[Rezension] Jochen Siemens – Besuch von oben

 Jochen Siemens
Besuch von oben
ISBN 978-3-426-30590-4
Klappenbroschur
12,99 €
Erschienen bei Droemer Knaur
Leseprobe

Inhalt:
22 Jahre ist es her, dass Johannes seine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen. Einen Schock für den damals 27 Jährigen. Doch als sie nun nach so langer zeit vor ihm stehen könnte der Schrecken nicht größer sein. Es beginnt ein Tag voller Geständnisse, Erklärungen und besonderer Momente

Meine Meinung:
Besuch von oben Klang so als ob es eine lockere Geschichte wäre mit Humor, aber auch ernsten Passagen. Genau das kam auch vor nur anders als ich es mir vorgestellt hätte.

Was war anders. Es war viel Vergangeheits-Aufarbeitung und so wurde das Buch ernster als erhofft. Ich stellte mir die Frage: „Was wäre wenn“ und kam zu dem Ergebnis das ich vermutlich andere Dinge wichtiger fände wenn ich nur wenig Zeit mit einem verstorbenen geliebten Menschen hätte. Nicht so viel Probleme wälzen. Mehr erzählen was alles passiert ist. Klar würde ich noch die ein oder andere Frage klären wollen, doch hier nahm das Überhand. Auch hatte ich erwartet das mehr von den Zeitunterschieden die Rede ist. Damals die 90er ohne Handy und Internet für Jedermann. Heute das moderne Zeitalter in dem Informationen nur so sprudeln. Doch es blieb die Aufarbeitung einer Familiengeschichte. Eine Abnabelung eines Sohnes die durch einen tragischen Schicksalsschlag nie beendet wurde.

Der Schreibstil ist dabei flüssig und leicht zu lesen. Das war auch gut so, denn es gab für mich viele langatmige Stellen. Jochen Siemens verliert sich teilweise in seinen Beschreibungen. Kommt von Stöckchen auf Steinchen und findet zeitweise auch nicht den Weg zurück. Da war es gut das der Schreibstil sehr angenehm zu lesen war.

Johannes arbeitet hier seine Vergangenheit vor und auch nach dem Tod seiner Eltern auf. Reflektiert sein Leben. Seine Eltern sind dabei nur Beiwerk. Diese Geschichte hätte auch vollkommen ohne sie geschrieben sein könnte. So ein wenig als Monolog, doch dann hätte sie bei mir wohl kein Interesse geweckt.

Am Ende hätte ich mir allerdings ein wenig mehr gewünscht. Man hat so viel über die Vergangenheit erfahren, dass ich es Schade fand das man zum Schluss nicht lesen kann wie es Johannes nach dem Besuch von oben geht.

So lege ich das Buch zwar nicht ganz unzufrieden zur Seite, schließlich gab es ein paar lustige und interessante Abschnitte, doch ich hätte mir mehr vom Besuch gewünscht. Mehr miteinander. Als nur das Erzählen von Johannes Geschichte. Am besten Gefallen haben mir ganz klar die Abschnitte in denen es Aktionen und auch Gespräche mit Johannes Eltern gab, die waren unterhaltsam, den Rest empfand ich zeitweise als sehr langweilig

[Rezension] Bernard Minier – Schwarzer Schmetterling

Bernard Minier
Schwarzer Schmetterling
ISBN 978-3-426-19928-2
Klappenbroschur
14,99 €
Erschienen bei Droemer

Inhalt:
Arbeiter eines Wasserkraftwerks in 2000 Meter höhe in den Pyrenäen  sind auf dem Weg hoch zu ihrer Arbeit als sie in den Seilen etwas sehen was sich verfangen hat. Was zuerst aussieht wie ein Vogel und anmutet wie ein Schmetterling ist ein Pferd.  Dieses Pferd gehört Lombard, einem großen Firmenmogul und so werden die Ermittlungen von Servaz und Ziegler aufgenommen. In der Nähe ist eine forensische Einrichtung in der Diane Berg gerade angefangen hat zu arbeiten. In der überaus gefährliche und gewissenlose Verbrecher weg gesperrt sind…

Meine Meinung:
Bevor ich angefangen habe zu lesen, habe ich mir mal die Bewertungen für dieses Buch angesehen und bei Amazon waren das zwei 5 Sterne und zwei 1 Sterne Bewertungen, also entweder man mag es oder man mag es nicht, aber das finde ich zu schwarz und weiß und beeinflussen mag ich mich davon sowieso nicht lassen. Ich bin also ganz unvoreingenommen an dieses Buch dran und hänge von meiner Bewertung in der Mitte. Erstmal fand ich es doch recht langweilig und langatmig. vielleicht war auch der Umstand das es erstmal nur um einen Pferdemord ging das was mir das Interesse genommen hat (ich hatte es noch nie mit Pferden), allerdings war ja zu hoffen das noch mehr kommt was das Buch interessant macht, vor allem durch diese Einrichtung die so viele Schwerverbrecher beheimatet, aber darauf musste ich wirklich sehr lange warten. So richtig hat es mich aber bis zum Ende nicht gepackt. Viele Verhöre und Gegebenheiten waren mir einfach zu ausführlich beschrieben, zu viel unnötiges und so viel konnte ich auch nicht ausnehmen. Allerdings war der Plot an sich sehr interessant und auf dieses Ende wäre ich auch nicht gekommen. Die Protagonisten waren mir teilweise zu blass und wirklich rein versetzen konnte ich mich nicht. Das Buch war für mich interessant aber nicht packend. Also weder schwarz noch weiß sondern eher grau.

[Rezension] Friedrich Ani – Süden

Friedrich Ani
Süden
ISBN 978-3-426-19907-7
19,99 €
Gebundene Ausgabe
Erschienen bei Droemer

Inhalt:
Süden ist wieder zurück in München. Eigentlich wollte er gar nicht mehr zurück und wollte auch keinen mehr suchen, aber dann bekam er den Anruf seines Vaters, der ihn treffen möchte. Allerdings wurde die Verbindung unterbrochen. Zurück in München sucht er nach dem hinkenden Mann aber ohne Erfolg. Dann tritt er eine Stelle als Detektiv an und soll Raimund Zacherl suchen ein Wirt aus Sendling. Er ist schon seit zwei Jahren spurlos verschwunden, die Polizei hat die Suche schon aufgegeben aber die Ehefrau möchte gerne wissen was mit ihm passiert ist…

Meine Meinung:
Das zweite Buch das von Droemer ist und es auf die Krimi Bestenliste 2011 geschafft hat, aber anders als bei Das vergessene Kind konnte ich dieses hier kaum zur Seite legen. Es ist nicht mein erstes Buch von Friedrich Ani und wie beim ersten auch hat er mich mit seinem Schreibstil und seiner Geschichte in den Bann gezogen. Es geht um einen Vermissten im speziellen den Süden im ganzen Roman sucht, nebenher geht es aber auch um seinen Vater den er seit 35 Jahren nicht mehr gesehen hat und der als verschollen gilt und um einen kleinen Jungen der Tagelang alleine zu hause ist weil seine Mutter verschwunden ist. Die Beiden kleinen Nebenstränge werden recht früh aufgeklärt so dass man sich zum Schluss nur noch auf den Vermissten Raimund „Mundl“ Zacherl konzetrie3ren kann. Süden verfolgt seine Spuren und ….Na ob er ihn findet oder nicht müsst ihr schon selber lesen. Ich fand die Geschichte schlüssig auch wenn ich manchmal von der eigenen Art und Weise von Süden irritiert war, aber nie so sehr das es mich aus dem Konzept gebracht hätte. Es las sich leicht und war eine nette Unterhaltung für zwischendurch. Die Spannung hielt sich ziemlich von Anfang an. Ich wollte wissen ob er ihn findet. Eigentlich gibt es aber neben der Geschichte des Findens noch eine traurige Nebenbotschaft. Erstens es gibt Leute die wollen nicht gefunden werden (was mich stark an meinen Onkel erinnert) und es gibt Menschen mit denen lebt man Jahrelang zusammen, aber man kennt sie doch nicht wirklich. Vielleicht sollten wir wieder anfangen Mitmenschen bewusster wahr zu nehmen.

[Rezension] Kate Atkinson – Das vergessen Kind

Kate Atkinson
Das vergessene Kind
ISBN 978-3-426-19910-7
Gebundene Ausgabe
19,99 €
Erschienen bei Droemer

Inhalt:
Tracy war Polizistin und arbeitet nun als Kaufhausdetektivin, als sie mitbekommt wie eine Drogensüchtige ein Kind hinter sich herzieht, das Kind weint jämmerlich und hat gar keine Chance mitzukommen. Tracy läuft den Beiden bis zur Bushaltestelle hinterher und bietet der Mutter Geld für das Kind. Die Mutter geht drauf ein und so steht Tracy nun mit dem Kind dort. Was im Affekt und aus Hilfsbereitschaft geschah ist aber nicht wirklich richtig und so kommt schnell das schlechte Gewissen und sie flüchtet.
Gleichzeitig will Jackson Brodie einen Fall von 1975 aufklären und muss dafür Tracy befragen…

Meine Meinung:
Dieses Buch zog sich für mich ein wenig wie Kaugummis, gerade am Anfang musste ich mich wirklich durchbeißen, denn man lernt erstmal alle Gegebenheiten der Protagonisten  kennen. Eine Spannung baute sich für mich nicht wirklich auf und ich fühlte mich stellenweise eher gelangweilt. Auch wenn die Geschichte recht interessant erscheint, fehlte es für mich ein wenig an der Umsetzung und einen krimi habe ich hier drin nicht wirklich erkennen können. Sicher Tracy ist auf der Flucht und dann gibt es da ja noch den 30 Jahre alten Fall. aber um mich zu fesseln war es einfach zu wenig.
Das war mein erstes Buch von Kate Atkinson und auch wenn ich den Schreibstil wenigstens positiv erwähnen möchte, wird es wohl für mich das letzte Buch von ihr gewesen sein. Ich habe glaube ich mehr Krimi und weniger Roman erwartet auch weil dieses Buch auf der Krimi-Zeiten Bestenliste 2011 stand. Vielleicht waren meine Erwartungen zu hoch. oder das Buch eben einfach nichts für mich, andere, das weiß ich fanden es total Klasse (nicht umsonst steht es auf der Liste) Das sollte jeder selber raus finden.

[Rezension] Nancy Salchow – Herzliche Restgrüße

Nancy Salchow
Herzliche Restgrüße
ISBN Epub: 978-3-426-43013-4
Ebook
4,99
Erschienen bei Droemer Knaur

Inhalt:
Daniel ruft unter einem Vorwand beim Partyservice von Isobell an, sie hat das Catering für den 40. Geburtstag seiner Frau gemacht und er findet sie interessant, anstatt ihn dauerhaft abzuwürgen, entwickelt sich immer mehr ein Gespräch und eine Bindung zwischen den Beiden.

Meine Meinung:
Das Ebook von Nancy Salchow ist schon etwas ganz anderes auch wenn es mir ein wenig an Liebe per Mauklick oder Emails an Holly von Holly Denham erinnert, der Stil ist ähnlich. Nur geht es hier nicht um Emails sondern um Telefonate und später auch Briefe. Bei denen man sich die Frage stellt: Wo führen sie hin? Was bezweckt Daniel damit? So einfach bei jemand Fremden anzurufen und mit demjenigen ein Gespräch anzufangen und überhaupt das der andere oder die Andere sich darauf einlässt. Ich weiß nicht wie ich reagieren würde. Auch stellt sich für mich die Frage: Wie weit darf man gehen? Ist es schon Betrug wenn man nur telefoniert und dort ein Vertrauensverhältnis entsteht. Für mich wäre in dem Fall glaube ich die Heimlichkeiten ausschlaggebend. Ich selber habe auch mehr Männer als Frauen als Bekannte und Freunde und komme meistens mit den Männern auch besser klar, trotzdem habe ich nie den Gedanken meinen Mann zu betrügen. Er könnte alles mitbekommen was ich mit meinen Bekannten und Freunden rede und somit gibt es für mich keine Heimlichkeiten und keinen Grund des Anstoßes. Hier bei Daniel und Isobell sehe ich das etwas anders, auch wenn sie sich sicher sind, dass sie ja glücklich in ihrer Ehe sind, machen sie ein Geheimnis draus und auch was daraus wird kann man in dem Ebook gut lesen.
Ich finde es faszinierend wie Nancy Salchow es geschafft hat zwei Gesprächspartner in einem Buch so zu führen das man nicht das Gefühl hat es ist von einer Person geschrieben. Das stelle ich mir gar nicht so leicht vor. Ihr ist es geglückt. Stellenweise war es für mich etwas langatmig, aber da ich wissen wollte wie es weiter geht habe ich es auch gerne gelesen. Schnell kam wieder etwas was ein wenig Spannung rein brachte und schon war das ein oder andere kleine Tal vorbei. Schön finde ich das zwischendrin immer mal ein Radiomoderator mit passenden Liedern zum Geschehen zu Wort kommt und es gibt auch Hörproben, die bei mir aber leider nicht funktionierten. Viele der Lieder kannte ich aber und fand sie wirklich passend gewählt.
Wer die Bücher von Holly Denham mag und ich weiß das sind einige wird das hier auch gerne mögen und wer sie noch nicht gelesen hat sollte hiermit anfangen. Es geht nicht nur um Beziehungen, es gibt auch einiges zum schmunzeln!!!

[Rezension] Sebastian Fitzek – Der Augenjäger

Sebastian Fitzek
Der Augenjäger
ISBN 978-3-426-19881-0
Gebundene Ausgabe
19,99 €
Erschienen bei Droemer

Inhalt:
Eine Frau ist in der Psychiatrie, so langsam erholt sie sich von den Strapazen die ihr Mann ihr zugefügt hat. Er hat sie gequält und misshandelt und zum Schluss hat er ihr noch ihre Tochter genommen und ist mit einer jüngeren Frau ausgezogen. Da war sie bereits am Boden und dachte es könnte nicht schlimmer kommen. Einen Mann, der immer neben ihr draußen auf der Bank sitzt spricht sie an und fragt warum er da ist. Er sagt ihr wegen ihr, drückt ihr ein Bild von ihrer Tochter in die Hand und erklärt, das sie Schuld ist, weil sie nichts getan hat. Einige Monate später versucht Alina Gregoriev Dr. Zarin Suker Informationen zu entlocken, zu den aktuellen Fällen misshandelter Frauen, aber er erkennt sie und lässt sich auf das Spiel nicht ein….

Meine Meinung:
Der Augenjäger ist der direkte Nachfolger von Der Augensammler und darauf weist Fitzek auch als Erstes hin. Ich fand es gut das die Warnung ausgesprochen wurde denn auch wenn ich den Augensammler gelesen habe, geht es vielleicht dem ein oder anderen so das er ihn nicht kennt und Der Augenjäger ihn in der Buchhandlung zu flog ;-). oftmals erkennt man Reihen ja gar nicht als solche. Dieses Buch baut doch sehr auf den Augensammler auf und der neue Verbrecher und die neuen grausamen Taten sind doch eher im Hintergrund. So habe ich es jedenfalls empfunden. Es wird wieder aus verschiedenen Sichten geschrieben im hauptsächlichen aus Alina´s Sicht und aus der von…..das verrate ich nicht *ggg* Beide Erzählstränge kommen am Ende doch irgendwie zusammen und bekommen Sinn. Stellenweise war ich ganz scharf darauf mehr von dem einen Erzähler zu lesen und fand den anderen eher langweilig, aber das war nur kurz so. Zum Ende hin konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Das Ende war sehr überraschend und bringt denke ich auch die Reihe zu Ende. Toll fand ich das letzte Kapitel. Großes Lob an Sebastian Fitzek!!! Ach noch etwas fiel mir auf einmal in die Hände, ein Zeitungsausschnitt den ich von da an als Lesezeichen nutzte. Ich kann den Augenjäger uneingeschränkt empfehlen für jeden der es liebt wenn es so richtig heftig wird und dank der Danksagung bin ich nun auch etwas beruhigt was meine Neigung zu: Umso schlimmer umso besser betrifft. denn wenn ich mal zitieren darf:

Auf jeden Fall hat mir eine Psychologin auf einer Lesung in Wien jüngst bestätigt, sind wir die Guten. Die, die kein Ventil haben, die Thriller also weder lesen noch schreiben und alles in  sich hineinfressen, sind eher diejenigen, über die wir uns Gedanken machen müssen

In dem Sinne werde ich weiterhin Thriller lesen und hoffe das neben Windel wechseln und Lesungen abhalten noch Zeit zum Schreiben bleibt ;-)

[Rezension] Wolfram Fleischhauer – Torso

Wolfram Fleischhauer
Torso
ISBN 978-3-426-19853-7
Gebunden Ausgabe
19,99 €
Erschienen bei Droemer

Inhalt:
In einem leerstehenden Hochhaus wird ein Torso einer Frau gefunden, aber das ist noch nicht das Schockierenste, auf dem Torso ist ein Ziegenkopf befestigt, kurz danach wird ein Lamm gefunden in einem Nachtclub, aus der Naht am Bauch schauen menschliche Finger. gehören diese Finger zu dem Torso?
Gleichzeitig versucht Elin Gehör zu finden, denn an den Selbstmord ihres Bruders glaubt sie nicht. Sie fängt auf eigene Faust an zu ermitteln, da ihr die Polizei nicht zuhören will….

Meine Meinung:
Dieses Buch war mein Debüt für Wolfram Fleischhauer und es ist wohl sein erster Thriller. Ich finde die Grundidee gar nicht schlecht, es hat viele Elemente was einen guten Thriller ausmacht und auch Spannung ist da, wenn auch etwas flach und unsichtbar, nicht wirklich greifbar aber vorhanden. Im Pressetext steht literarischer Thriller ich würde ihn eher als Politthiller ansiedeln, denn es geht um Machenschaften der höheren Herren, die Geldgier der selbigen aber auch um Ost und West, die Unterschiede und verschiedene Ansichten. Mitten drin dann Elin die nicht glauben kann das ihr Bruder sich selber erhängt hat und Zollanger der mitten in den Ermittlungen zu drei gefundenen  Torsos steckt die mehr sind als „nur“ Leichenteile. Es ist etwas kompliziert und trotzdem macht Fleischhauer schnell klar wer offensichtlich der Täter ist….nur kann man dem glauben??? Das solltet ihr selber raus finden, auch wenn die Beschreibungen der Torsos recht grausam sind ist es das Einzige was grausam ist alles andere ist Ermittlungsarbeit. Dieser Thriller hat mich nicht umgehauen, aber ich hätte ihn auch nicht abbrechen wollen, denn natürlich wollte ich wissen wie es endet und so habe ich ihn gerne bis zum Ende gelesen und wurde da nochmal überrascht.

[Rezension] Wolf Serno – Die Medica von Bologna

Wolf Serno
Die Medica von Bologna
ISBN 978-3-426-19805-6
Gebundene Ausgabe
19,99 €
Erschienen bei Droemer 

Rückentext:
Bologna 1552. Mit einem entstellenden Feuermal – für die Inquisition ein Schandmal der Sünde – kommt Carla zur Welt. Um sich von diesem Makel zu befreien, träumt sie davon, eine Medica zu werden. Doch ein Medizinstudium ist ihr als Frau verwehrt. Carla gibt nicht auf und setzt all ihre Hoffnung in den jungen charismatischen Chirurgen Gaspare Tagliacozzi. Sie verliebt sich rettungslos in ihn…

Die ersten etwa 50 Seiten:
Carla lässt ihre Geschichte von Larif aufschreiben und fängt an als sie etwa 4 Jahre alt war, sie berichtet davon das ihre Mutter Schneiderin war und eine Kundin zu Besuch hatte. Diese Kundin war sehr ungehalten, ihr Kleid war nicht so wie sie es wünschte. Clara fing an zu schreien und wurde so in ihrem Versteck, von dem aus sie alles beobachtet hatte entdeckt. Die Kundin ist erschrocken und entsetzt als sie Carla sieht. Ein paar Jahre später, sie war 7 Jahre alt folgte sie ihrer Mutter heimlich, obwohl ihre Mutter ausdrücklich gesagt hat das es besser wäre zu Hause zu bleiben.Clara findet ihre Mutter und stürmt ins Zimmer da wird sie von den feinen Damen als Kreatur beschimpft, wie wohl auch so oft von Kindern aus der Nachbarschaft, sie will wissen was das Wort bedeutet mit dem sie beschimpft wurde, aber ihre Mutter tut es ab und sagt sie wäre zu klein dafür. Clara geht nicht mehr vor die Tür. Später, die Mutter ist wieder in der Stadt steht die Nähstube offen und Clara sieht sich im Spiegel und sieht das sie entstellt ist, die ganze linke Gesichtshälfte ist feuerrot. Sie ist sehr schockiert darüber und Spiegel sind seit dem Moment ihr Feind, einerseits mag sie nicht reinschauen andererseits tut sie es doch in der Hoffnung dass das Feuermal verschwunden ist…

Meine Meinung:
Die Medica von Bologna war eins der ersten Bücher die ich bei Lies & Lausch gewonnen habe und das ist schon eine Weile her ;-). Zu meiner Schande muss ich gestehen das historische Romane immer mehr zurückstehen müssen hinter meiner Gier nach Spannung, denn richtig spannend in dem Sinne wie ein Thriller oder ein guter Krimi sind sie doch eher selten. So auch bei dem Werk von Wolf Serno. Er hat es zwar geschafft das ich das Buch gerne gelesen habe und ich würde es auch nicht als vollkommen schlecht bezeichnen, Nein, aber die Spannung fehlte mir doch ein wenig. Beschrieben wir der Weg von Carla, das Mädchen, später die Frau mit dem Feuermal, die sich obwohl sie großartiges leistet nicht im Spiegel anschauen mag. Die Angst vor der Inquisition hat, und deswegen, und auch weil sie Angst vor der Reaktion im Allgemeinen hat, nur mit einem Schleier vor die Tür geht. Das Buch ist ein bericht ihres Lebens und um es mit den Worten des Autors auszudrücken: Es berichtet….“wie es zugeht in unserer Zeit und in unserem Land, er wird lesen von verschwenderischem Reichtum und bitteren Elend, von Hoffart und Demut, von Fastenzeiten und Fressgelagen, von Neid, Missgunst und Intrigen, aber auch von wahrer Treue und edelmütiger Freundschaft. er wird erkennen, wie viel Ungerechtigkeit und Unterdrückung den Frauen widerfuhr, wenn sie den Anspruch erhoben, den Männern gleich gestellt zu sein“…. Genauso steht es als Erklärung am Ende des Buches warum Carla die Geschichte von Latif aufschreiben ließ und bringt es damit auf den Punkt.
Ansonsten sei noch gesagt, das sich der Schreibstil sehr gut lesen lässt, allerdings störten mich lateinisch oder Italienische Textpassagen, die auch nicht näher übersetzt wurden und ich nur etwas reininterpretieren konnte. Interessant fand ich allerdings die Erklärung zur Nasenrekonstruktion die am Ende des Buches in Bild und Schrift zu finden sind.
Jeder der gerne historische Romane mag, wegen ihrer Geschichte und nicht weil ein Ereignis sie unbedingt fesselt tun gut daran dieses Buch zu lesen. Wer am Anfang gespannt ist was am Ende passiert wird eventuell vom Ende enttäuscht sein, wobei ich auch dieses nicht so schlecht finde.

[Rezension] Sebastian Fitzek – Der Augensammler

Sebastian Fitzek
Der Augensammler
ISBN 978-3-426-19851-3
Gebundene Ausgabe
16,95 €
Erschienen bei Droemer Knaur

Rückentext:
Er spielt das älteste Spiel der Welt: Verstecken
Er spielt es mit deinen Kindern.
Er gibt die 45 Stunden, sie zu finden.
Doch deine Suche wird ewig dauern.
Inhalt:
Alexander Zorbach war Polizist, bis er bei einem Einsatz eine Frau erschossen hat, auch wenn ihn keine Schuld traf, verzeiht er sich das selber nicht. Nun arbeitet er als Polizeireporter und ist dabei auch ziemlich erfolgreich. Er ist noch verheiratet aber getrennt lebend und hat einen Sohn. Als er mit seinem Sohn Spielzeug in ein Hospiz bringt fällt ihm auf das er seine Brieftasche verlegt hat und geht zurück zum Auto, dort hört er im Polizeifunk, das der Augensammler wieder zugeschlagen hat und fährt sofort zum Tatort. Dort wird er von Kommissar Stoya gefragt woher er wusste das ein Mord geschehen ist, als Zorbach sagt das er es über Funk gehört hat, stellt sich raus dass das gar nicht sein kann, weil die Meldungen die den Augensammler betreffen nur noch über gesicherste Leitungen bekannt gegeben werden. Zorbach denkt er hätte halluziniert, aber dann wird auch noch seine Brieftasche am Tatort gefunden….
Meine Meinung:
Ich bin fertig und es war echt heftig, verworren und genial. Ein Fitzek eben.
Das erste was auffällt ist das es Rückwärts geschrieben ist, soll heißen es beginnt mit dem Epilog und endet mit dem Prolog, die Kapitel und die Seiten werden ebenfalls rückwärts gezählt. Was aber alles nicht irritiert finde ich. Man kann sich quasi vorstellen das ein Film mit dem Ende beginnt und dann in der Vergangenheit mit der Erzählung begonnen wird, wobei….nee so ganz richtig ist das auch nicht…schwer zu beschreiben ;-) Auf jeden Fall kann keiner behaupten er wäre nicht gewarnt worden vor dem Wahnsinn den dieser Thriller ausmacht. Die Spannung herrscht von Anfang bis Ende und eigentlich auch darüber hinaus. Auch wenn man zum Schluss den Täter kennt ist es nicht wirklich zu Ende, aber das könnte ich nun nicht erzählen ohne zu Spoilern und nööö ich will euch ja nicht den Spaß am Buch verderben ;-)
Die Figuren sind sehr interessant, der ehemalige Kommissar Zorbach, kann einem eigentlich leid tun, was er so alles mitmachen muss. Die Blinde Alina erstaunlich was sie alles kann (ja auch ich unterschätze Blinde :-/) den Kommissar Scholle, boah wat ein Fiesling, dafür aber Kommissar Stoya der sich nicht nur von Indizien lenken lässt. All die Figuren machen das Buch aus. Außerdem auch der Schreibstil und die verschiedenen Sichten, aus denen geschrieben wird. So ist man immer dabei up to date sozusagen. Ein rundum gelungener Thriller!!! Für mich vollkommen zu empfehlen.