[Rezension] Anne Freytag – Nicht weg und nicht da

Anne Freytag
Nicht weg und nicht da
ISBN 978-3-453-27159-3
Hardcover
16,- €
ab 14 Jahren
Erschienen bei Heyne fliegt
Leseprobe

Inhalt:
Luise hat vor kurzem erst ihren Bruder durch Selbstmord verloren und muss seit einem Vorfall in der Schule zum Therapeut. Doch dieser kann ihr doch sowieso nicht helfen, denn ihren Bruder bringt er nicht zurück.
Jakob beobachtet Luise schon eine Weile, das ruhige Mädchen das ihm immer wieder über den Weg läuft und ihn fasziniert.
Kristopher hat sich etwas ganz besonderes ausgedacht um seiner Schwester die Zeit nach seinem Tod etwas leichter zu machen, denn wie immer ist er nicht weg aber auch nicht da.

Meine Meinung:
Drei Menschen die in dieser Geschichte untrennbar miteinander verbunden sind. Drei Figuren die hier ihre Geschichte schreiben.

Das erste Buch, dass ich von Anne Freytag gelesen habe war Mein bester letzter Sommer und schon da konnte sie mich durch ihren Schreibstil und vor allem ihre Gefühlvolle Erzählweise überzeugen. So war es auch hier. Ich habe das Buch begonnen und wollte es gar nicht zur Seite legen. Jakob & Luise haben mich direkt rein gezogen in ihre Geschichte und ließen mich nicht mehr los. Es ist eine Geschichte über manische Depressionen und die Folgen für den Betroffenen aber auch für die Familie. Eine Geschichte die so einfühlsam erzählt wurde und so die Krankheit auch näher bringt. Es ist aber auch die Geschichte eine Selbstmords und des Trauerns.

Es gibt hier in der Geschichte drei ganz wichtige Personen.
Luise ist die die trauert. Um ihren Bruder und das Leben mit ihm. Sie hat eine Mauer um sich herum aufgebaut und wird es alleine auch nicht mehr heraus schaffen. Als sie an ihrem 16. Geburtstag die erste Email von ihrem Bruder bekommt ist die Trauer noch größer, aber auch Freude ihn noch nicht ganz verloren zu haben und die Hoffnung dass das was er schreibt wirklich wahr ist und sie ihn irgendwann wieder sehen kann.
Jakob ist der Junge der Luise zunächst nur beobachtet und sich dann aber irgendwie für sie verantwortlich fühlt. Es entsteht eine ganz besondere Freundschaft die auch ihm hilft über seine Vergangenheit hinweg zu kommen.
Kristopher ist immer Präsent. In den Erzählungen von Luise, in seinen Emails und auch wenn er eigentlich gerade gar nicht Thema ist. Es muss so ähnlich sein, wie zu Lebzeiten, als er immer der Mittelpunkt war. Doch durch seine Emails hilft er Luise zu verarbeiten.

Am Ende bleibt nicht viel zu sagen. Mann kann schon vorher ahnen wie alles ausgeht, doch der Weg dorthin ist eine wunderschöne Geschichte, bei der man die Taschentücher nicht zu weit weg legen sollte.

[Rezension] Jill Santopolo – Was bleibt sind wir

 Jill Santopolo
Was bleibt sind wir
ISBN 978-3-453-42215-5
Klappenbroschur
12,99 €
Übersetzerin: Carola Fischer
Erschienen bei Heyne
Leseprobe

Inhalt:
Am 11. September als in New York die Türme fielen lernten Gabe und Lucy sich kennen und Lieben.
Eine ganz außergewöhnliche Liebesgeschichte die Lucy erzählt und der Leser miterlebt. Werden die Beiden bis in aller Ewigkeit zusammen sein oder hat das Leben eine andere Geschichte erzählt.

Meine Meinung:
Was bleibt sind wir hat ein schönes schlichtes Cover, was mich schon neugierig machte. Die Beschreibung machte es dann zu einem Buch, dass ich lesen wollte.

Heute morgen habe ich es beendet und ich bin etwas zwie gespalten was meine Bewertung angeht. Einerseits ist es schon eine schöne Geschichte. Doch der Schreibstil in Briefform gefiel mir nicht. So fehlte mir etwas Lebendigkeit in der Geschichte und es wirkte wie eine Erzählung von Ereignissen die seit 9/11 geschehen sind. Dabei kommen schon Gefühle rüber, aber nicht so sehr als wenn es eine erlebte Liebesgeschichte wär.
Denn Lucy schreibt über die Vergangenheit und spricht Gabe immer mal wieder darin an. Dadurch erlebt man nur Lucys Perspektive und ahnt mit der Zeit worauf es hinaus laufen könnte, doch das ist das einzig spannende. Dabei versucht die Autorin schon einige Spannungsmomente aufzubauen aber für mich gingen sie ein wenig, in dieser Briefform, unter.

Figuren muss man sich hier nicht viele merken.
Da ist Lucy, zu Beginn, wie Gabe auch, Studentin. 9/11 hat sie sehr verändert und hat ihre Zukunft geprägt. Ihr Wünsche will sie erreichen, doch muss sie Abstriche machen. Lucy wird reifer im Laufe der Geschichte, sie trägt Verantwortung und wird Erwachsen, bei Gabe hat man das nur bedingt das Gefühl.
Er lebt seinen Traum und wirkt zeitweise recht egoistisch. Auf der anderen Seite stellt man sich die Frage was wäre wenn, und man kommt auch keine gute Lösung. Somit ist die Geschichte der Zwei vollkommen richtig. Ab einem gewissen Punkt erfährt man auch nur noch wenig über Gabe und seine Gefühlswelt fällt fast komplett raus. So blieb diese Figur für mich eher an der Oberfläche.
Darren ist eine andere wichtige Figur die ich als recht negativ empfand. Obwohl er sich viel Mühe gab positiv zu wirken. Bei ihm passt der Spruch gut gemeint ist nicht immer gut gemacht und so kam er mir auch nicht wirklich Nahe.

Ab einem gewissen Zeitpunkt hatte mich die Geschichte trotz der Kritikpunkte gepackt und es hätte durchaus eine bessere Bewertung sein können, doch dann kam das Ende, was ich als abgehackt empfand. Ich hatte das Gefühl Lucys Geschichte ist noch nicht wirklich zu Ende erzählt. Mir fehlte etwas entscheidendes, auch weil es Hinweise in gewisser Richtung gab und ich gerne gewusst hätte wie dieser Strang endet. Das kam nicht und so vermieste mir der Schluss schon ein wenig den aufgebauten Lesespaß. Wäre dieses Ende ein anderes gewesen, hätte diese Geschichte definitiv einen ganz anderen Wert gehabt. So war es ein langer Brief in dem in Erinnerung geschwelgt wird und die schönsten und auch manch nicht so schöne aneinander gereiht wurden.

[Rezension] Debbie Johnson – Weihnachten mir Dir

Debbie Johnson
Weihnachten mit dir
Band 2

ISBN 978-3-453-58060-2
Taschenbuch
9,99 €
Übersetzerin: Irene Eisenhut
Erschienen bei Heyne
Leseprobe

Inhalt:
Becca hasst Weihnachten schon seitdem sie ein Kind war. Weihnachten bedeutet für sie der Horror Pur. Trotzdem hat sie sich auf den Weg nach Dorset gemacht um mit ihrer Schwester, ihrer Nichte und ihrem Neffen die Feiertage zu verbringen. Immer im Hinterkopf so schnell wie möglich wieder nach Hause zu fahren, doch dann kommt es doch ganz anders…

Meine Meinung:
Frühstück mit Meerblick habe ich förmlich verschlungen und die Geschichte ist mir noch sehr präsent. So wartete ich gespannt auf den Weihnachtsroman rund um das kleine gemütliche Cafe in Dorset.

Die Einleitung der Autorin erklärt schon das Becca so ganz anders als ihre Schwester ist und das merkt man recht schnell. Das machte es mir zu Beginn etwas schwer in die Geschichte zu finden, legte sich aber rasch wieder und ich hatte überwiegend Spaß an dem Buch.

Der Schreibstil ist wiedermal wunderbar flüssig ohne Schnörkelei. Überwiegend empfand ich die Geschichte auch als fesselnd, doch uferte die Autorin manches Mal in ihren Beschreibungen etwas aus ohne das es mir das Feeling brachte was sie sich vielleicht vorstellte zu vermitteln. Eine Weihnachtsstimmung wollte bei mir allerdings auch nicht so wirklich aufbauen und so sehe ich es eher als Liebesgeschichte die nur zu der Zeit geschrieben ist weil es um Weihnachtswunder geht und Becca ein kleiner Weihnachtgrinch ist.

Als Debbie Johnson in der Einleitung ein bisschen was über Becca schrieb befürchtete ich fast schon schlimmstes. Ich hatte Bange das mir das Buch nicht gefällt weil ich mit der Hauptfigur nicht klar kam, doch ihre ruppige Art war durch liebenswerte Momente entschärft. Sie war nicht nur grummelig, eher merkte man recht schnell das sie durchaus liebenswerte Seiten hatte, die sie selbst gar nicht sah. Becca entwickelte sich in Dorset immens weiter und wurde für mich zu einer ganz besonderen Figur.
Schön fand ich das man nicht nur auf Laura, Matt und die Kinder aus dem ersten Band traf, sondern auch auf Edie, Cherie und Sam ohne sie wäre es einfach nicht dasselbe gewesen und auch nur halb so lustig.

Das Ende empfand ich als vorhersehbar, aber es ist ein Liebesroman ^^ Somit nicht wirklich eine Überraschung. Insgesamt hätte ich gerne noch mehr aus Dorset lesen können und hoffe auf weitere Fortsetzungen.

4buecher

[Rezension] Wulf Dorn – Die Kinder



Wulf Dorn
Die Kinder
ISBN 978-3-453-27094-7
Hardcover
16,99 €
Erschienen bei Heyne
Leseprobe im Widget

Inhalt:
Laura Schrader wird aus ihrem Unfallwagen gerettet, im Kofferraum die Leiche ihrer Nichte Mia. Die Polizei ermittelt nun was passiert ist und zieht den Psychologen Robert Winter hinzu. Er lässt Laura erzählen und kann kaum glauben was er hört. Eine Geschichte die weit von der Wahrheit entfernt sein muss oder eine große Gefahr birgt.

Meine Meinung:
Wie viele andere habe ich das neue Buch von Wulf Dorn sehnsüchtig erwartet. Ich war sehr gespannt darauf was er sich diesmal hat einfallen lassen. Der Thriller war dann ganz anders als von ihm gewohnt. Nicht unbedingt schlecht, aber für mich auch nicht so gut wie seine anderen Bücher.

Die Story beginnt mit dem Auffinden von Laura Schrader, alles ist sehr mysteriös und undurchsichtig. Warum hatte sie da einen Unfall, wieso die Leiche im Kofferraum und vor was will sie ihren Schwager warnen? So ist man natürlich neugierig auf den Fortgang der Geschichte und ist schon gefesselt.
Der weitere Verlauf hat aber dann schon seine Spannungsabfälle. Die Geschichte die Laura Schrader zu erzählen hat ist gespickt mit Ereignissen in denen Kinder irgendwie Leiden müssen und zunächst weiß man auch nicht was diese Ereignisse mit der Geschichte zu tun haben. Doch das erfährt man beim weiterlesen.
Man kann sagen hier gilt die Devise Kinder an die Macht, jedoch nicht unbedingt positiv. Es gibt Passagen die schon etwas, wie soll ich es beschreiben, mystisch fantastisch sind. Da sprechen Ungeborene zu ihren Müttern und zeigen Bilder. Nur um einen Part zu nennen. Andere Passagen sind dann wieder recht Realitätsnah.

Die Figuren sind auf wenige beschränkt und alle blieben für mich recht blass. Egal ob es Laura Schrader ist, die ihre Ereignisse schildert oder der Psychologe Robert Winter. Sie alle haben eine Funktion, aber man erfährt nur recht wenig über sie. Geradeso genug für die Geschichte, aber zu wenig um sich wirklich in sie rein versetzen zu können. So liest man dieses Buch um zu wissen wie es am Ende ausgeht, aber nicht um mit den wirklich Figuren mitzufiebern.

Die Auflösung empfand ich dann schon als zu abgehoben und nicht wirklich logisch, da hilft es nicht das die Fragen die ich mir am Ende stelle auch eine der Figuren stellt. Fragen auf die es eigentlich keine zufriedenstellende Antwort gibt. Es ist aber schon so, dass alle Anfangsfragen beantwortet wurden.

Eins zeigt dieser Thriller auf jeden Fall. Wir sollten unseren Kindern ein besseres Erbe hinterlassen, denn alle die Schlagzeilen und Ereignisse in diesem Buch geschehen vielfach am Tag auf der ganzen Welt und sorgen nicht für eine schöne Zukunft.

[Rezension] Debbie Johnson – Frühstück mit Meerblick

 Debbie Johnson
Frühstück mit Meerblick
ISBN 978-3-453-42198-1
Klappenbroschur
9,99 €
Übersetzerin: Hanne Hammer
Erschienen bei Heyne
Leseprobe

Inhalt:
Laura möchte zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes in den Urlaub fahren. Da kommt ihr ein Arbeits-Urlaub am Meer in einem kleinen Café gerade Recht. Im Comfort Food Café ist der Name Programm und sowohl Laura wie ihre Kinder fühlen sich dort sehr wohl. Der Tierarzt Matt ist einer der Gründe warum Laura ihre Zeit dort genießt, doch irgendwann sind auch die schönsten Ferien mal zu Ende.

Meine Meinung:
Mein erstes Buch von Debbie Johnson war für mich schon ein Highlight. So musste ich nur kurz überlegen ob ich das nächste Buch lesen mag.

Der Einzige Grund überhaupt zu überlegen war die Geschichte mit dem Meer. ich weiß das ganz viele diese Romane mögen die mit Meer oder Inseln zu tun haben. Für mich waren sie bisher nichts. Hier ist das Meer aber auch nur Beiwerk und so konnte ich die Geschichte vollends genießen.

Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich leicht lesen. Der Plot ist nicht neu, aber dafür ganz zauberhaft und wunderschön umgesetzt.
Die Autorin gibt der Geschichte viel Zeit, aber doch nicht so viel das es langweilig werden könnte

Das liegt auch an den vielen Figuren die für die Geschichte wichtig sind. Manche sind auch nur Randfiguren, aber sie haben ihre eigene Lebensgeschichte und gestalten die Geschichte sehr interessant. Für mich machen diese kleineren und größeren Schicksale und der Umgang damit, dieses Buch aus.
Sie wird erzählt aus Sicht von Laura. Sie hat einen harten Schicksalsschlag hinter sich und möchte mit ihren Kids Ferien weit weg von Zuhause machen um einfach mal wieder durch zu atmen. Ich konnte mich recht schnell in die Figur rein versetzen und hatte kein Problem damit sie zu begleiten. Sie trauert nach zwei Jahren immer noch und kommt nur langsam aus dieser Trauer heraus. Der Urlaub in Dorset hilft ihr dabei und man merkt wie sie sich wandelt.
Matt ist der Mann der sie fasziniert und der ihr immer näher kommt. Ich fand man erlebt nur sehr wenig von ihm, aber wenn dann war es sehr intensiv.
Es gibt so viele liebevoll gestaltete Figuren das es zu viel werden könnte sie hier alle aufzulisten und obwohl es so viele sind kann man sie dank ihrer Tiefe alle recht schnell auseinander halten.

Frühstück mit Meerblick ist ein Liebesroman der nicht kitschig ist, aber auch nicht mit irgendwelche Bettszenen aufwartet. Hier kann Liebe langsam wachsen, dafür hat die Autorin  gesorgt und so eine wunderschöne Liebesgeschichte geschaffen die bis zum Ende hin fesselnd und unterhaltsam ist.

[Rezension] Caragh O´Brien – Die Stadt der verschwundenen Kinder

Caragh O´Brien
Die Stadt der verschwundenen Kinder
ISBN 978-3-453-52800-0
Gebundene Ausgabe 
16,99 €
Erschienen bei Heyne

Inhalt:
Gaia ist 16 und hat gerade das erste Kind entbunden. Sie ist wie ihre Mutter Hebamme und weiß das sie dieses Kind abgeben muss. Denn die ersten drei entbundenen Kinder einer Hebamme dürfen nicht bei den Eltern aufwachsen sondern werden an der Mauer der Stadt abgegeben und wachsen in besseren Verhältnissen auf.
Als Gaia nach Hause kommt, nachdem sie den Säugling abgegeben hat, wird sie von der Assistentin ihrer Mutter angehalten. Sie berichtet das ihre Eltern abgeführt wurden und übergibt Gaia ein kleines Päckchen das sie versteckt tragen soll. Zu Hause angekommen wird sie von einem jungen Soldaten befragt. Warum ihre Eltern verhaftet wurden erfährt sie allerdings nicht.
Als sie nach drei Wochen immer noch nicht wieder zu hause sind und Gaia zu Ohren kommt das sie hingerichtet werden sollen gibt es für sie nur noch eins. Sie muss rein in die Stadt, hinter die Mauer ihre Eltern finden und ihnen helfen…

Mein Meinung:
Die Stadt der verschwundenen Kinder ist der Auftakt zu einer Trilogie. Der zweite Band ist schon draußen und heißt das Land der verlorenen Träume. Caragh O´Brien erzählt hier von einer Bevölkerung die mehr wie 300 Jahre in der Zukunft leben. Die heutige Welt gibt es nicht mehr. Die Ölvorkommen waren aufgebraucht und die Menschen mussten sich was anderes einfallen lassen. So entstand die Enklave. Bestehend aus einer Stadt die von einer Mauer umgeben ist. Vor der Mauer Leben einfache Arbeiter. Dieses Land ist in verschiedene Bereiche unterteilt. Jeder Bereich muss die ersten drei Kinder pro Hebamme die auf die Welt kommen vorbringen um der Enklave zu dienen. Was hinter der Mauer geschieht wissen diese Menschen nicht. Die einen geben ihre Kinder bereitwillig ab, die anderen eher ungern, was ihnen allerdings auch nichts nützt, denn das ist Pflicht. Gaia und ihre Mutter sind Hebammen und beugen sich diesem Gesetz, das dazu dient den Nachwuchs in der Stadt aufrecht zu halten. Diese Welt wird nach und nach sehr anschaulich beschrieben. Es erinnert mich ein wenig an das Mittelalter wo die hohen Herren in der Burg wohnten und drum herum das einfache Volk. Nur kommt hier das einfache Volk gar nicht hinter die Mauern und wird mit Propaganda in dem Glauben gelassen das es nur zu ihrem und dem besten der Kinder ist sie abzugeben. Als Leser wurde ich direkt mitten in die Geschichte geschickt und konnte gar nicht aufhören zu lesen. Der Schreibstil war flüssig und leicht und es war Spannend von Anfang bis zum Schluß. Es gab keinen Moment wo ich mich gelangweilt fühlte. Auch fand ich die ganze Umgebung und auch die Umstände, sprich dieses Leben sehr interessant auch wenn vollkommen unakzeptabel. Als Mutter würde ich nie auch nur eins meiner Kinder weggeben wollen. Gaia ist für mich eine sehr starke Protagonistin. Auch wenn sie doch anfangs eher kopflos in die Sache stürzt wächst sie mit ihren Aufgaben. Auch lässt sie sich nur selten unterkriegen.
Was ich noch toll fand war das manche Teile um die es gibt bildlich dargestellt wurden und auch das es zwar eine leicht prickelnde Romanze gibt, aber die eher am Rande läuft und unterschwellig erzählt wird.

[Rezension] Janet Clark – Ich sehe dich

Janet Clark
Ich sehe dich
ISBN 978-3-453-43592-6
Taschenbuch
8,99 €
Erschienen bei Heyne

Rückentext:
NUR DER TOD WIRD DICH ERLÖSEN

Sie müssen sterben. Einer nach dem anderen. Die Opfer sind Männer, die ihre Frauen terrorisiert und gequält haben. Als Saras Schwester unter Mordverdacht gerät, beginnt ein erbarmungsloser Wettlauf mit der Zeit. Kann Sara die Unschuld ihrer Schwester beweisen, bevor der Täter seinen teuflischen Plan vollendet? Zu spät bemerkt Sara, dass auch sie längst ins Visier des Mörders geraten ist…

Inhalt:
Tinis Mann wird Tod aufgefunden, Tini ist Sara ihre Schwester und war auf einer Weihnachtsfeier, trotzdem wird sie für die Mörderin ihres Mannes gehalten und wird verhaftet. Sara glaubt an ihre Unschuld und ermittelt sozusagen auf eigene Faust. Das was sie erfährt lässt sie anfangs ganz anders über ihre Schwester denken, denn sie hat Sara einiges verheimlicht. Sie wurde zu Hause von Paul, ihrem Mann mißhandelt und wollte sich deswegen auch Scheiden lassen…

So beginnt der Roman, der Anfangs drei Personen begleitet. Sara, Tinis Schwester. Lydia alias Valeska, eine Frau, die die Selbsthilfegruppe zum Thema Gewalt gegen Frauen in der Ehe leitet. An deren Treffen Tini regelmäßig ging. Und der große Unbekannte, der viel Hass in sich trägt und augenscheinlich ein Ziel verfolgt, seine Frau zu finden und sie zu töten… Alle drei treten immer im Wechsel auf, so dass man nie einen der Protagonisten aus den Augen verliert oder ein Faden der Geschichte reißt.
Die Spannung ist von Beginn an da und steigert sich im Laufe der Geschichte. Für mich ein echter Pageturner, denn mich erwischte mal wieder das „Ich will nur rein lesen und kann nicht aufhören“ Syndrom ;-)
Das Debüt von Janet Clark ist ihr absolut gelungen und bei mir wird sie im Gedächtnis bleiben.
Das Thema Häusliche Gewalt ist sehr anschaulich, für manchen vielleicht schon zu anschaulich beschrieben, ohne Klischeehaft zu wirken.
Der Schreibstil ist locker und könnte besser nichts sein. Also ein rundum gelungener Thriller, für mich, mal mit einem vollkommen anderem Hintergrund.

[Rezension] Simon Kernick – Todesangst

Simon Kernick
Todesangst
ISBN 978-3-4534-3382-3
Taschenbuch
8,95€
Übersetzer: Gunter Blank

Erschienen bei Heyne

Rückentext:
DIE LÄNGSTEN 24 STUNDEN DEINES LEBENS
In dem Augenblick, in dem du deine Augen öffnest, weißt du, dass dies ein schlechter Tag wird. Im Zimmer ist es stickig und heiß. Und dann das Blut … das Blut ist überall. Es fühlt sich an, als wärst du mitten in einen Alptraum gefallen. Aber das stimmt nicht. Dies ist die Realität. Und sie hat gerade erst begonnen.

Meine Meinung:
Tyler wird wach neben seiner Freundin Leah, soweit nichts ungewöhnliches aber alles ist voller Blut und der Kopf von Leah ist abgetrennt. er sieht sich um und entdeckt eine Notiz das er sich eine DVD anschauen soll, auf der DVD er selbst als Mörder von Leah und den Auftrag einen Koffer bei einer Adresse abzuholen die er später noch gesagt bekommt. Tyler kann sich an nichts mehr erinnern ist sich aber 100% sicher nicht der Mörder zu sein. Wer will ihn so reinreiten, was ist in dem Koffer und warum ausgerechnet er???

Ein Thriller der viele Höhen hat und nur selten Langeweile. von der ersten bis zur letzten Seite fiebert man mit und versucht zu erkennen was gespielt wird und nicht nur Tyler wird getäuscht nein auch man selbst als Leser wird immer wieder in die Irre geführt. Der Schreibstil ist klar und Flüssig, Info´s gibt es am Anfang ein paar die auch langatmig wirken da man ja gerne in der Jagd drin bleiben möchte und Rückblicke meistens eher hinderlich sind, aber als das vorbei ist geht es Schlag auf Schlag, kein Kapitel wo nichts passiert. 24 Stunden abgehandelt in 400 Seiten. Tyler kann einem so manches Mal leid tun und ich glaube die Fragen die er sich stellt hätte ich mir auch hin und wieder gestellt, ob ich auf eigene Faust los wäre wage ich aber zu bezweifeln.

Ein Thriller den ich gerne weiter empfehle und der nur einen Stern Abzug bekommt weil er am Anfang etwas langatmig war

[Rezension] John Verdon – Die Handschrift des Todes

John Verdon
Die Handschrift des Todes
Band 1

ISBN 978-3-453-43536-0
Taschenbuch
9,99 €
Übersetzer: Friedrich Mader

Erschienen bei Heyne

Rückentext:
ICH KENNE DEIN GEHEIMNIS
Ein Brief ohne Absender erreicht dich. Du sollst dir eine Nummer ausdenken. Irgendeine Nummer. Wer könnte dieser Versuchung widerstehen? Du drehst den Brief um und da steht genau die Nummer, die du dir eben ausgedacht hast. Völlig zufällig. Glaubst du zumindest. Denn dann beginnt das Grauen, ein perfider Killer treibt sein Spiel mit dir. Und du bist ihm gänzlich ausgeliefert.

Meine Meinung:
Dave Gurney, Polizist a. D. wurde von einem alten Schulkollegen um Hilfe gebeten. Mark Mallery bekam einen Brief in dem ein Gedicht stand und die Aufforderung sich eine Zahl zwischen 1 und 1000 zu denken, er tat es und dachte sich die 658, dann sollte er einen kleineren Umschlag öffnen da steht die Zahl drin die er sich gedacht hat und es ist die 658. Woher kann das jemand wissen? Wer ist der Mensch? Die 658 sagt Mark Mallery gar nichts keine bestimmte Verbindung nichts…das Rätselraten beginnt und spitzt sich zu als Mark Mallery unter mysteriösen Umständen Tod aufgefunden wird.
Das Buch war in erster Linie ein Coverkauf, es ist Tesa drauf geklebt, also so sieht es aus und so fühlt es sich an. Ich liebe diese Cover, die was besonderes haben und so nahm ich auch den Thriller mit, außerdem sprach mich der Rückentext an. 540 Seiten schrecken mich da ja nicht ab, ein guter Thriller braucht nicht sooo schnell zu Ende gehen wenn er sehr spannend ist.

Ich begann zu lesen und fand die Geschichte interessant, ich grübelte mit: Woher konnte jemand die gedachte Zahl wissen? Denn das ist vorerst die zentrale Frage. Wie kann das gehen…im nachhinein muss ich sagen: Ich wäre nie drauf gekommen; und finde es faszinierend auf was für eine einfache Idee John Verdon hier gekommen ist. Als dann der erste Mord geschieht mit all seinen Kuriositäten war ich noch mehr am grübeln. Alles löst sich dann nach und nach auf und nichts bleibt ungelöst, was ich schon mal gut finde. Ich hasse nichts mehr als unbeantwortete Fragen. Die Spannung hielt sich überwiegend recht gut obwohl ich das Buch schon stellenweise recht langatmig fand, da auch viel Privates rein geflossen ist, das wenn überhaupt nur am Rande mit dem Fall zu tun hatte. Das ewige schlechte Gewissen von Gurney seiner Frau gegenüber ist zwar sympathisch aber stellenweise auch störend. Mein Fazit: Eine tolle Geschichte etwas zu lang gezogen aber trotzdem spannend!!!

[Rezension] Paul Cleave – Der Tod in mir

Paul Claeve
Der Tod in mir
ISBN 978-3-453-43511-7
Taschenbuch
8,95 €
Erschienen bei Heyne

Inhalt:
Wenn die inneren Dämonen erwachen

Als sein Vater als Serienmörder verhaftet wird, ist Edward Hunter noch ein Kind. Es gelingt ihm, die Vergangenheit abzuschütteln. Mittlerweile selbst Familienvater, führt er ein beschauliches Leben in Christchurch, Neuseeland. Doch plötzlich holt ihn die Gewalt wieder ein. Bei einem brutalen Banküberfall wird Edwards Frau Jodie kaltblütig erschossen. Der Schmerz des Verlusts droht Edward zu überwältigen. Und als wenig später seine kleine Tochter entführt wird, erwacht in Edward ein Dämon, der nur eins verlangt: Rache.

Meine Meinung:
Eddie ist 9 Jahre als als sein Vater, der zu Hause immer ganz der liebe Vater und Ehemann war, verhaftet wird weil er in 25 Jahren mindestens 11 Prostituierte umgebracht hat. Seine Mutter bringt sich ein Jahr später selber um und seine Schwester stirbt mit 19 nachdem sie vorher auf den Strich ging und Drogensüchtig war. Eddie kommt zu seinen Großeltern väterlicherseits und schafft es ein normales Leben zu führen. Er lernt Jodie kennen der er seine Vergangenheit berichtet, wenn auch erschrocken bleibt sie bei ihm. Beide sind Buchhalter und haben eine Tochter Sam. Eine Woche vor Weihnachten beginnt ein ganz normaler Tag. Sam wird in die Schule gebracht, Eddie und Jodie fahren an die Arbeit und essen Mittags zusammen. Anschliessend gehen sie zur Bank. Zwei Minuten vor ihrem Termin wird die Bank von 6 brutalen Gangstern überfallen, sie erschiessen den Geschäftsführer und wollen noch die Kassiererin mitnehmen, da schreitet Eddie ein mit dem Ergebnis das sie Jodie mitnehmen allerdings nur bis sie im Auto ist, dann wird sie erschossen…. Wow was eine Spannung. Das ist einer der wenigen Thriller wo mir beim Lesen ein Schauer über den rücken läuft. Mal ehrlich ich bin Fan von Saw und ähnlichen Filmen aber das Buch verfilmt wäre um längen besser. Ich frag mich immer wie ein Auto auf so viele Grausamkeiten kommen kann und das dann noch so Schlüssig und mit Geschichte das es nicht nur Gemetzel ist. Ein Großartiges Buch das sich super liest und das man kaum aus der Hand legen mag. Habe ich auch nicht seidenn ich musste ;-). Nun freue ich mich noch mehr auf das andere Cleave Buch das auf meinem SuB liegt