[Rezension] Elisabeth Herrmann – Zartbittertod


Elisabeth Herrmann
Zartbittertod
ISBN 978-3-570-16513-3
Hardcover
18,- €
ab 14 Jahren
Erschienen bei cbj
Leseprobe

Inhalt:
Mias Eltern betreiben eine Chocolaterie in Meißen, dort hängt schon immer ein Bild von ihrem Urgroßvater Jakob als Kind und seinem Lehrherrn. Daneben ein Schokoladen-Nashorn und genau dazu möchte Mia nun, für eine Aufnahmeprüfung an der Journalistenschule,  die Geschichte herausfinden. Wie kam ihr Urgroßvater als schwarzes Kind mit seinem weißen Lehrherrn nach Deutschland und warum. Ihre Recherche führt sie in die Kolonialzeit und zu den Herders, wo sie mit ihren Fragen für ganz schön viel Wirbel sorgt.

Meine Meinung:
Ich liebe Schokolade und ich lese sehr gerne die Jugendbücher von Elisabeth Herrmann. So war es nur ein logischer Schluss dass ich Zartbittertod lesen wollte.

Die Schokolade wird aber recht schnell nebensächlich, denn es geht um alte Schuld, die Kolonialzeit und die Zukunft von Mia. Ganz schön viel auf einmal. aber total spannend und fesselnd und das von Beginn an.

Elisabeth Herrmann schafft es wiedermal mit ihrem Schreibstil zu überzeugen und mich als Leser direkt in den Bann der Geschichte zu ziehen. Es gibt keine große Einleitung und genau das ist gut so. Als Leser ist man fast so unwissend wie Mia selbst und so bleibt vieles ein Rätsel.
Zugleich wird ein Thema behandelt, dass heute noch aktuell ist, denn auch heute noch werden Länder ausgebeutet um für uns billig zu produzieren und das nicht nur bei Kakao. So geht es hier nicht nur um spannende Unterhaltung, sondern auch ein wenig um Moral. Eine Geschichte die im nachhinein noch zum nachdenken und vielleicht auch umdenken anregen soll. Ob das bei der Zielgruppe sinnvoll ist, sei dahin gestellt. Es wäre aber wünschenswert.

Die Kapitel haben eine angenehme Länge und sind gespickt mit Seiten aus einem Tagebuch. Die Geschichte ist frei erfunden, hat aber geschichtliche Bezüge und kommt einem so schon Nahe. Sie spielt in der Gegenwart, zeigt aber das schon vor der Nazi-Zeit nicht alles in Ordnung war.

Die Figuren sind recht überschaubar. Es gibt Mias Eltern, eine Namibische Delegation, Die Herders und ihr Personal, dazu noch Ermittler. Alles in allem kann man die Figuren aber gut auseinander halten. Ich kam nie durcheinander, selbst bei den Nebenfiguren nicht.
Mia ist neben Will die Hauptfigur der Geschichte. Sie möchte mehr über ihre Familiengeschichte herausfinden und hätte nie gedacht was sie damit auslöst. Sie wirkt manchmal klein und schwach und empfindet sich wohl auch selber so, doch eigentlich ist sie recht stark und mutig.
Will ist zwar der Sohn der großen Herders, doch wer hier ein arrogantes Papasöhnchen erwartet liegt falsch. Er hat mich in der Geschichte wirklich überrascht.

Am Ende geht es um die Begleichung von Schuld, um das Aufzeigen von Dingen, die auch heute noch falsch Laufen, um Moral und Ausbeutung.
All das zusammengefasst in einer sehr spannenden Geschichte um die Aufklärung einer Vergangenheit, die manche Leute lieber unter den Tisch kehren würden.

[Rezension] Ursula Poznanski & Arno Strobel – Invisible

 Ursula Poznanski & Arno Strobel
Invisible
Band 2

ISBN 978-3-8052-0015-8
Klappenbroschur
14,99 €
Erschienen bei Rowohlt
Leseprobe

Inhalt:
In Hamburg geschieht eine Serie von grauenvollen Morden, die den Ermittlern Daniel Buchholz und Nina Salomon Rätsel aufgeben, denn ein Motiv gibt es nicht und jeder Täter, der befragt werden kann, gibt an, unfassbar wütend auf das Opfer gewesen zu sein, ohne es wirklich zu kennen. Was steckt hinter diesen Morden?

Meine Meinung:
Invisible ist bereits der zweite Fall für das Ermittlerteam Buchholz & Salomon und so fühlte ich mich auch direkt wohl in der Geschichte. Es war wie ein zurück kommen in eine bekannte Umgebung.

Die Morde werden recht lange behandelt und ich empfand es schon fast als zu lange bis es mal tiefer in die Ermittlungen geht. Eine Spannung war recht schnell da, doch konnte diese sich für mich nicht immer halten. Zum Ende hin jedoch stieg sie so sehr an, das ich das Buch auch unbedingt beenden wollte.

Wie aus dem Vorgänger gewohnt begleitet man als Leser die Kommissare im Wechsel. Ab und an taucht noch eine andere Schrift am Ende des Kapitels auf, bei der erst mit der Zeit klar wird ob es sich um Täter oder Opfer handelt. Die abwechselnde Sicht lockert die Ermittlungen auf und machen diese interessant.

Es gibt schon zahlreiche Figuren, die man aber recht gut auseinander halten kann. Nur bei den Opfern hatte ich da meine Probleme, aber da war es auch nicht ganz so wichtig
Nina Buchholz ist gewissenhaft aber auch impulsiv. So manches Mal dehnt sie Dienstvorschriften etwas aus, doch der Erfolg gibt ihr leider recht.
Daniel Buchholz ist dagegen vollkommen Regelkonform und sehr vorhersehbar. Allerdings drücken ihn private Probleme und eine Gereiztheit von der er nicht weiß woher sie kommt. Das machte seine Parts zeitweise etwas anstrengend.

Am Ende war für mich nicht vorhersehbar wer der Initiator war. Das wie war mir schon recht schnell klar und zielt auf viele Dinge im Netz über die sich viele so gar keine Gedanken machen, aber das Wer wurde erst ziemlich zum Ende hin wirklich klar. Etwas gestört hat mich jedoch die Geschichte zum Motiv, oder eher wie sie eingebracht wurde. Außerdem gab es da noch zwei drei andere Sachen wo ich den Zusammenhang oder Sinn nicht so ganz sah. Dennoch ist es ein gut geschriebener und fesselnder Thriller.

4buecher

[Rezension] Jennifer Chambliss Bertman – Mr. Griswolds Bücherjagd 1: Das Spiel beginnt

Jennifer Chambliss Bertman
Mr Griswolds Bücherjagd 1: Das Spiel beginnt
Band 1

ISBN 978-3-35854-065-1
Hardcover
14,90 €
Übersetzerin: Elisa Martins
ab 10 Jahren
Erschienen bei Mixtvision
Leseprobe

Inhalt:
Emily liebt die Bücherjagd. Egal wo sie bisher gewohnt hat, diese Jagd tröstete sie darüber hinweg, die gewohnte Umgebung wieder verlassen zu müssen. Sie ist in ihrer Kindheit schon sehr oft umgezogen und ihr neuster Wohnort ist San Francisco, die Stadt in dem der Bücherjagd Erfinder Mr Griswold lebt und sein Verlagshaus hat. Als sie ein Buch findet ahnt sie jedoch zunächst nicht das sie es mit seinem neuen Spiel zu tun hat und wie gefährlich es für sie werden kann.

Meine Meinung:
Das Buch beginnt mit der Erklärung zu Mr Griswolds Bücherjagd und als Bücherwurm bekommt man direkt Lust mitzumachen. So trifft es sich sehr gut das es natürlich genau darum in diesem Buch geht und man ein Teil des Spiels sein darf.

Obwohl es ein Buch ab 10 Jahren ist ist die Schrift recht klein gehalten. Das war etwas was mir irgendwie sofort auffiel, denn ich dachte ein Kinderbuch ab 10 Jahren wird nicht viele Seiten haben und lässt sich schnell noch dazwischen schieben. Doch mit 346 Seiten ist es schon eine ordentliche Geschichte, die von Beginn an Spaß macht.

Nach der Einführung in die Bücherjagd geht es um Emilys Leben und die Umzüge. Es ist schon eine traurige Kindheit, wenn man sich nicht einmal traut Freunde zu suchen weil man nie weiß wann man wieder umziehen muss. Umso schöner, dass es diesmal anders ist.

Mich fesselte bereits die Idee der Bücherjagd doch es kam noch spannender. Ausruhen ist hier kaum, wobei man das beim Rätselraten hier und da schon kann. Die Geschichte ist gespickt von verschiedenen Rätseln und Chiffren und mit Geschichten von und über Edgar Allen Poe. Hier gibt es für die Kids nicht nur ein tolles Abenteuer sondern auch einiges an Wissen.

Am Ende des Buches sieht man schon das es einen weiteren Band geben wird und ich hatte schon Bedenken wegen, dass es ein offenes Ende gibt. Doch da wurde ich positiv überrascht, denn die Geschichte ist abgeschlossen und alle Fragen wurden geklärt. In einem Nachwort erzählt die Autorin auch wie sie auf die Ideen kam und was wirklich wahr ist in der Geschichte

Für mich ist Mr Griswolds Bücherjagd auf jeden Fall ein Buch für all diejenigen die gerne Bücher lesen und Rätsel lieben. Ein tolles Abenteuer für jung und alt.

[Rezension] Iris Stobbelaar – Die Verwunschenen

 Iris Stobbelaar
Die Verwunschenen
ISBN 978-3-407-82356-4
Hardcover
17,95 €
Übersetzerin: Birgit Erdmann
ab 11 Jahren
Erschienen bei Beltz
Leseprobe

Inhalt:
Jakob muss immer auf seine kleine Schwester Katie aufpassen. Egal ob er etwas vor hat oder nicht, seine Eltern drücken sie ihm aufs Auge. Als Samstags ein Fußballturnier ansteht soll er wider erwarten wieder aufpassen. Nun hat er genug. Er geht einfach ganz früh ohne Katie und wünscht sie irgendwohin wo er sie nicht wieder sehen muss ohne zu ahnen was er damit anrichtet. Das bemerkt er erst am Abend als Katie nicht Zuhause ist und er auf einmal in einer fremden Welt landet

Meine Meinung:
Überlege gut was Du Dir wünschst, denn es könnte in Erfüllung gehen. Zumindest ist genau das Jakob passiert und ehe er sich versieht steckt er mittendrin in einem gefährlichen Abenteuer.

Wer kennt das jedoch nicht? Es gibt Leute die einen Nerven und die man am liebsten zum Mond wünscht. In der Geschichte landen sie in der Welt für Verwunschene und müssen dort bleiben, wenn sie niemand abholt. Eine Welt die sehr bildlich dargestellt ist und vor der man schon beim Lesen Angst bekommen kann.

Und das nicht nur durch die Beschreibungen. Der Weg von Jakob zu seiner Schwester ist sehr steinig und für den Leser sehr spannend, doch gab es auch Abschnitte bei denen ich mir über die Altersangabe nicht ganz sicher war. Ab 11 Jahren fand ich da schon fast zu früh. Manche Szenen sind wirklich sehr brutal und sind für zart besaitete Kinder vielleicht nicht so gut zu verkraften. Jemand der allerdings schon etwas härter gesotten ist kann auch diese Geschichte gut ertragen.

Es gibt einige Figuren in der Geschichte, doch lassen sie sich, durch ihre Eigenheiten, recht gut auseinander halten.
Jakob ist der Junge der nun das Abenteuer bestehen muss. Er macht eine gute Entwicklung auf dem Weg zu seiner Schwester durch. Diese Geschichte ist ein Lernprozess und zeigt vielleicht gerade Geschwisterkindern das man aufpassen muss was man sich wünscht. Jakobs Eltern, allerdings, fand ich auch etwas extrem. Die einzige die nichts für die Situation konnte war die kleine Katie, die mit ihren fünf Jahren alles ausbaden muss.
In der Welt der Verwunschenen wird es stellenweise schon mal schwieriger mit dem auseinander halten, denn hier gibt es viele Figuren. Die Sonneborns, Kait und Nasta, der König und Agades. Außerdem Monster die schon fast vermenschlicht wurden kommen noch hinzu. Doch auch wenn man hier und da überlegen muss, waren es nicht zu viele Figuren. Jedoch sind nicht alle wohl gesonnen und man weiß nie wer es wirklich gut meint.

Am Ende kann ich diese Geschichte aber guten Gewissens empfehlen. Sie hat mich gefesselt und sehr gut unterhalten und hat außerdem noch einen Lerneffekt für jung und alt.

[Rezension] Robin Stevenson – Die Unmöglichkeit des Lebens

 Robin Stevenson
Die Unmöglichkeit des Lebens
ISBN 978-3-407-82294-9
Klappenbroschur
13,95 €
Übersetzerin: Inge Wehrmann
ab 14 Jahren
Erschienen bei Beltz
Leseprobe

Inhalt:
Als Mel von Jeremy angesprochen wird ist es ihr zunächst unangenehm. Wer ist der Junge der vom Tod spricht. Doch die Gespräche mit ihm sind interessant und auf einmal redet man von Selbstmord. Was für Mel eher ein makaberer Spaß war wird für Jeremy immer ernster. Doch wie soll man das Ahnen?

Meine Meinung:
Hier an dem Buch hat mich der Titel neugierig gemacht, denn jeder hat Phasen wo er das Leben oder auch zu Leben fast unmöglich findet. Natürlich wusste ich auch das es um Selbstmord geht, ein Thema das man nicht oft genug besprechen kann, solange es nichts verherrlicht und zum nachdenken anregt.

Das schafft dieses Buch. Es geht um einen gemeinsamen Selbstmord und die Frage was passiert wenn einer es doch nicht Ernst meint. Kann man sich sicher sein dass man seine Meinung nicht irgendwie geändert hätte? Gibt es nicht immer Hochs und Tiefs im Leben, die man einfach durch stehen muss?

Die Geschichte von Mel und Jeremy spielt sowohl in der Gegenwart wie auch „davor“ man blickt chronologisch zurück und kommt immer weiter zum Kern der Geschichte. In der Gegenwart erlebt man was danach passiert. Jedes Kapitel beginnt mit der Gegenwart und landet dann auch in der Vergangenheit. Eine Spannung ist immer greifbar auch wenn man schon weiß was passiert. Es gibt keine Stellen die ich wirklich uninteressant finde. Eher Figuren oder Stränge, die sich mir manches Mal nicht ganz erschließen, die am Ende aber durchaus Sinn machen.

Melody ist an der Schule als Todesengel bekannt. Seit einem vermuteten Selbstmord wird sie so genannt, dabei wollte sie sich gar nicht umbringen, doch Freunde und Mitschüler sehen das anders. Sie passt auf die acht jährige hochintelligente Suzy auf, die so Erwachsen wird, aber eben doch erst 8 ist und spricht mit Jeremy, ihren neuen Anker in der Schule. Beide sind recht schnell auf einer Wellenlänge. Das Thema Tod hat sie irgendwie zusammen gebracht aber auch entzweit.
Jeremy hat schon einige Verluste erlitten und springt bereitwillig auf den Zug vom Selbstmord auf. Als Leser hat man das Gefühl das er nur down ist und auch kaum Spaß hat, jedoch gibt es einzelne Momente in denen das anders ist. Da erlebt man einen fröhlichen Jeremy.
Auf Grund dessen dass die Geschichte aus Mels Sicht erzählt wird lernt man Jeremy aber nicht wirklich gut kennen und kennt nur Mels Gefühlswelt. Hier hätte ich mir eine Jeremy-Sicht gewünscht.

Am Ende stelle ich mir bei solchen Büchern oft die Frage wo der Sinn steht. Sicher gibt es Bücher, die nur zur Unterhaltung gelesen werden, aber dies ist ein Buch das zum nachdenken anregen sollte. Nun bin ich weit weg davon mein Leben wegzuschmeißen, doch war ich selber schon in der Situation das eine mir nahe stehende Person dies wollte. Somit kann ich manchen Aspekt aus dem Buch gut verstehen und hoffe einfach, das sich der ein oder andere gefährdete Leser darüber nachdenkt ob es wirklich der richtige Weg ist und ob er seine Mitmenschen vor die selbe Situation stellen möchte wie Jeremy das mit seiner Umgebung macht. Ich finde das Leben viel zu wertvoll um es einfach wegzuschmeißen

4buecher

[Rezension] Jill Santopolo – Was bleibt sind wir

 Jill Santopolo
Was bleibt sind wir
ISBN 978-3-453-42215-5
Klappenbroschur
12,99 €
Übersetzerin: Carola Fischer
Erschienen bei Heyne
Leseprobe

Inhalt:
Am 11. September als in New York die Türme fielen lernten Gabe und Lucy sich kennen und Lieben.
Eine ganz außergewöhnliche Liebesgeschichte die Lucy erzählt und der Leser miterlebt. Werden die Beiden bis in aller Ewigkeit zusammen sein oder hat das Leben eine andere Geschichte erzählt.

Meine Meinung:
Was bleibt sind wir hat ein schönes schlichtes Cover, was mich schon neugierig machte. Die Beschreibung machte es dann zu einem Buch, dass ich lesen wollte.

Heute morgen habe ich es beendet und ich bin etwas zwie gespalten was meine Bewertung angeht. Einerseits ist es schon eine schöne Geschichte. Doch der Schreibstil in Briefform gefiel mir nicht. So fehlte mir etwas Lebendigkeit in der Geschichte und es wirkte wie eine Erzählung von Ereignissen die seit 9/11 geschehen sind. Dabei kommen schon Gefühle rüber, aber nicht so sehr als wenn es eine erlebte Liebesgeschichte wär.
Denn Lucy schreibt über die Vergangenheit und spricht Gabe immer mal wieder darin an. Dadurch erlebt man nur Lucys Perspektive und ahnt mit der Zeit worauf es hinaus laufen könnte, doch das ist das einzig spannende. Dabei versucht die Autorin schon einige Spannungsmomente aufzubauen aber für mich gingen sie ein wenig, in dieser Briefform, unter.

Figuren muss man sich hier nicht viele merken.
Da ist Lucy, zu Beginn, wie Gabe auch, Studentin. 9/11 hat sie sehr verändert und hat ihre Zukunft geprägt. Ihr Wünsche will sie erreichen, doch muss sie Abstriche machen. Lucy wird reifer im Laufe der Geschichte, sie trägt Verantwortung und wird Erwachsen, bei Gabe hat man das nur bedingt das Gefühl.
Er lebt seinen Traum und wirkt zeitweise recht egoistisch. Auf der anderen Seite stellt man sich die Frage was wäre wenn, und man kommt auch keine gute Lösung. Somit ist die Geschichte der Zwei vollkommen richtig. Ab einem gewissen Punkt erfährt man auch nur noch wenig über Gabe und seine Gefühlswelt fällt fast komplett raus. So blieb diese Figur für mich eher an der Oberfläche.
Darren ist eine andere wichtige Figur die ich als recht negativ empfand. Obwohl er sich viel Mühe gab positiv zu wirken. Bei ihm passt der Spruch gut gemeint ist nicht immer gut gemacht und so kam er mir auch nicht wirklich Nahe.

Ab einem gewissen Zeitpunkt hatte mich die Geschichte trotz der Kritikpunkte gepackt und es hätte durchaus eine bessere Bewertung sein können, doch dann kam das Ende, was ich als abgehackt empfand. Ich hatte das Gefühl Lucys Geschichte ist noch nicht wirklich zu Ende erzählt. Mir fehlte etwas entscheidendes, auch weil es Hinweise in gewisser Richtung gab und ich gerne gewusst hätte wie dieser Strang endet. Das kam nicht und so vermieste mir der Schluss schon ein wenig den aufgebauten Lesespaß. Wäre dieses Ende ein anderes gewesen, hätte diese Geschichte definitiv einen ganz anderen Wert gehabt. So war es ein langer Brief in dem in Erinnerung geschwelgt wird und die schönsten und auch manch nicht so schöne aneinander gereiht wurden.

[Rezension] Marah Woolf – Götterfunke 3: Verlasse mich nicht

 Marah Woolf
Götterfunke 3: Verlasse mich nicht
Band 3

ISBN 978-3-7915-0042-3
Hardcover
19,- €
ab 14 Jahren
Erschienen bei Oetinger
Leseprobe

Inhalt:
Agrios gibt nicht auf und will unbedingt die Macht an sich reißen. Der Kampf geht weiter und unter Zeus Gehilfen ist ein Verräter. Niemand weiß wer Freund und wer Feind ist. Mittendrin Jess, die um ihre Familie, um Cayden und um die ganze Menschheit kämpft

Meine Meinung:
Heiß erwartet wurde von mir der dritte Götterfunke Band und ich war ganz Happy das ich ihn für eine Leserunde gewonnen habe. So musste ich nicht länger warten und legte auch kurz nach der Ankunft los.

Diesmal wird man zu Beginn ziemlich in die Geschichte geschmissen. Es geht nahtlos weiter, aber ich musste mich zunächst orientieren. Das ging aber recht schnell und ruck zuck war ich wieder gefesselt von der Welt der Götter und ihrem Leben unter Menschen.

Besonders Klasse fand ich einen  Auftritt von Hades, aber auch das Hermes nicht mehr nur Berichterstatter war, sondern eine richtige Rolle in der Geschichte bekam. Mir gefielen die beiden Götter sehr gut und ich wusste zu Beginn nicht wen ich gerne mehr erleben würde.
Neben den beiden Göttern gab es aber auch noch andere die auftauchten. Die Infos wurden nebenher gestreut und es war nie so aufdringlich das es langweilig wurde. Auch andere Passagen die vielleicht hätten langatmig werden können, waren dies keineswegs.

In diesem Band muss Jess wirklich wieder einiges mitmachen und ich hätte nicht in ihrer Haut stecken mögen. Ich habe mit ihr mitgefiebert und bis zum Ende war nicht sicher wie die Geschichte ausgehen wird. Das Ende war wirklich bis auf den letzten 50 Seiten ziemlich offen, was ich sehr gut fand. Ich hatte zwar mit der ein oder anderen Vermutung recht, aber das machte es nur noch spannender.
Alle bekannten Götter hatten hier auch wieder ihren Auftritt. Athene und Apoll, gerade bei Apoll habe ich mich da sehr gefreut. Hera und natürlich Zeus. Aber nicht nur die Götter waren wieder dabei auch Josh und Lea und leider auch Robyn, aber ohne sie hätte man manche Szene auch einfach nicht so gut darstellen können.

Nun zum Schluss bin ich ein wenig traurig das es vorbei ist und ich würde mich wirklich sehr freuen wenn Marah Woolf noch mehr Geschichten über die Götter schreibt. Es gibt noch so viele Geschichten die erzählt werden könnten und so hoffe ich auf eine Art Fortsetzung, auch wenn die Geschichte rund um Jess abgeschlossen zu sein scheint. Vielleicht eine über Hades? Oder wie es mit Hermes weiter geht? Ich lasse mich überraschen

[Rezension] Kirsten Storm – Wünsch Dir was 1: Der erste Wächter

Kirsten Storm
Wünsche Dir was 1: Der erste Wächter
Band 1

ASIN B079WC43K2
EBook
2,99 €
Erhältlich bei Amazon

Inhalt:
Romy ist gerade sehr glücklich. Sie fühlt sich wohl als Single und hat gerade ihr aktuelles Buch beendet. Das feiert sie mit ihrer Freundin als ein Fremder sie auf einen Drink einlädt. Dieser Mann ist recht seltsam und so ist sie froh als er wieder verschwindet.
Doch am nächsten Tag lädt er sie zu einem Ausritt ein und ihre Freundin, die Verräterin, fällt ihr auch noch in den Rücken. Bei dem Ausritt glaubt sie zu träumen, denn sie fliegt und wird in einem fremden Bett wach. Sie wurde entführt, denn sie soll die neue Misaya, eine hohe Priesterin von Cupiditas sein. Einer fremden Welt, doch Romy will nichts anderes als nach Hause und diesem Unsinn entgehen.

Meine Meinung:
Ich war recht schnell angetan von der Beschreibung zu diesem Buch und sagte gerne diese Rezension zu. Es klingt ein wenig traumhaft was Romy geschieht, auch wenn sie es wohl eher als Alptraum empfindet.

Der Einstieg fiel mir sehr leicht. Kirsten Storm hat einen flüssigen und leicht zu lesenden Schreibstil und auch wenn es in eine fremde Welt geht konnte ich mich dort gut zurecht finden. Mein Problem war auch weder der Plot noch das Setting, sondern eher das drumherum.

Ich empfand die Welt als schön und spannend und konnte sie mir gut vorstellen. Eine Welt ohne technik, aber dafür mit Magie. Klingt wirklich schön. Zudem eine Welt in der sich zumindest die Misaya alles wünschen kann, wer möchte da nicht an ihrer Stelle sein.

Sie selbst ist wohl die passende Antwort. Das man zu Beginn verstört ist über all das Fremde kann ich gut nachvollziehen, vor allem wenn man entführt wurde. Doch selbst als ihr klar wurde wo sie gelandet ist und was sie sein könnte blieb Romy stur und nervte mich damit ein bisschen. Es gab keinerlei Anzeichen das sie erkannte was sie sein kann. Dinge die sie sich mal eben nebenher wünschte (Essen, Lesestoff, etc.) tauchten auf und doch merkte sie nicht was dahinter steckt. Das sie nur nach hause will kann ich auch gut verstehen, doch das ewige Gejammer ging mir schon ein wenig auf den Keks, vor allem da es sich abwechselte mit schmachten nach Aydem. Das war mir ein wenig zu viel.
Da war es gut das es die halbe Katze gab, die der Geschichte Witz und Lockerheit brachte. Die Art von Lumian erinnerte mich ein wenig an den gestiefelten Kater, warum auch immer, denn so gut habe ich den auch nicht mehr im Gedächtnis. Zudem auch an die Grinsekatze von Alice im Wunderland. Vermutlich eine gute Mischung aus Beidem.
Aydem nervte mich ein wenig weil er so Pflichbewusst war. Sicher ist das zunächst eine gute Eigenschaft, aber nicht wenn man neben Fantasy ein wenig Liebe erwartet. Hier war die Frage kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht.

Man darf allerdings nicht vergessen das es der erste Band ist und doch passiert mir dort zu wenig. hier und da gibt es wirklich große Überraschungen und mit dem Ende hätte ich weniger gerechnet, habe es aber auch nicht so richtig verstanden. Zudem fehlt mir da noch etwas, so dass ich jedem empfehlen würde, die Bände hintereinander zu lesen, denn nur der eine Band wirkt unvollständig und kann frustrierend sein.

Wer mag kann direkt mit der Leseprobe weiter machen, doch sehe ich gerade noch nicht so richtig den Sinn darin. Mich interessiert nur wenig wie es wirklich weiter geht und das sollte ein erster Band doch schaffen: Den Leser dazu motivieren das er unbedingt weiter lesen möchte. Bei mir wurde das, trotz tollem Setting und guten Plot, nicht geschafft

[Rezension] Joyce Winter – Dreamkeeper 1: Akademie der Träume

 Joyce Winter
Dreamkeeper 1: Akademie der Träume
Band 1

ISBN 978-3-8415-0499-9
Klappenbroschur
13,- €
ab 14 Jahren
Erschienen bei Oetinger
Leseprobe

Inhalt:
Allegra steht kurz vor ihrem Abi als sie von der Dream Intelligence eingeladen wird. Damit hatte sie eigentlich erst später gerechnet, doch möchte sie unbedingt hin, denn die DI ist zum Schutz der Träume der Menschen da und Allegra möchte ein Teil davon sein.
Angekommen muss sie unerfahren in ihren ersten Einsatz und Träumer retten die nicht zurück gekehrt sind, doch damit nicht genug. Viele merkwürdige Dinge gehen vor sich und auf Allegra, deren Eltern schon Traumagenten waren, liegt alle Hoffnung.

Meine Meinung:
Ich mag Traumbücher sehr gerne. Schließlich ist man ziemlich willenlos in dem was man träumt. Sie tauchen auf und werden verarbeitet. Der Gedanke das es da Agenten gibt, die aufpassen dass nichts schlimmes passiert ist da sehr tröstlich und für mich ein gutes Setting um zu dem Buch zu greifen.

So gelang mir der Einstieg auch recht schnell. Die große dicke Schrift sorgte gar dafür das ich trotz fieser Erkältung ohne Probleme lesen konnte. So lenkte mich dieses Buch ein wenig ab und vertrieb mir die Zeit. Dass die Handlung nicht so kompliziert war traf sich dann auch ganz gut

Spannung wurde von Beginn an aufgebaut. Zunächst am Anfang bei dem man gerne mehr über die Akademie und die Aufgaben der Agenten erfahren möchte.
Im Mittelteil flachte sie etwas ab um sich dann am Ende wieder immens zu steigern. Es gibt einen großen Showdown auf den diese Geschichte hin arbeitet und bei dem viele der aufkommenden  Fragen geklärt werden.

Es gibt allerdings nicht so viele Personen, denn es gibt nur wenige Traumagenten oder auch Schüler mit dieser Gabe, so dass alles überschaubar bleibt.
Allegra weiß seit dem Tod ihrer Eltern das sie irgendwann mal zur DI möchte, dachte aber sie hätte wenigstens Zeit ihr Abi zu machen. Zuhause lebt sie zusammen mit ihrer großen Schwester und verbringt Zeit mit Freunden. An der Akademie muss sie sich erst eingewöhnen, findet jedoch schnell Anschluss. Wenn sie auch etwas besonderes ist kommt sie sich nicht besonders vor und ist recht bodenständig mit Herz auf dem rechten Fleck.
Ihre Zimmerkollegin ist Florentine und sie wird auch zur engsten Vertrauten an der Akademie. Für die Geschichte ist sie wichtig und doch bleibt sie als Figur eher blass.
Ebenso Arthur, er fasziniert Allegra, aber man erfährt nur wenig über ihn, doch wenigstens ein bisschen mehr wie über Florentine. Er ist ein ruhiger Geselle, der trotzdem immer da ist wenn man ihn braucht. Er hilft wo er kann, versucht sich aber im allgemeinen eher aus allem rauszuhalten.
Neben den Schülern, gibt es natürlich Lehrer und andere Figuren die die Geschichte lebendig gestalten.

Am Ende geht es wieder um Gut gegen Böse und da es der Start in eine Serie ist gibt es auch nicht auf alles eine Antwort und auch keinen wirklichen Abschluss. Eher so wie man das von Internatsgeschichten gewohnt ist. Ich bin auf jeden Fall gespannt wie es weiter gehen wird.

4buecher

[Rezension] Max Kruse – Das silberne Einhorn

 Max Kruse
Das silberne Einhorn
ISBN 978-3-99056-071-6
Softcover
12,- €
ab 5 Jahren
Erschienen bei Sanssouci

Inhalt:
Es ist der Geburtstag der Prinzessin als alle eingeladen werden bis auf eine Fee. Diese verflucht das ganze Reich. Traurigkeit soll herrschen bis zu ihr auf die Insel ein silbernes Einhorn kommt. Doch Einhörner gibt es schon lange nicht mehr und so schwindet die Hoffnung, bis doch eins auftaucht und das Einhorn und die Prinzessin sich auf den Weg zu Insel machen.

Meine Meinung:
Ich habe als Kind Märchen geliebt und auch das letzte Einhorn. Somit machte mich dieses Buch schon sehr neugierig.

Laut Amazon ist dieses Büchlein ab 5 Jahren und sicher kann man es Kindern in dem Alter schon vorlesen. Schließlich ist es ein Märchen, doch den Sinn verstehen sie dann denke ich weniger. Ich würde es eher als Märchen für Erwachsene einstufen.

Der Schreibstil ist so wie man es von Märchen erwartet. Poetisch, aber trotzdem leicht zu lesen. Etwas verzaubernd. Die Geschichte ist dies ebenfalls. Sie fängt mit dem Fluch an und erinnert da dann doch schon stark an Dornröschen. So geht es dann auch weiter. Es gab immer wieder Textstellen die mich an Märchen oder an Das letzte Einhorn erinnerten. Drumherum ist aber eine schöne Abenteuergeschichte gewoben.

Doch es gab auch Dinge die mich richtig störten. Ich bin durchaus ein Freund von Sprüchen und Weisheiten, aber hier gab es einfach zu viel davon und nicht immer gelang es dem Autor sie flüssig in die Geschichte zu bringen, so dass sie fehl am Platz wirkten. Ein paar weniger hätten der Geschichte auch nicht geschadet, ganz im Gegenteil.

So wurde das Märchen zu einer großen Abenteuergeschichte die wie gewohnt endet. Jedes Kapitel hatte etwas besonderes und es macht überwiegend Spaß diese Geschichte zu lesen. Doch wie so oft wäre auch hier weniger mehr.