jonan bilden ein wenig das romantische Pärchen, obwohl sie gar nicht zusammen sind. Es ist aber am knistern und das merkt man selbst beim Lesen.
Am Ende könnte man dieses Buch fast alleine stehen lassen, aber eben nur fast. Es gibt einen kleinen Cliff hanger, der aber nicht weiter schlimm ist und ich denke sowieso das so gut wie jeder den nächsten Band lesen möchte. Viele Fragen wurden allerdings beantwortet und so konnte ich dann zufrieden wieder aus Arcadion verschwinden.

Der nächste Band erscheint bereits im März 2013, das ist ja überschaubar.

Vielen Dank an Lies & Lausch und egmont LYX

[Rezension] Elke Pistor – Eifler Zorn

Elke Pistor
Eifler Zorn
ISBN 978-3-95451-013-9
Taschenbuch
9,90 €
Erschienen bei Emons

Inhalt:
Bei Abrissarbeiten wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Gleichzeitigt treibt in Gemünd eine okkulte Sekte ihr Unwesen. Hängt Beides zusammen? Wer ist der Tote? Ina Weinz ermittelt und rutscht teifer rein als ihr lieb ist…
Meine Meinung:
Eifler Zorn ist ein Krimi wo erneut die Kommissarin Ina Weinz ermittelt. Es beginnt mit vielen verschiedenen Strängen. In dem einen landet der Leser im Jahr 1903 und in den anderen im Hier und Jetzt. Die Zeitsprünge kann man gut an der anderen Schrift für die Vergangenheit unterscheiden. Dort geht es um den jungen Paul und sein  Leben am Existenzminimum. Wie er Anerkennung sucht und sich anpasst um nicht aufzufallen und zu gefallen.
Das andere ist das Heute in dem die Leiche eines jungen Mannes gefunden wird, dem zwei Hände fehlen. Außerdem gibt es da noch in den Wäldern von Gemünd die Feuerstellen die immer die selben Muster haben und die ganz nach einer okkulten Sekte aussehen. Ina arbeitet an beiden Fällen und rutscht tiefer rein als sie es gut finden kann.
Die Geschichte wird, wenn es um Ina und ihr Umfeld geht in der ich Form von Ina aus erzählt wenn andere begleitet werden ändert es sich zum Erzählstil dann sind wir nur Beobachter. Das ist Anfangs etwas verwirrend gewesen aber ich konnte mich recht schnell daran gewöhnen und kam dann damit klar. Der Schreibstil ist leicht und flüssig ohne viele Fachbegiffe und mit nur wenig Dialekt am Anfang so dass es sich sehr flüssig lesen ließ. Selbst der Dialekt am Anfang störte mich nicht bin ich ihn doch noch aus meiner Kindheit gewohnt und wenn ich es auch nicht sprechen kann verstehe ich alles. Aber ich denke selbst Leser die nichts mit der Kölner Richtung zu tun haben kommen zurecht.
Mit 220 Seiten in der Printausgabe ist es ein recht kurzes aber sehr unterhaltsames Lesevergnügen mehr braucht dieses Buch nicht und jede Seite mehr wäre vermutlich nur unnötig in die Länge gezogen.
Neben Ina ermitteln noch Judith die wir in der Vergangenheit auch schon kennen lernen durften und Sauerbier. Die eine jung und frisch aus der Ausbildung mit neuen und doch guten Ansätzen der andere Sauerbier, kurz vor der Pensionierung ziemlich fest gefahren und ganz die alte Schule. Die beiden zusammen sind sich nicht immer grün was auch daran liegt das er versucht Judith unterzubuttern und sie wie ein kleines Kind behandelt was keine Ahnung hat. Judith versucht sich immer wieder gegen ihn durchzusetzen. Das machte Sauerbier für mich zu einem eher unsympathischen Protagonisten und Judith hatte mein vollstes Mitgefühl.
Das Ende war schlüssig. Ich weiß nun wie was passiert ist und warum es passiert ist. Auch fühle ich mich sehr gut unterhalten und kann den Krimi wiedermal vorbehaltslos weiter empfehlen. Bis auf die Sichtwechsel die mir am Anfang leichte Probleme bereiteten war alles klasse wie zu erwarten.
Als kleines Bonbon sehe ich das Nachwort von Elke Pistor. Sie erklärt darin wie sie auf die Idee zu dem Fall kam und wie viel Realitat in diesem Buch steckt. Ein kleines Stuck Gemünd´ner Geschichte in einem Krimi.
Hier könnt ihr mal reinhören: http://link.koeln.de/eiflerzorn
Und hier wenn ihr wollt mal reinlesen: http://elke-pistor.de/page3.php
Vielen Dank an Elke Pistor

[Rezension] Chevy Stevens – Still Missing

Chevy Stevens
Still Missing – Kein Entkommen
ISBN 978-3-596-18716-4
Taschenbuch
8,99 €
Erschienen bei Fischer

Inhalt:
Annie ist Maklerin. Als sie bei einer Open House Besichtigung schon wieder alles verstauen will und sich nur noch auf den Abend mit ihrem Freund freut kommt ein Van, drin sitzt ein Herr der sich für das Haus interessiert. Eigentlich hat sie keine Lust mehr ihm das Haus zu zeigen schließlich ist er zu spät aber er scheint echtes Interesse zu haben und auch noch Geld. Also springt sie über ihren Schatten und kommt gerade mal bis zum Eingang als sie etwas hartes im Rücken spürt. Eine Waffe. David, so hat sich der Mann ihr vorgestellt verlangt von ihr in seinen van zu steigen und betäubt sie.
Wach wird sie in einer Hütte in der alles Gesichert ist. Was will er von ihr und wird sie lebend raus kommen???
Meine Meinung:
Still Missing lag nun schon lange auf meinem SuB schließlich ist der zweite Band schon draußen. Da ich den als Wanderbuch habe musste ich doch mal so langsam zu Still Missing greifen. Ich hatte zu der Erscheinungszeit einiges über das Buch gelesen und es kam alles vor von total langweilig bis Wow wie Super.
Nun also werdet ihr meine Meinung hören und ich muss sagen ich kann beide Seiten verstehen. Angefangen hat alles recht normal für einen Thriller. Annie wird entführt und die Spannung ist auf dem Höhepunkt. Dann landet sie in der Hütte. Am Anfang wird die Spannung noch gehalten, denn ich war gespannt was nun passiert. Allerdings Flaute das irgendwann ab. Der Mittelteil ist dann doch eher langweilig und führt zu der durchschnittlichen Bewertung. Am Ende schafft es die Autorin aber nochmal Spannung aufzubauen, durch eine Wendung die zuvor nicht zu ahnen gewesen wäre.
Der Schreibstil ist locker und flüssig das führt dazu das man auch immer weiterlesen mag und denkt: Ein Kapitel bzw. eine Sitzung geht noch. Denn die Kapitel sind nach Sitzungen unterteilt. in diesen Sitzungen erzählt Annie der Therapeutin ihre Geschichte der Entführung. So weiß man ja schon mal das sie nicht stirbt. Sonst könnte sie ja der Therapeutin nicht von der Entführung erzählen. Das nimmt schon wieder etwas die Spannung. Aber es könnte ja auch anders sein. Also weiter lesen und da war ich froh das ich auch Bücher in Richtung Erfahrungsberichte mag, denn der Mittelteil war eher sowas in der Art.
Die Protagonistin Annie musste viel durch machen und ich habe mitgelitten. Es ist so schlimm was ihr alles widerfährt und man fragt sich wie brutal kann jemand sein und wie gut organisiert. Da Annie ja ihrer Therapeutin alles berichtet, fragte ich mich die ganze Zeit ihrer Gefangenschaft wie sie es raus geschafft hat. Man merkte wie Annie scheinbar immer kleiner wurde immer zurückhaltender sich immer mehr anpasste das sie dem Entführer gefiel und die Qualen auf ein Minimum reduziert wurden. Annie ist für mich in dieser Geschichte ein ganz starke Frau auch wenn sie sich nicht für diese hält. Aber auch das macht sie sympathisch  und brachte die Figur sehr nah an die Realität.
Das Ende war dann doch recht unerwartet. Mitten drin dachte ich hmm war das alles…aber Chevy Stevens schaffte die Wende und mich auf den letzten „Metern“ noch zu fesseln. Sie überraschte mich mit einem erstaunlichen Schluss und ließ mich als Leser befriedigt zurück, da alle meine Fragen beantwortet wurden.
Mein Fazit: Viel Thrill sucht man hier vergebens. Am Anfang und am Ende ist das Buch sehr spannend. Mittendrin ist es eher Interesse was mich weiter lesen ließ.

[Rezension] Sina Beerwald – Hypnose

Sina Beerwald
Hypnose
ISBN 978-3-453-43636-7
Taschenbuch
8,99 €
Erschienen bei Heyne

Inhalt:
Inka hat ihren Sohn bei der Geburt verloren. Ein halbes Jahr hat sie sich verkrochen und ließ keinen an sich dran. Nach diesem halben Jahr lädt sie ihre Freunde zu einem Essen ein. Alle kommen, es wird ein gemütlicher Abend. Der Morgen danach ist allerdings weniger schön, denn ihre Freundin Annabel sollen ihren Verlobten Jannis umgebracht haben. Inka kann das nicht glauben. Niemals würde sie Annabel einen Mord zutrauen. Sie hat den Verdacht das die Hypnosesitzungen bei Annabels Schwager sie dazu gebracht haben. Kann Hypnose einen Menschen dazu bringen jemanden zur ermorden? Oder bildet Inka sich alles ein. Bei ihrem Versuch raus zu finden was genau passiert ist gerät auch sie selbst in Gefahr….
Meine Meinung:
kurze Zeit bevor ich Glück hatte das Buch von der Autorin zu bekommen wurde ich durch eine Wanderbuchbekannte drauf aufmerksam. Sina Beerwald kannte ich bis dato nicht, aber der Plot des Thriller hörte sich sehr gut an. Sina Beerwald hat bisher nur durch historische Romane auf sich aufmerksam gemacht und versuchte nun mal, wie sie selber schreibt, ihre düstere Seite zu zeigen. Das ist ihr gut gelungen.
Hypnose ist ein Buch das mit der Faszination der Hypnose spielt, aber auch mit der Angst oder eher vor allem mit der Angst das die Hypnose einen Willenlos macht und dem Wohlwollen des Hypnotiseurs aussetzt. Das macht dieses Buch so interessant und sorgt gerade am Anfang für viele viele Fragezeichen.
Der Einstieg gelang recht schnell auch wenn es so viele Personen gab, die man als Leser kennen lernen musste. Schließlich wusste man das was passiert, aber wann und wie war nicht klar. So kam die Spannung auch nicht sofort, sondern erst ab dem zweiten Viertel ungefähr. Das war aber nicht schlimm. ich wurde nicht direkt in die Geschichte geworfen und konnte mich erstmal in der „Umgebung“ zurecht finden. Es war nicht zu langatmig und sorgte dafür eintauchen zu können in die Geschichte.
Dann wurde es spannend. Die Geschichte setzt sich schon sehr stark mit den negativen Seiten der Hypnose auseinander und man war sich auch nie sicher was ist real was ist eine Halluzination von Inka. Die Spannung baute sich bis zum Schluss ins unermessliche auf. Ab dem Moment wollte ich auch nicht mehr aufhören zu lesen. Es ging soweit das ich wirklich 1 1/2 Stunden in der Wanne verbrachte um bis zum Schluss zu lesen und nicht unterbrechen zu müssen.
Die Story ist sehr interessant und habe ich so noch nicht gelesen. Es gab etliche Momente wo man seine Meinung wieder vollkommen revidieren musste und man merke das man als Leser auf dem Holzweg ist. Ich gehöre ja zu den Lesern die immer versuchen vorher zu lösen, das war hier schier unmöglich. Sina Beerwald hat mich in jedem Kapitel auf neue Fährten und in Sackgassen geführt und ich war auf jeder neuen Seite gespannt was mich erwartet.
Fast jede Figur kam für mich zu verschiedenen Zeitpunkten als Täter in Frage. Ganz nach dem Motto traue niemanden. So musste auch die Protagonistin Inka sich verhalten, tat sie natürlich nicht und geriet immer tiefer rein. Sie tat mir Leid bei dem was sie erlebt hat und am Ende war alles ganz anders als am Anfang gedacht. Inka war eine Frau die am Boden war und für ihren Sohn durch die Hölle ging.
So freute mich dann das Ende doch besonders. Ich muss nicht unbedingt Happy Ends haben und so war ich auch hier sehr neugierig was Sina Beerwald sich hat einfallen lassen und kann auch daran nicht rum mäkeln.
Fazit: Hypnose ist der Ausflug von Sina Beerwald in das Genre Thriller und ich hoffe sehr das da noch einige Werke in der Richtung folgen werden.
Vielen Dank an Heyne und Sina Beerwald 

[Rezension] Wiebke Lorenz – Alles muss versteckt sein

Wiebke Lorenz
Alles muss versteckt sein
ISBN 978-3-89667-469-2
Klappenbroschur
15,95 €
Erschienen bei Blessing


Inhalt:
Marie wurde wegen Mordes in die Psychiatrie eingewiesen. Sie ist auf Grund einer Zwangsstörung nicht Schuldfähig und soll therapiert werden. Ihr Freund wurde angeblich von ihr ermordet. So wie sie sich in ihren Gedanken schon hundert Mal ausgemalt hat. Es ist genau das passiert wovor sie immer Angst. Die Mordfantasien sind nicht mehr Fantasien sondern wurden war. Allerdings kann sie sich nicht erinnern die Tat begangen zu haben. Sie muss wissen was genau passiert ist ob sie es wirklich war. Ihr Therapeut und ihr Mann helfen ihr bei der Therapie….

Meine Meinung:
Bisher kannte ich Wiebke Lorenz immer nur im Zusammenhang mit Anne Hertz. Diese Bücher liebe ich allerdings und wollte doch mal schauen ob Frau Lorenz alleine so tolle Thriller schreibt wie sie das zusammen mit ihrer Schwester als Anne Hertz im Chick Lit Bereich schafft. Sie konnte mich vollends überzeugen auch wenn es vollkommen anders war als ich es mir vorgestellt habe.

Der Einstieg fiel mir recht leicht. Es beginnt recht spannend mit dem Aufwachen von Marie in der Blutlache ihres Freundes. Von da an musste ich mich allerdings sehr konzentrieren. Es gab einen Sprung und wie lesen wie sie in der Psychiatrie sitzt und erstmal ohne jegliche Hoffnung ist. Dann beginnt sie aber doch ihre Sitzungen bei ihrem Therapeuten und man erfährt wie es soweit kommen konnte. Wir lesen was der Auslöser war und was ihr Problem ist. Wie es Anfing und wie es sich steigerte.
Die Handlung ist dabei eher theoretisch, nie erleben wir einen Mord mit. Es wird über die Mordfantasien gesprochen, die aber doch recht heftig sind. Sehr schnell beschlich mich eine Ahnung das etwas nicht stimmte. Das denke ich ist jedem Leser klar. Denn sonst wäre dieses Buch eher ein Erfahrungsbericht wenn auch ein fiktiver. Aber es wurde mir nicht nur klar das etwas nicht stimmte, sondern ich hatte auch meine Theorien was es genau war und wurde dabei leider nicht überrascht.
Auch wenn ich diesen Thriller mal vollkommen anders fand, war er nicht langweilig. Man liest wie ein Schaulustiger mit einer Faszination für eine Krankheit, die es leider tatsächlich gibt. Dabei bricht die Spannung nicht ab, obwohl ich das Ende voraussagen konnte. Wiebke Lorenz hat versucht am Ende nochmal eine Wendung rein zu bringen die auch durchaus hätte schlüssig sein können, wenn nicht noch so viele Seiten übrig geblieben wären. Das Ende an sich war aber trotz des neuem Aufkeimens für mich nicht wirklich überraschend sondern eher vorhersehbar.
Mit der Protagonistin Maria hat die Autorin allerdings einen sehr authentischen Charakter geschaffen. Diese Frau könnte hier in der Nachbarschaft wohnen, was das ganze unheimlich und erschreckend macht. Ich bewunder sie weil sie so stark kämpft und kaufe ihr jedes Wort ab. Sie ist sympathisch und hatte mein vollstes Mitleid.
Fazit: Alles muss versteckt sein ist ein Thriller, der vollkommen anders ist als das was ich bisher gelesen habe. Er kommt ohne viel Blutvergießen aus und geht nur an die Psyche. Der einzige Haken für mich war ein wenig das vorhersehbare.

Danke an Blogg Dein Buch und Blessing