[Rezension] Janet Clark – Rachekind

Janet Clark
Rachekind
ISBN 978-3-453-40927-9
Taschenbuch
9,99 €
Erschienen bei Heyne
Leseprobe

Inhalt:
Hanna kommt nach Hause zurück und findet in der Wohnung nur die einjährige Tochter Lilou mit einem Atemstillstand vor. Von ihrem Mann Steve gibt es keine Spur. Hanna ist überzeugt das sie ihr Mann nicht einfach verlassen hätte und einiges deutet auch darauf hin das etwas passiert sein muss. Aber egal wo sie hinkommt und mit wem sie spricht, alle denken das er eine Auszeit brauchte. Dazu kommt das ihre Tochter sich, seitdem sie sie den Abend mit einem Atemstillstand gefunden und wiederbelebt hat, sehr merkwürdig benimmt. Sie ist wie ausgewechselt. Was ist passiert? Wo ist Steve?

Meine Meinung:
Rachekind ist das dritte Werk von Janet Clark und da ich absoluter Fan von ihr bin musste ich es lesen. Das tat ich im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks. Der Vorteil finde ich ist gerade wenn die Leserunden von den Autoren begleitet werden, das man Insiderwissen bekommt. Man kann sich mit anderen Lesern austauschen und das ohne jemanden das Lesen zu vermiesen. Den jeder liest nur über das was er selber schon gelesen hat und wird so nicht gespoilert. Der Nachteil ist das ich bei so einem guten Buch mich kaum zügeln kann und ich meistens recht schnell voraus Eile. So auch hier.

Mit Rachekind hat Janet Clark sich wiedermal selbst übertroffen. Ich habe angefangen zu lesen und war gefesselt. Schon die ersten Seiten bergen eine Spannung die auch nicht nachlässt.
Hier liest man sowohl im Hier und jetzt wie auch im Jahr 1991 und mit der Zeit verknüpft sich das Ganze zu einem sinnigen Bild. Die Autorin wirft eine Menge Fragen auf die alle nach und nach schlüssig und häppchenweise beantwortet werden. Nichts bleibt offen, die Story ist abgeschlossen und lässt mich als zufriedene Leserin zurück.
Anders wie bei Ich sehe dich hat dieser Thriller aus ihrer Feder einen mystischen Teil. Im Klappentext ist es ja schon angedeutet das die Protagonistin Hanna den Hinweisen folgt die ihre Tochter gibt, die scheinbar mit ihrem Mann Steve in Verbindung steht. Das macht die Geschichte noch undurchsichtiger und noch interessanter. Miträtseln ist kaum möglich, denn nach wenigen Seiten gibt es dann wieder etwas Neues das alle Gedankengänge über einen Haufen wirft.

Der Thriller hat jede Menge Figuren, die aber nach und nach erscheinen und den Leser so nicht erschlagen. Ich kam gut damit zurecht und jede Person hatte auch seine Daseinsberechtigung.
Zu den Hauptfiguren gehört unbedingt Hanna, die Frau die mit Schrecken fest stellen muss das ihr Mann weg ist, der Mann der ihr gesagt hat das er sie über alle liebt und sie nie verlassen wird. Allein gelassen mit ihrer Tochter versucht sie ihn zu finden und muss mit viel Gegenwehr klar kommen. Sie ist so manches Mal am Rande ihrer Kräfte, schließlich ist ihre Tochter Lilou auch nicht mehr die die sie vor dem Verschwinden ihres Vaters war. Hanna ist eine sehr starke Frau, das war sie von Beginn an, aber manches Mal fand ich das sie leichtsinnig oder mutig ist. Je nachdem von welcher Sicht man es sehen mag.
Lilou ist die 1 1/2 Jährige Tochter, die auch eine große Rolle spielt. Sie verhält sich merkwürdig und macht die Geschichte zu einem Mysterythriller, denn sie scheint mit Steve in Verbindung zu stehen und hilft so Hanna bei ihrer Suche.
Dann gibt es noch Britt, die Nachbarin bei der ich von Anfang an nicht wusste was ich von ihr halten soll und Detektiv Merten der sich irgendwann in die Suche drängt. Daneben noch viele Protagonisten in Nebenrollen, die mal mehr und mal weniger wichtig sind.

Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd und die Kapitel sind als Datum benannt. So bekommt man ein Gefühl davon wie langwierig diese Suche ist und hat nicht das Gefühl das sie innerhalb weniger Tage vonstatten geht. Im Hauptteil spielt das Ganze in der Gegenwart, nur ab und an lesen wir aus der Vergangenheit. Diese Textpassagen werden durch kursive Schrift und das jeweilige Datum gekennzeichnet. Was in der Vergangenheit passiert ist, kann einen als Leser nur Fassungslos zurück lassen. Man könnte nun auf die Fiktion hoffen, aber ich fürchte das man dann die Augen vor der Realität verschließen würde.

Mein Fazit: Dieses Buch ist für mich ein absolutes Must Read. Jeder Thriller Fan wird begeistert sein und nach mehr schreien. Janet Clark hat es gut verstanden den Thriller mit ein wenig Übersinnlichkeit zu spicken ohne das es zu aufgesetzt wirkt und normalerweise sind 5 Bücher gar nicht ausreichend.

Vielen Dank an Heyne

 

3 Gedanken zu „[Rezension] Janet Clark – Rachekind

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